Sitzung des Konzertorchesters im Kolpinghaus

Wo flott der Frohsinn regiert

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Nach dem Einschlafen gibt es jede Menge Abenteuer zu erleben: Bei ihrer Bühnennummer zeigten die KOO-Minis ihr Schautanz-Können.

Offenbach - Wenn es nach einem bekannten Lied von Udo Jürgens geht, beginnt das närrische Leben des Konzertorchesters Offenbach (KOO) erst richtig. Denn seit 66 Jahren besteht der Elferrat. Das feierte der Verein am Samstag ausgiebig im Kolpinghaus. Von David Heisig

Im Mittelpunkt der Faschingssitzung stand das, was die Aktiven am besten können: Tanz! Den Reigen eröffnen die „Bobbelsche“. Für die vier Mädchen, die jüngsten aktiven Vereinsmitglieder, ist es ihre Bühnenpremiere. Klar, dass da die Aufregung groß ist und Trainerin Romy Karg dirigieren muss: „Du dahin, du dahin. Alle in die Hocke.“ Mit Bravour meistern die Kinder ihren ersten Auftritt. Im Lauf des Abends erkennt selbst der Laie: Gardetanz ist eine sportliche Höchstleistung. Auch die Bobbelsche verfolgen staunend die restlichen Nummern auf der Bühne und können dabei einen Ausblick auf ihre eigene Karriere erhaschen. Die elfjährige Sirin Hansen von der TSG Step-Up Klein-Auheim zeigt ihr Können. „Die Kleine ist saustark“, freut sich ein Zuschauer aus dem Publikum.

Die gute Stimmung bringt nicht nur die zwei Sitzungsprädidentinnen des Elferrats zum Tanzen. „Ein richtiger Karnevalist kann auf jeden Takt schunkeln“, meint Ulrike Meier. Zum Jubiläum wurde ein besonders buntes Programm zusammengestellt. So zeigen die „Minis“ des Vereins tanzend, was in einem Traum passieren kann: Einschlafen mit „La-Le-Lu“ und dann zu treibenden Beats Abenteuer erleben. Danach erobert das Prinzenpaar Lederaniens, Simone Andrea I. und Michael I. samt Hofstaat, den Saal. Ehrensache, hat das KOO beim Rathaussturm am Mittag doch geholfen, die Stadtkasse zu kapern.

Bühnenpremiere feiern die Kleinsten, die KOO-Bobbelsche.

„Seitdem die Narren regieren, geht es uns gut“, lacht Ministerpräsident Simon Isser. „Das Blitzeis ist weg. Es wird wieder warm draußen.“ So sei das, wenn der Frohsinn die Stadt regiere. Das wird mit dreimaligem „Offebach – hallau“ gepriesen. Hofmarschall Robert Pies bringt einen weiteren Schlachtruf ins Spiel: „Rhabarber – Ahoi!“ Für Guggemusik sorgen traditionell die „Icebreakers“ der Stadtgarde. Dirigent Stefan Wolf ist in seinem Element, wenn er mit Taktstock seine Bläser, Trommler und Schlagzeuger dirigiert. Lieder wie „Ein Hoch auf uns“, „Major Tom“ oder „Über den Wolken“ sorgen für ausgelassene Stimmung. Dabei wandern die Musiker zwischen den Zuschauerreihen umher.

Bilder: Sitzung der Stadtgarde in Bieber

Die Schautanzgruppe „Fraggels“ führt einen Zwergentanz mit besonderem Clou auf: Die Erwachsenen verstecken in speziellen Kostümen ihre Oberkörper unter hohen roten Mützen. Das wirkt so, als bevölkerten wirklich Schneewittchens Zwerge die Bühne. Das Publikum lacht und ahnt, wieviel Übung diese Nummer erfordert. Lange geübt haben auch die Gardetänzerinnen, die eine Polka aufführen, und die „Show Dancers“, die eine Beachparty mit kalifornischen Rhythmen feiern.

Die einzige Büttenrede des Abends hat es in sich. Die „Gärtnerzwillinge“ (Claudia Weiss und Markus Karger) persiflieren gekonnt Sangesgruppen wie die Hellwigs oder die Jacob Sisters. Musikalisch sind sich die beiden aber gar nicht grün. Noch bis Mitternacht wird vorgetanzt, mitgeschwoft und gesungen, wenn „Die Dreamboys“, das Herrenballett der „Schnauzer“, die Dietzenbacher Tanzgarde oder Abordnungen der Blau-Weiß-Roten Mozarthusaren auftreten. Für einen stetig hohen Karnevalspuls im Kolpinghaus ist gesorgt.

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