63. Fastnachtsumzug fast drei Stunden unterwegs

Närrischer Catwalk auf der Straße

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Die Gruppe Rothermel war unter dem Motto „Tanz unterm Regenbogen“ unterwegs und wurden nach dem Umzug als beste Fußgruppe prämiert.

Babenhausen - Im Endspurt der fünften Jahreszeit gaben die Bawwehaiser Narren am Fastnachtsdienstag noch einmal alles. Unter strahlend blauem Himmel formierte sich der 63. Babenhäuser Fastnachtszug mit knapp 50 Zugnummern.

Sieger in der Kategorie Wagen: Die Freiwillige Feuerwehr Babenhausen als die 11. Römer-Legion.

Fast drei Stunden wogte der närrische Lindwurm durch die Gersprenzstadt. Mehrere Tausend Besucher feierten die Straßenfastnacht ausgelassen mit.
Zugmarschall Helmut Fendt hatte das Aufgebot an Fußgruppen, vier Kapellen und 14 Wagen gut durchmischt. Den Feiernden am Straßenrand bot sich eine sprichwörtlich tolle Abfolge bunt kostümierter Narren. Hier hagelte es Süßigkeiten, dort wurde Freibier aus luftiger Höhe eines Festwagens hinabgereicht, dort wirbelte Konfetti auf die Straßenfastnachter herab. Im Wettstreit um die buntesten und originellsten Kostüme suchten sich die Fußgruppen zu überbieten. Eskimos, Trolle, bunt schillernde Schmetterlinge, Einhörner und Pumuckls machten das Straßenpflaster zum närrischen „Catwalk“.

Etwas kurz kam die Botschaft der Fastnachter an die Politik. Die blieb vom Spott der Jokus-Jünger weitgehend verschont. „Last den Umzug der 11ten Legion beben, denn er gehört zum Leben“, einen Seitenhieb der „Römer“ auf die Babenhäuser Sparpolitik gab es dann doch, die Feuerwehr-Legion nahm angesichts der Kürzungen im sozialen Bereich kein Blatt vor den Mund. Das Konterfei von Angelika Merkel zierte den Märchenwagen der Gruppe Reservekanister, die mit ihrer Schneewittchen-Interpretation der Kanzlerin den Spiegel vorhielten.

Große und kleine Trolle zogen gestern ihre Aufmerksamkeit auf sich.

Ein neuer Stern am Babenhäuser Fastnachtshimmel glänzte beim Umzug noch einmal heller denn je: Das Männerballett Bawwehaiser Bembelbuuwe präsentierte seinen Showtanz auf dem Asphalt. Und vom nachfolgenden Wagen versprach ein Schriftzug: „Baywatsch die Elite, kein Mädel zieht ne Niete!“. Schlusslicht des Festumzugs war die städtische Kehrmaschine, wenig beeindruckend aber ungemein wichtig.

Im Vorjahr hatte sich die Stadt vollends aus der Finanzierung des Fastnachtsumzugs zurückgezogen. Grund war die vorläufige Haushaltsführung. Mehrere Tausend Euro musste das ohnehin finanziell gebeutelte Gremium der Babenhäuser Verein für die Straßenreinigung aufbringen. Nachdem der Umzug 2016 wegen des stürmischen Wetters abgeblasen wurde, waren nicht nur Kosten angefallen. Auch die Einnahmen der Zugplaketten, die einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Babenhäuser Fastnachtsumzugs bilden, fielen 2017 bescheidener aus – die Plaketten 2016 hatten noch Gültigkeit. In diesem Jahr förderten Spender die Bawwehaiser Fastnacht. Die Stadt übernimmt die Kosten für die Beschallung und das Schilderstellen. Und trotz des nahenden Aschermittwochs stehen die Vorzeichen um die Narretei wieder besser. So Gott Jokus will wird Zugmarschall Fendt auch in der nächsten Kampagne den dann 64. Gaudiwurm losschicken.

Narren feiern Umzug in Babenhausen: Bilder

Die originellsten Wagen und Fußgruppen wurde auch diesmal prämiert. Die närrische Fachjury wählte in der Kategorie Festwagen das Gefährt der 11. Legion (Freiwillige Feuerwehr Babenhausen) zum Sieger. Auf Platz zwei landete das Jubiläums-Gefährt der Wilden 13, die seit elf Jahren am Festumzug teilnimmt. Platz drei belegten der Baywatsch-Wagen des Männerballetts Bawwehaiser Bembelbuuwe. In der Kategorie beste Fußgruppe siegte die Kostümgruppe Rothermel (Tanz unterm Regenbogen). Platz zwei belegten die Legionäre der Freiwilligen Feuerwehr Babenhausen und Platz drei die Reiter, die als Schneewittchen und Zwerge unterwegs waren. (zah)

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