„Italienisch wird die Fastnacht sein“

Egelsbacher Narretei mit Neuerungen

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Der närrische Eid aufs Prinzenpaar ist Ehrensache – das passend zum KGE-Motto verkleidete Pizzabäcker-Publikum ist voller Inbrunst bei der Sache.  

Egelsbach - „Danke Gerold“, prangt in großen Buchstaben der Gruß an den langjährigen Vorsitzenden und Sitzungspräsidenten der KGE auf der Leinwand, noch ehe der erste Akteur die Bühne betritt. Von Daniel Untch 

Nach dem Einmarsch des gesamten Hofstaats übernimmt der neue Sitzungspräsident Alexander Höhme mit einem Dank an seinen Vorgänger Gerold Wurm das Ruder: „Ich verneige mich vor Dir, das ist Dein Applaus.“ Dann geht’s richtig los – mit der Vorstellung der närrischen Regenten. Prinz Andreas begrüßt das Publikum passend zum diesjährigen Motto „Amore, Pasta und auch Wein – italienisch wird die Fastnacht sein“ auf Italienisch, Prinzessin Janine übersetzt im Freistil. So wird etwa aus „Salute Berlusconi“ ein Hallo an den Bürgermeister. Nachdem das Narrenvolk auf das Prinzenpaar vereidigt ist, geht Thomas Geiß als Pinocchio in die Bütt. Der Protokoller wirft einen Blick zurück aufs Jahr 2015, vom Weltgeschehen bis zur Lokalpolitik ist alles dabei. „Auf wen kann der Bürger bauen, auf welchen Schutz kann man vertrauen?“, spielt er auf NSA-Spionage an. Zur Flüchtlingssituation fragt er: „Wer musste hier etwas bezahlen, konnte nicht in den Urlaub fahren?“ und stellt fest: „Es ist zu schaffen, man muss es aber auch wollen.“ Auf lokaler Ebene bedauert Geis die Schließung des Traditionslokals Erzhäuser Hof und berichtet von einem ortsweiten Umsatzeinbruch bei Jack Daniels. Mit Blick aufs Bürgerbegehren dankt der Protokoller allen Wählern – „egal, wie sie gestimmt haben“. Zuletzt blickt er stolz aufs Egelsbacher Ehrenamt, von SGE bis Flüchtlingshilfe, und gibt zu: „Meine Sicht ist subjektiv, doch eins darf man nicht vergessen, die Wahrheit hat kein Mensch gefressen.“

Als Debütant in der Bütt beschwert sich Andreas Dörner über den Weihnachtswahn, nimmt Familienfeierlichkeiten auf die Schippe und erzählt von besoffenen Onkels und natürlich Omas goldener Regel: „Der Teller wird leer gegessen!“

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Die Redebeiträge wechseln sich ab mit Tanzeinlagen der verschiedenen Garden. Diese begeistern mit Polka, Marsch und Schautänzen das Publikum. Bevor es in die Pause geht, heißt es: Bühne frei für Timo Kurth und Bastian Schächer. Der Egelsbacher Comedy-Nachwuchs plant die Eröffnung eines italienischen Restaurants, die Probleme kommen schneller als erwartet: „Du und ein italienisches Restaurant? Das wäre ja, als ob ab morgen der Rudi Moritz das Sagen im Rathaus hätte“, wirft Schächer dem Kollegen an den Kopf.

Die Gerichte entpuppen sich als eher deutsch, bloß italienisch klingend: Pizza mit Sauerkraut? Als krönenden Abschluss vertont das Duo die geplante Speisekarte, denn: „Italienische Speisekarten klingen wie ein Song von Eros Ramazotti.“ Der Auftritt verdeutlicht, wie viele Talente Egelsbach zu bieten hat. Zu diesen zählt auch die neue Showband Rasselband(e), die den Abend musikalisch begleitet. „Alles Elschbächer Buben“, weiß Sitzungspräsident Höhme zu berichten.

Nach der Pause sorgen die Narrhallesen vom Tresen mit Musik und Gesang für die richtige Einstimmung auf die zweite Hälfte der Show. Dann stehen Monique und Pierre Theuerkauf als italienisches Künstlerpaar Albano und Romina auf der Bühne. In vertauschten Kostümen, Albano im schwarzen Kleid und Romina im silbernen Glitzeranzug, ernten sie Johlen, Lachen und reichlich Applaus. Sie spielen das Lied vom unmöglichen Hund – „Bello impossible“. Bei einem weiteren Lied kommt es zum eleganten Klamottentausch, da wird kopfüber Klavier gespielt und gesungen, zwischendrin steht Albano in Strapsen auf der Bühne. Ohne Zugabe kommt das Gespann nicht von der Bühne.

Bilder: Sitzung der KGE

Beim anschließenden Auftritt des Männerballetts ist der Prinz persönlich mit von der Partie und erntet gemeinsam mit den stark verjüngten Lido-Girls viel Applaus. Dann geht’s auch schon mit großen Schritten aufs Finale zu. Die Prinzengarde zeigt den Showtanz „Asterix erobert Rom“, beim Auftritt der Klammernsingers sind Prinz und Prinzessin abermals mit dabei. In einer venezianischen Gondel schippern sie romantisch über die Bühne, während die Sänger das Publikum noch mal von den Sitzen reißen.

So geht eine Sitzung mit vielen personellen und programmatischen Neuerungen erfolgreich zu Ende. Im Anschluss feiern Gäste und Darsteller im Foyer und in der Halle fröhlich weiter.

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