Mit Strauß und Babbschermichel

Elf Babbscher: Karnevalisten inthronisieren ihre Tollitäten

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Die Insignien der Regentschaft, Strauß und Babbschermichel brachte der närrische Nachwuchs auf die Bühne, bevor Babbscher-Chef Andreas Murmann (links) den Tollitäten und ihrem Hofstaat den Amtseid abnahm.

Obertshausen/Mühlheim – Die Elf Babbscher sind es, denen ein Orden gebührt. Kaum einer anderen Gemeinschaft gelingt es, Gleichgesinnte über die Ortsgrenzen hinaus zusammenzuführen wie den Karnevalisten. Von Michael Prochnow

Am Samstag wurden Aktive aus fast allen fastnachtstreibenden Vereinen der Nachbarschaft Zeugen, wie Lederbaron Matthias I. und Comtesse Jutta I. die Insignien ihrer Regentschaft entgegennahmen. „Babbschers Eleven“ probieren’s in dieser Kampagne mit Glücksspiel. Das Motto weist auf das elfjährige Bestehen hin, das sie im Stile des Kinofilms „Ocean’s Eleven“ in „Las Hausen hinter der Sonn’“ feiern wollen. Für das Herrscherpaar fühlt sich schon jetzt alles „wie ein Sechser im Lotto“ an. Eine Qual sei allein die „Eleven“, auf die sich nichts reime. Außer etwa „heaven“ (Himmel), „kläffen“ und „gut bluffen“.

Apropos: Wo doch die Stadtoberen ohnehin ein neues Rathaus bauen wollen, könnte das derzeitige doch in ein großes Casino umgebaut werden, „dann kriegen die Pilger noch mehr zu sehe’“, frotzelte der Baron. Aus dem Springbrunnen schießen meterhohe Wasserspiele, drinnen werfen sich der „schwarze Giordano“, der „rote Manuel“ und der „grüne Klaus-Uwe“ gegenseitig aus dem „Politiker, ärgere dich nicht“. „Wir gewinnen immer“, prahlte das Paar.

Babbscher haben neue Tollitäten

Erstmals traten die Regenten im vollen Ornat auf, die Comtesse in einem Traum in Pink, der Lederbaron mit der passenden Schärpe über der Uniform, dazu Kappe und Diadem. Die Jüngsten im Verein, Leopold und Lukas, brachten noch den Strauß und den „Babbschermichel“. Der vollbärtige Schürzenträger hält die traditionellen Werkzeuge seiner Zunft: Der Hammer symbolisiert die Schlagfertigkeit, der Stichel steht für die Stichelei der Fastnachter gegen die Obrigkeit, die Babb-Flasch’ weist auf den Zusammenhalt der närrischen Gemeinschaft hin. Die Federn des kleinen Straußes in der Hand der Comtesse sind wie schon im alten Ägypten Sinnbild für die Gerechtigkeit.

Fastnachtsauftakt der „Elf Babbscher“ in Obertshausen: Bilder

Die Tänzerinnen Denise und Kira zeigten noch akrobatische Figuren um zwei Stühle, dann vereidigte Babbscher-Chef Andreas Murmann auch den vierköpfigen Hofstaat. Das Quartett gelobte mit der Hand an der Fahne, Matthias I. und Jutta I. nicht von der Seite zu weichen.

Wünsche für Spaß und Freud’ an der Fastnacht sprachen – in Reimform oder wie ihnen der Schnabel gewachsen ist – die Gäste aus. Zahlreiche Repräsentanten aus der Region gratulierten den Obertshausener Tollitäten, darunter Prinzenpaare aus Offenbach, Hanau und Klein-Auheim, von den Katholischen Karnevalisten aus Mühlheim und vom Lämmerspieler Carneval-Verein. Präsente gab’s auch vom 53. Ritter der Sonnau, der Zugmarschallin des Mühlheimer Karnevalvereins, der Dietesheimer Kolping und den Schellennarren aus Lämmerspiel.

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