Wo Gott die Welt geküsst hat...

CCSW bietet tollen Mix aus Tradition und Moderne

+
Sogar Gäste aus fernen Galaxien eroberten die CCSW-Bühne in der Steinheimer Kulturhalle: Die Tanzgruppe „Flasche Leer“ begeisterte als Stormtrooper aus den Star Wars-Filmen.

Steinheim - Die erste Sitzung des Steinheimer Carneval Clubs Schwarz Weiß (CCSW) am Samstag in der Kulturhalle, sie bot viel Aktuelles, Neues, war aber auch ein Ausflug in die 66-jährige Geschichte der „Fastnacht mit Herz,“ die im Jahr 1952 aus der Taufe gehoben worden war. Von Dieter Kögel

Von Alters- oder Abnutzungserscheinungen indes keine Spur auf der Bühne oder im Saal. Die Aktiven des CCSW präsentierten sich jung, lebendig und spritzig wie eh und je. Die Zuschauer erlebten ein mehr als vierstündiges Programm mit Showtänzen, Büttenreden und Gesang, durch das Sitzungspräsident Andreas Sticher in gewohnt lockerer Manier führte. „Für Euch, da legen wir uns krumm, die Zeit geht viel zu schnell erum,“ erinnerte er in seiner Begrüßung die Gäste im voll besetzten Saal.

Und krummgelegt haben sich die Aktiven tatsächlich. Alleine Bühnenbild und Deko im Saal, vorwiegend bestehend aus Bildern und Collagen der CCSW-Geschichte seit 1952, lohnen das genaue Hinschauen. Und Wort- und Musikbeispiele aus der Vergangenheit gibt es auch auf der Bühne. Nicht nur mit der „Urhymne“ des Vereins „Schwarz-Weiß ist der Pinguin“ aus der Feder von Robert Ullrich, das gemeinsam angestimmt wird. Die „Guutsjer“ treten diesmal als Jubiläumsdamen auf, die alle Jubiläen im Elfjahresabstand miterlebt haben und dem Publikum zum Besten geben, woran sie sich noch so erinnern können. Das ist einiges, und wie damals heben sie auch heute noch den Flachmann zum gemeinsamen „Stößchen“ mit Klosterfrau Melissengeist.

Nachwuchstalent Emilie Horch hat sich einer damals bejubelten Büttenrede von Elsie Bosche angenommen, die den nicht ganz so einfachen Urlaub zu Hause schilderte und pointenreich immer wieder zu dem Schluss gekommen war, dass „Dehaam“ eben „Dehaam“ ist, sehr glaubwürdig wiederbelebt von der jungen Büttenrednerin.

Und „Dehaam“ ist auch „Dehaam“ für die Sänger von „Yellow Snow.“ Die sind glücklich, dass sie keine „Knerrn“ sind, verbrüdern sich angesichts der Tatsache, dass es dieses Völkchen unterhalb des Hainbergs gibt, sogar mit den Klein-Steinheimern. Denn „Gott hat die Welt nur einmal geküsst. Und das ist dort, wo Steinheim ist,“ schmettern sie in ihren irrwitzigen Kostümen zur Melodie vom Deutschland-Lied der „Prinzen.“

Bilder: Sitzung des CCSW

Nun, so ganz scheint der Konflikt zwischen Groß- und Klein-Steinheim noch nicht beigelegt zu sein, wie Christa Grünbecken als Großsteinheimer Reisende und Hannelore Sticher Nahverkehrsnutzerin aus Klein-Steinheim durchblicken ließen. Pfarrer Lukasz Szafera musste da in der Uniform des Bahnhofsvorstehers als Friedensstifter walten. Er, daran ließ er keinen Zweifel, lasse keinen zurück, bei der „Fahrt ins Glück.“

Aber nicht alle Fahrten bedeuten Glück, wie Protokoller Thomas Franz am Beispiel vom Steinheimer „Rondo“ deutlich machte. Denn wer dort all jenen Fahrzeugen mit Offenbacher Nummer entkomme, sei gefangen im Kreisverkehr auf dem Parkplatz. Für den Protokoller unvergessen auch das vorzeitige Aus für das Johannisfeuer im vergangenen Jahr durch den Feuerwehreinsatz. „Viel zu früh und ohne Not, und das Feuer, es war tot.“ Die Erinnerung daran, wie das Feuer früher gelöscht worden ist, sie ist noch präsent beim Protokoller, schön gereimt fixiert, und noch einmal bei den Sitzungen am 2. und 3. Februar, Beginn jeweils um 19.22 Uhr, zu vernehmen.

Bilder: Sitzung des CCSW Steinheim

Da suchen die „Fly Pots“ in ihrer Version von „Bauer sucht Frau“ noch einmal die richtige Partnerin für den Landwirt, und „Oscar“ Felix Rinke plaudert aus dem Nähkästchen der nicht immer schönen Erlebnisse der Trophäe. Und während die Tanzgruppe „Flasche Leer“ ihre Stormtrooper aus „Star Wars“ über die Bühnhe wirbeln lässt, dürfen die Besucher selbst mit Hilfe von Anderas Stichers Applausometer entscheiden, ob sie die Tänzer der „Blauen“ als Mongolen, als Jacob Sisters oder als „Feuer“ sehen wollen. Tänze, die bereits auf der Bühne gezeigt worden sind, aber immer noch heiß verlangt werden. Bei der ersten Sitzung mussten sich das Männerballett in die Kostüme der Jacob Sisters werfen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare