Närrische Hoheiten rocken die Halle

Furiose fünfstündige Show der ZFN in Zellhausen

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Eine Reise mit der Zeitmaschine unternahm das Männerballett.

Zellhausen - Glatte Einser in den Hauptfächern Humor, Tanz und Gesang verdienten sich am Wochenende die Zellhäuer Fastnachtsnarren (ZFN). Über fünf Stunden präsentierten die Jecken im ausverkauften Bürgerhaus eine Narrenshow mit Qualitätssiegel.

Eine gelungene Premiere legte Frank Winter, bei den ZFN als Protokoller bewährt, in seiner neuen Rolle als Sitzungspräsident hin. Zu seinen ersten Amtshandlungen zählte das Willkommensgeläut für den närrischen Adel. Prinz Dieter III. (Kaiser) und Prinzessin Jil I. (Rachor) führen in Zellhausen bis Aschermittwoch das närrische Regiment. Vorgestellt wurden das Prinzenpaar, die Pagen Lilli Rachor und Alessa Thiel, Michelle Zöller als Till und der zum Fahrer umgeschulte Prinz Nicolas I. traditionsgemäß vom ZFN-Vorsitzenden Thomas Ritter. Nach ihrer Antrittsrede rockten die Hoheiten mit einer Gesangseinlage die Halle und verdienten sich donnernden Applaus. Der Spielmannszug Ronneburg gab der Zeremonie tüchtig Schwung und bereitete den Boden für die Sitzungskapelle Köppel, Kerber & Friends, die für fantastische Stimmung sorgte.

Erster Auftritt des Zellhäuser Prinzenpaars: Thomas Ritter stellt die Tollitäten vor.

Auch diesmal konnten die Fastnachtsnarren bei der Auswahl ihrer Akteure aus dem Vollen schöpfen und stellten einige neue Eigengewächse vor. Den Anfang machten die Mini- und Midi-Garde, von Michelle Ott und Lea Wegner trainiert. Die Schelle mit dem Narrenspiegel vertauschte Frank Winter, um als Till in seiner gewohnt geschliffenen Art die große Politik oder lokale Episoden aufs Korn zu nehmen. Die Stimmungswelle gewann an Fahrt mit einer furiosen Choreografie der „ZFN-Mädscher“ als Gladiatoren. Einen wahren Beifallssturm entfesselten die Chorknaben Till Ludwig, Marvin Rachor, Michael Thorandt und Tom Weißkopf mit einem stimmungsvollen Gesangsvortrag. Eine rhythmische, schwungvolle und präzise Vorstellung zeigte die ZFN-Garde mit einem klassischen Gardetanz, eingeübt von Lisa Ludwig.

Eine weitere Premiere erlebte das begeisterte Auditorium mit dem Auftritt der Zellhäuser Moritatensänger: Mit viel Witz und Humor besangen Salvatore Aprile, Sonja Frickel, Ernst Herr, Thomas Ludwig, Kai Männel, Sabine Ritter und Rainer Rachor das Ortsgeschehen. Eine Paraderolle hatte Stefan Ritter gefunden und löste als Weinkönigin Lachsalven in Serie aus.

Mit Ausdruck und Eleganz bezauberten die Tanzmariechen Anna Gerfelder und Zoe Thileking ihr Publikum. Zum Glanzpunkt geriet die Bühnenshow von Andre Herchenhan, Christoph Rachor, Jan Reichel, Benjamin Schlett, Erich Winter und Carlos Wolf, die der „Fastnachtshypnose“ verfallen waren und auch den Elferrat in ihre Possen einbezogen. Besonders viel Applaus bekam Sabrina Keller für ihre Gesangsvorträge.

Sitzung der Zellhäuer Fastnachtsnarren: Bilder

Hochkonzentriert: Die Mädchen der Mini- und Midi-Garde.

16 Elfen, trainiert von Mareike Bauer, entführten das Publikum mit einer flotten Tanzshow in eine Fantasiewelt von Fabelwesen und ernteten dafür langen Beifall. „In diesem Sommer werde ich dreißig“, lamentierte Boris Reisert und riss mit seinem Büttenvortrag die Narren von den Stühlen. „Wahnsinn, so etwas habe ich noch nicht gehört“, kommentierte Frank Winter. Eine Reise mit der Zeitmaschine unternahm das Männerballett und legte eine Tanzshow mit artistischen Einlagen hin – letztmals unter der Regie von Trainerin Anette Herr, die nach neun Jahren verabschiedet wurde.

Als Frank Winter alle Mitwirkenden zum Finale auf die Bühne rief und das ZFN-Lied erklang, hatte die 41. ZFN-Session einen Traumstart hingelegt. Bevor am Fastnachtsdienstag (13. Februar) der Zellhausener Fastnachtszug den Schlusspunkt setzt, stehen noch der Rathaussturm mit Kindermaskenball am 10. Februar und bereits am 8. Februar die Frauensitzung zur Weiberfastnacht an. Eintrittskarten dafür gibt es bei Radio-Banetzke. (zrk)

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