Narren bevorzugen Paar- und Star-Wars-Verkleidungen

Kostümjäger im Endspurt

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Kaufhof-Fastnachtsfachverkäufer Daniel Köppler hat in seiner Abteilung viel Spaß mit der närrischen Kundschaft: Mama Stephanie sowie die Kinder Katharina, Alina und Christian.

Offenbach - Schon am Mittwoch ist alles vorbei. Aber daran mag der Fassenachter jetzt noch nicht denken. Rabatte im Schaufenster verlocken noch rechtzeitig zum Fastnachtswochenende dazu, ein neues Kostüm zu kaufen. Uns interessierte, welche Verkleidungen die Offenbacher wählen. Von Julia Radgen

Auf der Suche nach einer neuen Kostümierung konnte der Narr hierorts Schnäppchen im Discounter oder in entsprechenden Internetshops ergattern. Für den Kurzentschlossenen bleibt allerdings nur noch der Gang ins einzige Offenbacher Kaufhaus, das sich auf Kostüme spezialisiert hat. Auf 150 Quadratmetern bringen bei Kaufhof Fastnachtsverkäufer Verkleidungen an den Narren. Figuren aus der Saga der Sternenkrieger stehen dabei oben auf der Beliebtheitsliste, weiß Filialleiter Matthias Bohn. „Kostüme von Darth Vader und Bösewicht Kylo Ren aus dem neuen Film sind bei Kindern sehr gefragt.“ Bei den Erwachsenen zeichnet sich eine weitere Tendenz ab. „Kostüme im Partnerlook sind bei den Narren in dieser Saison besonders beliebt“, sagt Bohn. So gibt’s die Klassiker Robin Hood und Pirat auch für die Dame – die geht dann als „Robina“.

Auch, wenn die Kampagne in diesem Jahr früh endet, ändern die Käufer ihre Gewohnheiten nicht. „Die Offenbacher legen sich ihre Kostüme immer erst kurz vorher zu – egal, was der Kalender sagt.“ Der Endspurt ist spürbar. Auch zum Ganzkörper-Plüschkostüm wird gern gegriffen. Bei den Ausführungen regieren die Wildtiere: Giraffen, Löwen, Zebras und Bären gibt’s als flauschige Einteiler. Für die Kleinen dürfen es auch Hasen, Katzen oder Pinguine sein. Passend sind diese Kostüme auch für Babys und Kleinkinder im Kinderwagen.

Ausgelegt sind die Plüschkostüme für frostige Straßenfastnacht. Bei zweistelligen Plusgraden könnte es den Feiernden am Fastnachtswochenende darin zu warm werden. Dann kann frau zum Bananenkostüm greifen, aus dem sie sich einfach „herausschälen“ kann: Denn die Außenhülle der Verkleidung kann bis zur Taille heruntergeklappt werden und gibt ein quietschgelbes Kleid frei.

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Um den Verkauf anzuheizen, reduzierte das Warenhaus seine Preise in der Kostümabteilung. Nicht nur für die warmen „Straßenkostüme“, sondern allgemein, wie Bohn erzählt. „Wir wissen ja nicht, ob die Kostüme von diesem Jahr im nächsten wieder gefragt sind.“ Die Einkäufer hätten zwar einen „guten Riecher“ für die Trends der nächsten Saison, müssten aber ein halbes bis dreiviertel Jahr im Voraus abschätzen, was gefragt sein wird.

Dass durch den Kinostart des neues Star-Wars-Films das Interesse an Klonkrieger- und Jediritter-Kostümen wächst, war absehbar. Ein Glücksfall sei es hingegen, wenn die Karnevalsgesellschaften zu Mottos aufriefen und entsprechende Kostüme ausreichend vorrätig seien.

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Dass zögerlicher zu Maskerade gegriffen wird, zu der eine Waffen gehört, kann der Offenbacher Filialleiter nicht bestätigen. In den vergangenen Wochen hatten nordrhein-westfälische Sicherheitsexperten und die Polizei Narren darum gebeten, auf „verdächtige“ Verkleidungen zu verzichten. Polizisten, Bankräuber oder Westernhelden sollten ihre Schusswaffen-Attrappen zu Hause lassen, um Mitfeiernde und Sicherheitskräfte nicht zu irritieren. „Davon sind wir weit entfernt“, sagt Bohn. Er sehe nicht, dass Eltern da Bedenken hätten. Und glücklicherweise besteht beim Kassenschlager Laserschwert trotz täuschend echter Attrappe keine Verwechslungsgefahr.

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