Spott für den Flussgott

Manege frei: Gelungene Sitzungspremiere der 1. SKG in Steinheim

Die jungen Bordsteinschwalben leiteten gegen Mitternacht mit ihrer Harlekin-Freak-Show das Finale der Premierensitzung im „Zirkus Karnevalli“ der 1. Steinheimer Karnevalgesellschaft in der Kulturhalle ein. Fotos: Hackendahl
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Die jungen Bordsteinschwalben leiteten gegen Mitternacht mit ihrer Harlekin-Freak-Show das Finale der Premierensitzung im „Zirkus Karnevalli“ der 1. Steinheimer Karnevalgesellschaft in der Kulturhalle ein. Fotos: Hackendahl

Der Karnevalszirkus hat in der Kulturhalle seine Zelte aufgeschlagen: Unter dem Motto „Halli Galli im Zirkus Karnevalli“ öffnete die 1. Steinheimer Karnevalgesellschaft (1. SKG) am Samstagabend die Manege zu ihrer ersten Fastnachtssitzung.

Hanau – Sascha Podlipny führte als Direktor durch den kunterbunten Zirkuszauber. Das i-Tüpfelchen bei der Gala-Premierensitzung waren einmal mehr die vielen Showtanz-Choreografien, die auch wegen einfallsreicher Kostümierungen ein echter Augenschmaus sind. Und das Männerballett stand den Auftritten der vielen Tänzerinnen aller Altersgruppen in nichts nach. Garniert wurde die mehr als vierstündige SKG-Narrenschau durch tollen Live-Gesang.

Nach einer längeren Babypause tanzte die Prinzen-Präsidentengarde erstmals seit 2012 wieder: Zur Einführung für Sitzungspräsident Sascha Podlipny, der aus einer bunten Narrenkappe sprang und auf den 70. Geburtstag der SKG hinwies. Angeführt vom Elferrat zog das Steinheimer Prinzenpaar Stephanie I. und André I. mit den Garden zum Skibidi-Tanz gemeinsam mit dem Kernstadtprinzenpaar und dem Kinderprinzenpaar aus dem Tümpelgarten auf die Bühne der Kultur-Narrhalla ein.

Mit einem herzigen Clown-Kinderschautanz eroberten die „Mini-Peanuts“ die Herzen des Auditoriums im Sturm. Protokollerin Petra Jeckel und der kleine „Till“ Natalia Talwa blickten scharfzüngig in den Narrenspiegel. Karnevalistischer Spott war dem aus Schweizer Landen stammenden hosenlosen Flussgott Main sicher. Eigentlich wäre doch ein Thermomix besser als 700-Jahre-Stadtrechtsdenkmal geeignet, meinte Till. „Wir sind längst vergessen im Hanauer Rathaus. Staanem, das goldisch’ Städtsche am Maa, sollte sich abspalten vom Zwang der Geeleriebe.“

Umjubelte Auftritte legten die „Maxi-Peanuts“ mit dem Kinderschautanz „Zirkustiere“ und die adretten „Staanemer Funken und Fünkchen“ mit ihren Gardetänzen hin. Als „Fastnachtsüberprüfungsbeamter“ glänzte Manfred Nietsch mit viel Einfallsreichtum. Wegen närrischer Saalüberhitzung drang er auf feuerfestes Konfetti und beim Schunkeln auf amtlichen Hosenabstand.

„Der alte Kämpfer“ Holger B. Vogt machte in der Bütt einen Ausflug in die Siegfried-Sagenwelt und erinnerte so an Edelfastnachter Emil Würth. Der singende Sitzungspräsident Sascha Podlipny, der zum Tanz auf der Bühne einlud, und die Steinheimer Altstadtraben rundeten einen gelungenen ersten Sitzungsteil ab.

Kein gutes Haar am geplanten Steinheim-Denkmal „Flussgott“ ließ Natalia Talwa als „Till“ (links). Als kleine Clowns eroberten die „Mini-Peanuts“ die Herzen des Publikums im Sturm.

Toll anzusehen waren die „Kessen Staanemer Mädcher“, die als heißblütige Zigeunerinnen mit mehr als einem Blick in die Hellseherkugel die Zirkusschau wieder eröffneten. Mit dem flippigen Schautanz „The greatest Showman“ rissen die „Golden Girls“ das Publikum ebenso mit wie die mit Hüftgold ausgestatteten „Seiltänzerinnen“ des Bordsteinschwalben-Männerballetts.

Das Äppelwoikönigspaar Uta I. und Lothar II. mit einem Büttenduett, das Stimmung anheizende „Vagabunden-Trio“ und die Pantomime tanzenden „Dancing Motions“ begeisterten die Narrenschar ebenso wie die tanzenden „Mama Mias“ aus dem „Cirque de Brazil“.

Das jüngere Bordsteinschwalben-Männerballett leitete gegen Mitternacht mit der furiosen „Harlekin-Freak-Show“ das Finale ein. Danach luden die „Chillys“ zum Tanz.

Blick in die Hellseherkugel: Die „Kessen Staanemer Mädcher“ als heißblütige Zigeunerinnen eröffneten den zweiten Teil des närrischen Zirkusprogramms.

Nächsten Samstag um 19.31 Uhr folgt die zweite SKG-Sitzung.

VON HOLGER HACKENDAHL

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