Fastnachtlicher Hochglanz bei der Harmonie Froschhausen

Einen Froxit wird es nicht geben

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Erfrischender Auftakt: Die „Knackfrösche“ starten musikalisch in den Galabend.

Froschhausen - „Es hat so mancher Frosch die Welt an Fastnacht auf den Kopf gestellt!“ Ein Motto, das es in sich hatte in den beiden Galasitzungen der Harmonie Froschhausen mit jeweils 23 Programmpunkten und jeder Menge Überraschungen. Von Bernhard Koch

Superhelden: die Tanzgruppe „Dance for Harmonie“.

Eine Präsentation in fastnachtlicher Hochglanzqualität, die ein „familiäres Wir“ ausstrahlte. Vorweg genommen: Das war Fastnacht pur!
Ein wirklicher Höhepunkt aus all den tänzerischen Angeboten und Vorträgen war kaum auszumachen, so viel könnte an erster Stelle genannt werden: Die Tatsache beispielsweise, dass es offenbar nur der besten Freundin von Prinzessin Marlene zu verdanken war, dass Froschhausen nicht den ersten „rosa Prinzen Steven“ erlebte, der zudem gerade mal elf Lenze zählt. Ein Kinderprinz Cedric, der es redegewandt zweifelsohne heute schon mit den „Alten“ aufnehmen könnte und das Prinzenamt für 2048 ins Visier nimmt. „Carmen und Lara“, die ihr gesangliches Debüt gaben und das Bürgerhaus rockten, oder eben jene kleinsten Narren, die förmlich sechs Stunden lang unentwegt vor der Bühne nicht nur das Programm verfolgten und bei jedem „Helau“ mit einstimmten, sondern bis aufs letzte Konfetti alles einsammelten und stolz der Fotografin zeigten.

Richtig, die „Kleinsten, die „Knackfrösche“, eröffneten sozusagen gemeinsam mit Sitzungspräsident Jürgen Kiehl gesanglich die Galasitzung, und schon da war klar: Die Froschhäuser im Saal machen aktiv mit und singen mit dem Nachwuchs (trainiert von Tanja Rückert und Silke Mahr) „Schatzi, schenk mir ein Foto“. Die Minigarde stellte ihre neuen Kostüme vor und zeigte ebenso, was sie tänzerisch drauf hat, wie die Midigarde, die an diesem Abend noch öfters gefordert war. Jenny Malsy und Nicole Niedermeier, Nadine Rizzo und Melanie Böres waren Namen, die als Gardeleitung das eine oder andere Mal zu hören waren.

Froschschule der Harmonisten: Von A wie Altweibersommer bis Z wie Zimtätärä.

Applaus dann beim Einzug des Froschhäuser Prinzenpaares Steven (Baacke) und Marlene (Holler) mit der Prinzengarde (mehr auf dieser Seite) und dem musikalischen Abgesang: „Das wird eine geile Zeit.“ 99 Luftballons“ und viele Hits mehr präsentierten die „Young & Happy Harmonists“ unter der Leitung von Johannes Wallbaum, betreut von Claudia Heeg, und fetzig sang das Klein-Krotzenburger „Korz-Lang-Fett-Quartett“ mit Frontman Gottfried „Geoff“ Frickel. Jetzt tobte die Narrhalla so richtig und freute sich auf das wohlgereimte, ausgefeilte und pointierte Protokoll von Moni Sticksel, die natürlich kein besonderes Ereignis des vergangenen Jahres ausließ: Donald Trump, der erste US-Präsident mit einem toten Hamster auf dem Kopf (oder ist’s doch die Perücke von Heino?), Erdogan (das sei lieber nicht zitiert, sonst wird sie noch eingesperrt!), deutsche Politik, Fußball, die Rettungsgasse, das lahme Internet in Froschhausen, ein besonderer Dank an die Arbeit aller Polizisten im Land oder Englands Brexit. Den Froxit, also den Austritt Froschhausens aus Seligenstadt, wird es nicht geben, „weil mer die joa fer die Bütterede brauche“.

Protokollerin Moni Sticksel: Lieber Duck als Trump.

Die erste Überraschung des Abends nahte: Bevor die Prinzengarde tanzte, stellte sich das Kinderprinzenpaar Aurelia und Cedric vom Bruderverein Liederfreund professionell vor, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und rockte sodann gemeinsam mit dem „großen Prinzenpaar“ den Bürgerhaussaal.
Als Prinzentochter stieg Kira Baacke mit ihrem grünen Pagenhut in die Bütt, den sie seit Jahren besitzt, und plauderte etwas über das Familienleben des Prinzen, der, an einem 29. Februar geboren, eigentlich erst elf Jahre alt ist. Klar, dass sich Kira eigentlich erhoffte, auserkorene Prinzessin zu sein: „Vielleicht steht mir ne Krone ganz gut und net der sch... grüne Pagenhut!“

Humba, humba, humba, tätärä ertönte als Muntermacher beim Schautanz der „Kölner Mädchen“ (Minigarde), wonach Sarah di Falco als Offebacher und Tanja Rückert als Pälzer das Zwerchfell der Narren stimulierten, das schlaffe Internet im Kaff kritisierten (www bedeutet in Froschhausen „welt-weites-warten“), das undichte Friedhofskapellendach ins Visier nahmen, die Abfuhr der gelben Säcke und das „Millionengrab Fähre“ ansprachen sowie das Backesfeld, das sich einen eigenen Bürgermeister „gebacken“ hat.

Als „Seeräuber“ kam dann unter der Leitung von Karin Stadler, Sandra Ötzel und Marlene Holler mit waghalsigen Aktionen das Männerballett der Harmonie und als Überraschung vor der Pause die Frauen mit Prinzessin-Mama an japanischen Trommeln. Perfekt. Gekonnt. Einmalig. Begeisternd. Pause.

Fotos: Galasitzung der Harmonie Froschhausen

Von A wie Altweibersommer bis Z wie Zimtätärä sollte es anschließend in der Froschschule der Harmonisten gehen, eine Schau mit viel Gesang und immer wieder Szenenapplaus, mit vielen lokalen Themen, wie es die Narren im Saal (unter ihnen zahlreiche Prinzenpaare mit Abordnungen) wünschen, und der einen oder anderen musikalischen „Spitze“ zu Politik und Lokalgeschehen. Standing Ovations. Der Saal tobt.

Das Seligenstädter Prinzenpaar Prinz Gerald und Prinzessin Tina mit Hofstaat sind gekommen, Froschhausens Prinz tanzt bei „seinem“ Liederfreund-Männerballett mit, dickes Lob für das „goldene Hochzeitspaar“ Hedi und Klaus Heeg, und selbst beim Schautanz „Gefangene und Gefängnis“ der Midigarde mit Felix Düll als „Hahn im Korb“ geht der Saal aktiv mit, da hat Laura Sticksel leichtes Spiel, in ihrem Vortrag als „beste Freundin der Prinzessin“ das eine oder andere Geheimnis auszuplaudern.

Absoluter Kracher dann „Carmen und Lara“ mit ihrer Band „Cellar Acoustics“ und einigen Hits, zwei Zugaben und noch mehr Schwung im Saal. Kaum mehr zu toppen. Nach dem Zwiegespräch von Diät-Coach Thomas Böres und Kai Sandmann und vor dem Finale noch die „Superhelden“, die Tanzgruppe „Dance for Harmonie“, und spätestens jetzt war klar: Es hat so mancher Frosch die Welt an Fastnacht auf den Kopf gestellt!“

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