CCSW Steinheim feiert Fastnacht „very british“

Prinz Charles will nicht mehr weg

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Als tanzende Ritter sorgten „Die Blauen“ für Stimmung bei der CCSW-Fastnacht in der ausverkauften Steinheimer Kulturhalle. Die drei CCSW-Sitzungen stehen unter dem Motto „Fassenacht uff Britisch – royal bis flippisch“.

Steinheim – Mit einem rund fünfstündigen bunten Programm wagten die Karnevalisten des Carnevalclubs Schwarz-Weiß (CCSW) Steinheim am Samstag in der ausverkauften Kulturhalle einen humoristischen Blick über den Kanal hinweg. „Fassenacht uff Britisch – royal bis flippisch,“ lautete das Motto, um das sich die meisten Darbietungen auf der Bühne rankten. Von Dieter Kögel

Auch Bühnenbild und Dekoration von Gernot Pförtner unterstrichen das karnevalistische Thema: Queen Mum grüßte am Eingang zum Saal als Pappaufstellfigur die Gäste mit einem Glas Sekt, auf Fotomontagen war die britische Palastwache vor dem Steinheimer Schloss aufgezogen, auf den Tischen englische Fähnchen aus Papier, und vielfach war auch die Garderobe der Besucher aus Farbe und Form des Union Jack gefertigt. Schottenkaro war reichlich vertreten, britische Eleganz in schwarz gab es zu bewundern, und das Tragen von Röcken war an diesem Abend nicht nur den Frauen vorbehalten.

Beste Rahmenbedingungen also, in denen die „Mitmachmusigger“ pünktlich um 19.22 Uhr zum Sammeln bliesen und Sitzungspräsident Andreas Sticher wenig später mit einem urkomischen gereimten Gemisch aus Deutsch und Englisch die Sitzung feierlich eröffnete. Nach dem Tanz der Piccolinos ging es denn auch gleich zur Sache. Die „Guutsjer“ ließen einen Blick in den Tower zu, wo Gegnerinnen der königlichen Hochzeit eingekerkert waren und sich gegenseitig ihr Leid klagten.

Hannelore Sticher als Queen und Pfarrer Lukasz Szafera als Prinz Charles hatten die Lacher auf ihrer Seite.

Die Gruppe „Staanemer Blut“ beförderte einen britischen Promi nach dem anderen aus dem Tourbus auf die Bühne, Chiara Andes forderte in ihrem Büttenbeitrag die Abkehr von sprachlichen Anglizismen, denn die vielen englischen Ausdrücke im allgemeinen Sprachgebrauch seien ja wirklich nicht „the yellow from the egg.“

Christa Grünbecken, Hannelore Sticher und Pfarrer Lukasz Szafera ernteten als Wache, Königin Mutter und Prinz Charles bei einer Stippvisite in Steinheim herzliche Lacher. Prinz Charles wollte gar nicht mehr weg, er kann sich vorstellen, die „drei Grafschaften“ in Steinheim und Klein-Auheim zu übernehmen. „Von der Themse an den Main – Ach was könnte schöner sein!“

In wie immer großartigen Kostümen nahmen sich die Flying Potatoes der Legende um den goldenen Gral an, der in Form eines Riesenbembels daherkam und an dem sich die Abenteurer aus aller Welt regelrecht die Zähe ausbissen. Der goldene Bembel mochte sein Geheimnis lange nicht preisgeben.

Wolfgang Müller und Frank Diwisch streiften als Robin Hood und Bruder Tuc durch Sherwood Forest, die Tanzgruppe „Die Blauen“ nahmen als Ritter Bezug auf die Zeit des Rächers der Enterbten, tänzerisch zeigten außerdem die Lollipops als Cheerleader ihr Können. Die Gruppe „Spotlight“ zelebrierte eine flotte Dartnacht, als Leibgarde der Queen präsentierten sich „Las Estrellas“ tänzerisch, und die Gruppe „Flasche Leer“ tanzte sich mit akrobatischen Einlagen durch „Wimbledon.“

Steinheimer Carneval Club Schwarz Weiß feiert britisch: Bilder

Raus aus Großbritannien, rein in den warmen Süden war das Motto von „Scrabble.“ Nicht nur mildes Klima, sondern auch amouröse Abenteuer waren gefragt. „Biste Braun, haste Fraun.“ Und „Malle ist nur einmal im Jahr.“ Also Kopf runter und durch. Man hat ja seinen Schutzengel. Wie der, den Pfarrer Hermann Differenz verkörperte, und der frei von der Leber weg über seinen nicht immer einfachen Arbeitsalltag berichtete, ist es doch seine Aufgabe, ausgerechnet auf Pfarrer Differenz ein wachsames Auge zu haben.

Andere Probleme hatte Emelie Horch. Wie soll sie sich nur vor ihren Eltern schützen? Als geplagter Teenie jedenfalls wusste sie allerhand Problematisches zu berichten und begeisterte am Ende ihres Vortrages mit einer gereimten Kurzversion von Shakespeares Hamlet.

Hessenbarde Klaus Schmidt riet musikalisch zur Gelassenheit: „Bleib einfach locker.“ In Zeiten wie diesen nicht immer ganz einfach, wie Protokoller Thomas Franz deutlich machte, dessen Themen unter anderem natürlich Klima und Feinstaub waren. Und die drei Sänger von „Yellow Snow,“ alljährlich Garant für beste Stimmung, brachten schließlich mit neuen und alten Liedern den Saal zum Schunkeln, Tanzen und Mitsingen.

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