Närrisches Gipfeltreffen

Holger I. und Evelyn I.: Katholische Karnevalisten präsentieren Prinzenpaar

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Auftakt mit vielen Gästen: Neben dem Prinzenpaar, Holger I. und Evelyn I., geben sich bei Mühlheims Katholischen Karnevalisten viele Gäste die Ehre, darunter auch der Offenbacher Karnevalverein.

Mühlheim – Gipfeltreffen im Gemeindezentrum: Die Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM) haben gestern das Stadt-Prinzenpaar Holger I. und Evelyn I. sowie die Tollitäten aus den Reihen der Katholischen Jugend, Elias I. und Rosa I. , vorgestellt. Von Michael Prochnow

Die Repräsentanten sämtlicher Fastnacht treibenden Vereine aus der Umgebung gratulierten. Schampus, Blumensträuße, Rot- und Weißwein – die beiden Tischreihen vor der Bühne drohten rasch überzulaufen. Auf der Tafel der gekrönten Schüler sammelten sich Gummibärchen, Kindersekt und Nuss-Nougat-Creme in Mini-Tiegeln. Zwischen den üblichen Mitbringseln für die neuen erwachsenen Regenten der Mühlenstadt fanden sich auch Taschentücher, Aspirin, Wärme-Umschläge, Salbei- und Anti-Stress-Tee.

Der Job unter Narrenkappe und Diadem muss ein gewisses Risiko-Potenzial mit sich bringen, die erfahrenen Gäste unterschrieben ihre Wünsche für Spaß und Freude im Amt mit langen und kurzen „Helau“. Der Empfang im Saal brachte jedenfalls schon mal viel Vergnügen für die Auserwählten und ihre Mitfeiernden.

Für Musik sorgt das Blasorchester der Sport-Union.

Mit geschliffenem Reim führte Wolfgang Sterr, Post austragender Präsident der KaKaM-Sitzungen, durch den Reigen, wies erstmal auf die Renovierungen im eigenen Haus hin. Ein neuer Vorstand führt die katholischen Karnevalisten, der hat ihnen nun die Gemeinnützigkeit eines „eingetragenen Vereins“ verschafft. „Nebebei, zu guter Ende, könne’ sie uns aach ebbes spende’“, klingt der Wandel aus Sterrs Mund.

Noch schneller haben sie ihre Hausaufgaben erledigt: „E Prinzepaar, des hatte mer fix, da regierte noch lange die Sommerhitz’.“ Kein Inserat, kein Facebook oder Instagram war diesmal vonnöten, frotzelten später die Dalles Cowboys, Prinz Holger wohnt in Kirchturm-Nähe, am Rodaubach. „Gedanklich kame’ mer uff ihn, den flotte Junge, als er beim Hofsommer de Taktstock geschwunge.“ Das sei sein Steckenpferd bei der Sport-Union (SUM).

Handschlag vom Bürgermeister: Daniel Tybussek begrüßt das Kinderprinzenpaar, Rosa I. und Elias I.

Aber auch fastnachtlich ist der Mann vorbelastet. Vor genau dreimal elf Jahren trug er die Robe des Kinderprinzen, der „Babba“ war in den 60er Jahren Zeremonienmeister. „Und Opa Otto hat zur KaKaM-Fassenacht hier gesunge’ un’ Musik gemacht“, wusste der Präsident. Holger Sondergeld, im zivilen Leben Verkehrsplaner beim Rhein-Main-Verkehrsverbund, hat kaum eine Sitzung verpasst.

Doch er brauchte ja eine Prinzessin, sonst wär’s „wie ein Pfarrer ohne Kersch“. In der Garde fanden die Oberen Evelyn Mrokon, die vor elf Jahren bei den Elfen und Teufeln der DJK-Garden zu tanzen begann, zuletzt mit den Sharks vorausgegangene Tollitäten begleitete. „Beruflich hot sie sich auserseh’n, dass Bräute schön tun ausseh’n“: Wolfgang Sterr zeigte sich fasziniert vom Beruf der Lieblichkeit, die in einem Fachgeschäft für Brautmode arbeitet.

KaKaM begeistern Besucher mit toller Show: Bilder

Dann habe sie „noch einen besonderen Tick, hört das ganze Jahr Fastnachtsmusik“. Auch die Schlager vom SUM-Blasorchester auf der Bühne kribbelten der Prinzessin in den Knien. Mit ihrem Prinzen ging sie auf die Lämmerspieler Kollegen zu, sie legte mit Joey I., er mit Isi I. eine kesse Sohle aufs Parkett. Noch fester haben die Narren aller Vereine beim Empfang ihre Gemeinsamkeit untermauert.

Der Kinderprinz stammt aus den Reihen der Dietesheimer, stellten die Kolpinger erfreut fest, die junge Prinzessin war schon bei der Sonnau. Auch die Offenbacher Karnevalverein gab sich samt Herrschern die Ehre, die Babbscher gehören zu den Perlen der Fünften Jahreszeit in Müllem. Die Vereinswelt erlebt eine neue Blüte – zumindest der närrische Teil.

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