Sonnau-Revue

Parodie auf Papa Bürgermeister

Daniel Tybusseks Söhne Tobias (links) und Jonas unterhielten mit ihrer Persiflage des Bürgermeisterkabaretts. -  Foto: Mangold
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Daniel Tybusseks Söhne Tobias (links) und Jonas unterhielten mit ihrer Persiflage des Bürgermeisterkabaretts.

Mühlheim - Trump hält sich für Gott, kühn gemixte Bowle ergießt sich schnell mal über die Keramik und der Bürgermeister trifft manchen Ton mehr, als seine Söhne behaupten. Die TKG Sonnau hatte zu ihrer Revue in die Willy-Brandt-Halle eingeladen. Gut 270 Gäste folgten. Von Stefan Mangold

Die Willy Brandt-Halle ist zur ersten Revue der TKG Sonnau gut gefüllt. Zu Beginn bittet Moderator Stephan Mündelein so ziemlich alle Karnevalsprinzen und Prinzessinnen aus der Region auf die Bühne. Jeden Namen aufzuzählen hieße, einen wie Elias Schwemmler nicht mehr erwähnen zu können.

Der protokolliert eine häusliche Party während elterlicher Absenz. Im Laufe der Jahre bekommen die meisten den Dreh raus, sich nur nahezu an den Punkt zu trinken, an dem die Toilette oder die Gartenhecke ins Spiel kommen könnte. Elias gelingt das noch nicht. Die Erdbeerbowle kreiert der Junge nicht nur mit Wein, Sekt und Früchten, sondern auch mit einer Pulle Schnaps. Das Ergebnis: Im Wohnzimmer fackelt ein Grill alles Mögliche ab, überall liegen die Gäste herum, während der Gastgeber im Bad die Schüssel umarmt. Am Ende relativiert Oma, „sie berichtet unverdrossen, den Bock hat dein Vater auch mal geschossen“.

Vielleicht auch sein Opa, die Rede ist von Roland Deiss. Der 50. Ritter der Sonnau redet über zu gut informierte Nachbarn und fehlende intellektuelle Unterstützung eines Singles im Alter: „Hab niemand, der zu mir gehört und mir die Witze erklärt.“

Davon hatte „Tante Lilli“ schon ganz viele. Hinter der Kunstfigur steckt der Travestiekünstler Guido Klode. Lilli erzählt von einem unsteten Leben, getaktet von Lebenspartnern: „Aus meinen Verlobungsringen kann ich Schneeketten basteln.“

Während Männer häufig meinen, mit Bierbauch und ohne Haupthaar bei jungen, attraktiven Damen hoch im Kurs zu stehen, neigen viele Frauen dazu, hart mit sich ins Gericht zu gehen. Auch „Tante Lilli“, die den Blick nach unten wirft: „Dieses Jahr geh ich von der Frühlingsrolle direkt in den Weiterreifen.“ Ebenfalls kritisch lauscht sich Daniel Tybussek, der zusammen mit Karl-Christian Schelzke das Bürgermeisterkabarett bildet: „Wir können nicht singen, tun das aber trotzdem.“ Immerhin trifft der Rathaus-Chef zur Melodie von „Ich bin die fesche Lola“ manchen Ton, was die Söhne Tobias und Jonas Tybussek in ihrer Persiflage aufs Bürgermeisterkabarett nicht wirklich goutieren. Ihnen gelingt es, noch ein paar schiefe Töne mehr als Papa zu setzen. Jedoch mit Absicht.

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Bürgermeister a. D. Karl-Christian Schelzke berichtet, wie der Liebe Gott Erdogan, Putin und Trump während eines Treffens die Chance lässt, ins Paradies zu gelangen. Der türkische Staatschef verspricht, mit den Kurden Frieden zu schließen, der russische Präsident sagt zu: „Ich gebe die Krim an die Ukraine zurück“. Nur Trump lässt sich auf keinen Deal ein. Stattdessen herrscht der Ami den Lieben Gott an: „Was machst Du auf meinem Thron?“

Die Puppe Konrad, das Alter Ego von Bauchredner Andy Franz, findet auch im Herbst des Lebens nicht zu gutem Benehmen. Ehrengäste will Konrad nicht begrüßen. Zu den Sonnau-Buben gehört neben den Tybussek-Jungs noch Florian Eitel. Das Nachwuchstrio kann sich im Stil von Karl Valentin nicht über die Bedeutung der Begriffe „keiner“ und „niemand“ einigen.

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Gern gesehene Bühnenakteure in Mühlheim sind die strammen Kerle des Männerballetts aus Assenheim. Zum ersten Mal erscheinen die akrobatischen Frauen von „Tanzrausch“ aus Hainburg. Gesanglich haben Sonnau-Heroen wie Gerd Noll kein Problem, Töne zu treffen. Er gehört zur Playback-Schlagergarde und gibt den Costa Cordalis.

Der Hanauer Interpret Reinhard Paul singt Vicky Leandros. Nachdem der Partner mit dem gepackten Koffer durch die Türe geht, verkündet die Frau im Sinn von „lasse zische, haste Frische“, nicht ewig Trübsal zu blasen. Der Grund: „Du weißt, ich liebe das Leben.“

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