Kinder-Tollität in Frankfurt

Nicolas Kahlen: Ein Prinz aus Heusenstamm

+
Empfang für den Großen Rat der Frankfurter Karnevalsvereine im Römer (von links): Kinderprinz Nicolas I. aus Heusenstamm mit Kinderprinzessin Shanice I. und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Bild unten: Nicolas auf dem Skateboard.

Heusenstamm - Ein Prinzenpaar haben die Schlossstädter Narren in diesem Jahr nicht. Einen Fastnachtsregenten aus Heusenstamm gibt es aber trotzdem. Der 13 Jahre alte Nicolas Kahlen ist Kinderprinz in der Nachbarstadt Frankfurt. Von Claudia Bechthold 

So einen Geburtstag hat Nicolas Kahlen noch nicht erlebt. Am vergangenen Sonntag ist der Heusenstammer 13 Jahre alt geworden. Und just an diesem Tag war er Gast beim Neujahrsempfang für die Karnevalsvereine mit Frankfurts Oberbürgermeisters Peter Feldmann. Freilich war es keine Veranstaltung nur zu seinen Ehren. Aber eine wichtige Rolle hat der Schüler dennoch dabei gespielt. Er ist in dieser Kampagne der Frankfurter Kinderprinz Nicolas I. Natürlich haben sie ihm während des Empfangs ein Ständchen gesungen. Und danach wurde noch ganz groß gefeiert mit den Fastnachtern aus der benachbarten Großstadt. Mit dabei war auch die Frankfurter Kinderprinzessin Shanice I.

Schon als kleines Kind sei die Fastnachtszeit für ihn eine tolle Zeit gewesen, betont Nicolas. So sei er zum Beispiel zu Kindergartenzeiten auch Wochen nach Aschermittwoch immer noch zu Hause in seinem Indianerkostüm herumgelaufen. „Ich liebe die Fastnacht“, sagt er. Einmal bei einem großen Umzug auf einem Wagen mitzufahren, das sei für ihn sein größter Traum gewesen. Dass sich dieser Wunsch nun erfüllen wird, hat der 13-Jährige ganz aus eigener Initiative verwirklicht. Mit Ausnahme des allerersten Schritts, den seine Mutter Gudrun gegangen ist. Denn ihr war klar, dass sich dies in Heusenstamm nur bedingt umsetzen ließe. Also ist sie schon vor längerer Zeit gemeinsam mit ihrem Sohn in den Frankfurter Karnevalclub (KC) Schöne Müllerin eingetreten. Seit drei oder vier Jahren hat Nicolas dann seinen Eltern immer wieder verkündet, er wolle Fastnachtsprinz werden.

Dabei ist Gudrun Kahlen selbst schon lange während der närrischen Zeit aktiv. So war sie in der Kampagne 2004/2005 gemeinsam mit Manfred I. (Muris) Prinzessin in der Schlossstadt. „Wir waren das erste Prinzenpaar des Gesangvereins Konkordia“, erinnert sie sich. Seit dieser Kampagne ist Gudrun Kahlen bei den Funkemakröscher dabei und begleitet damit Heusenstamms Tollitäten. In diesem Jahr wird das allerdings mehr ein Alleingang der Funkekanönscher und -makrönscher, da sich ja kein Prinzenpaar finden ließ.

Nicolas kam mit seinen Wünschen anfangs nicht weit bei seinen Eltern, denn sie fanden, dazu sei es noch zu früh. Der Schüler hatte sich das aber in den Kopf gesetzt. Und so setzte er sich vor etwa einem Jahr an den Computer und schrieb eine Bewerbung auf das Amt des Kinderprinzen in Frankfurt. Erst als das Schreiben fertig war, sagte er seinen Eltern, was er plant. „Wir haben ihm dann gesagt, was das für ihn bedeuten könne, dass er keine Zeit mehr haben würde für den Sport und das Skateboard, oder Geburtstagsfeiern seiner Freunde verpassen würde“, berichtet Gudrun Kahlen. Aber: „Er wollte trotzdem.“

Im Mai vergangenen Jahres wurde er dann zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Danach musste er noch einige Wochen warten, bis endlich die erlösende Nachricht kam. „Ich war überglücklich“, sagt Nicolas mit einem strahlenden Lachen. Einen Haken hatte die Sache allerdings noch: Bis zum 11. November durfte niemand wissen, dass er der Frankfurter Kinderprinz sein würde.

Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim: Bilder 

Feste Vorstellungen hatte Nicolas auch von der Prinzessin, mit der er die Kampagne erleben soll. Hübsch, intelligent und vom Alter her passend, hatte er sie sich gewünscht. „Und schüchtern durfte sie nicht sein, denn ich rede oft ein bisschen lauter“, ergänzt er noch. Seine Vorstellungen werden von Prinzessin Shanice I. bestens erfüllt, versichert er. Überhaupt passe das alles sehr gut zusammen, meint Gudrun Kahlen. Alle Beteiligten – vom „großen“ Prinzenpaar über die Mitwirkenden und die Betreuer des Kinderpaares – verstehen sich bestens und verbringen inzwischen auch einen Teil der Freizeit miteinander. Und sie habe ein gutes Gefühl, auch wenn sie Nicolas nicht bei allen Terminen begleiten könne. Er sei gut aufgehoben in diesem Team.

Erste Sitzungen und Sponsorentermine hat Nicolas schon hinter sich. Richtig anstrengend wird es aber erst jetzt. Allein an diesem Wochenende hat er 17 Auftritte. Und die meistere er toll, bestätigt seine Mutter. Nur einmal habe er einen „Hänger“ gehabt, den er aber souverän gelöst habe. Der ganz große Tag ist natürlich am Fastnachtssonntag (11. Februar), wenn das Kinderprinzenpaar im eigenen Wagen am Frankfurter Fastnachtszug teilnehmen darf. Darauf freut sich der 13-Jährige wie verrückt. „Megastolz“ ist auch Vater Gerhard, der diesmal viel öfter zu Veranstaltungen mitkommt als in anderen Kampagnen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare