Piratensitzung der Sportfreunde

In der Eiszeit kräftig eingeheizt

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Aus dem Skiparadies melden sich die Sänger der Disharmonie – einer der vielen Höhepunkte der Piratensitzung in Hainhausen.

Hainhausen – Frieren musste niemand. Mit einer rundum gelungenen Premieresitzung haben die Freibeuter der Sportfreunde Rodgau am Samstagabend kräftig eingeheizt.

Piratenkapitän Rudi Ott und seine Crew ließen es an nichts fehlen, um die Passagiere in der voll besetzen SGH-Halle wohlbehalten und bei bester Laune durch die Eiszeit zu lotsen.

Dass ihr Motto meteorologisch so genau ins Schwarze treffen würde, hatten sie beim Planen unmöglich wissen können. Als Eisbär, Schneemann, Pinguin und Nikolaus passten Gerlinde Rücker-Lindner, Thomas Goerke, Jannik Schnorrbusch und Thorsten Schüler mit ihrer Eröffnungsnummer ebenso exakt in die Saison wie später die Showtruppe Tanz Bar mit Feuer und Eis oder die Disharmonie: Mit ihren trefflich arrangierten Liedern meldeten sich die sieben Herren diesmal aus dem Skiparadies, wo es außer schnellen Pisten und gesundem Männersport an frischer Luft natürlich auch die eine oder andere Hütte mit den üblichen Verlockungen gab – „wenn das unsere Frauen wüssten“.

Auf die Piraten-Eiszeit eingestellt hatte sich auch die Kokolores-Kompanie, die Eisheiligen in Rente geschickt und neues Personal rekrutiert: Knut den Eisbären, Väterchen Frost alias Daddy Cool und eine mäkelnde Eistüte („leck mich“) kommandierte die Kalte Sophie im Sachsen-Slang herum. Was immer die Winterfreuden zu trüben vermag – schuld ist eh die SPD.

Heiße Rhythmen zum Fastnachtsmotto „Eiszeit“: die Piratengarde der Sportfreunde.

Allen voran natürlich Andrea Nahles, die es im Zwiegespräch mit ihrem Spiegelbild zu tun bekam. Die Schönste im ganzen Land wird sie höchstens noch, wenn man die inneren Werte röntgt, aber mit der homöopathischen Kanzlerin („macht nix, aber es hilft“) kann sie es nie aufnehmen. Überhaupt erinnern die Sozis Michael Weimer und Marcel Rupp an eine „Schleckerfiliale, die einfach nicht dichtmachen will“. Der Seehofer indessen tritt vielleicht doch noch zurück, baut sich ein Baumhaus und wird zum „Hambacher Horst“. Merkel aber muss bleiben, weil Merkel wegmuss – denn „Kramp-Karrenbauer muss weg“, das hört sich einfach scheiße an.

In den sicheren lokalen Hafen steuerte das sturmerprobte Narrenschiff sein Kapitän. Bevor er das Rodgauer Prinzenpaar Holger II. und Sarah II. mit Giesemer Gefolge an Bord willkommen hieß, dachte Rudi Ott unter anderem laut darüber nach, warum es Löschwasser aus Dudenhofen braucht, wenn es am Badesee brennt, und wie Rodgau Großstadt werden will, wenn es verkehrstechnisch jetzt schon an allen Ecken klemmt. Immerhin, befand der Kommandant, halte sich intoleranter Ungeist bislang vom Städtchen fern: „Hier wird niemand gehetzt, nur drüber geschwätzt.“

Politische Erfahrung sammelt auch Max Eser, der als Student des Online-Journalismus mal schnell ein Update gab. Das Gros der Kollegen hat er im Verdacht, die AfD zu wählen, denn die sei für seinesgleichen eine Goldgrube: „Größenwahnsinnige alte Männer mit schlechtem Modegeschmack“, das bringt doch Klicks und Quote. Die Briten, hofft er, sind wie Seehofer, der dann doch nicht geht, und Donald Trump hat ihn mit seinem Shutdown verblüfft: Hierzulande gebe es nur dann Chaos, wenn alle Beamten arbeiten. Vor dem Untergang im eigenen Durcheinander bewahrte den Studiosus später sein Sixpack-Team beim improvisierten Umzug, der zum Nostalgie-Trip geriet.

Bilder: Piratensitzung in Rodgau

Ganz andere Probleme plagten Frank Eser im digitalisierten Eigenheim: Mit Alexa im Beziehungskrieg setzte der Bütten-Veteran zu später Stunde noch einmal ein Glanzlicht. Den richtigen Ton und den Nerv des bestens aufgelegten Auditoriums traf auch Frank Hochhaus, der dafür nichts weiter brauchte als das Humba-Täterä in etlichen Variationen. Kräftig Schub gegeben hatten ihm zum Start des zweiten Sitzungsteils die Guggemusiker der Druffkapell.

Auch sonst gab’s in den knapp fünf Stunden reichlich Bewegung. Dafür sorgten die Piratengarde, Solotänzerin Philine Täubner, die Flotte Tanzflotte mit einer sportlich ebenso wie choreografisch anspruchsvollen Darbietung und, hart vor dem Finale mit der Freibeuter-Band, die Männer von der Müllabfuhr. Unter der Regie von Jutta Podroschko und Nadine Dorschner verdiente sich die Truppe Taktlos die letzte, wenn auch bei Weitem nicht die einzige Rakete dieser – dem Vernehmen nach noch recht langen – Nacht. (zrk)

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