72. Fassenachtssitzung

Ein Hauch von Hollywood bei Katholischer Jugend Bieber

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Mit Tanzeinlagen, Sketchen und Büttenreden sorgte die Katholische Jugend Bieber für Ausgelassenheit. Das Publikum dankte es mit tosendem Applaus.

Bieber - Unter dem Motto „Hollywood“ hat die Katholische Jugend Bieber (KJB) bei ihrer diesjährigen Fastnachts-sitzung ein ebenso heiteres wie facettenreiches Programm auf die Bühne gebracht. Von Annalena Barnickel

Beim Thema Hollywood dürfen auch die Oscar-Statuen nicht fehlen.

„Bieber, ein dreifaches Hallau!“ Gut gelaunt eröffnet die Präsidentin Nina Dietermann die 72. Fassenachtssitzung der KJB. Ein hundertfaches Hallau bekommt sie als Echo.
Zu Beginn nimmt Anna Rieth mit ihrem Debüt als Protokollantin das Jahr 2017 in hessischen Reimen auf die Schippe. Hier ist nichts vor ihr sicher: Von den OB-Kandidaten bis zu Weltpolitikern – jeder kriegt sein Fett weg. Ganz im Sinne des Mottos „Hollywood“ tanzt die Gruppe Schnapsidee danach zu diversen Filmsongs. Das Publikum, eine Mischung aus männlichen Nonnen, Harry Pottern und Minions, ist begeistert. Jetzt gibt es wieder eine Büttenrede: Patrick Matziol erscheint im Messdienergewand mit einem Äppler auf der Bühne. „Ein herzliches Hallauluja!“, ruft er, der Saal prostet zurück.

Die KJBabes, bestehend aus Vicky Reichenbach, Larissa Müller und Lucy Kratky tanzen mit grün-gelben Schals und silbrig glitzernden Kleidern in den Saal. Mit umgeschriebenen Liedern heizen sie dem Publikum ein. „Ein Leben lang, werd‘ ich Biebrer sein!“, singen sie dreistimmig auf den Originalsong „Heaven“ von Bryan Adams, während die Zuschauer ihre Bieber-Schals zücken und sie wie beim Fußball mitschwenken. Als nächstes ein Sketch: Treffen sich eine Veganerin und eine Fleischfresserin. Friederike Winkler und Jessica Flegler halten ein Zwiegespräch über das gesündere Essverhalten. „Ich esse keine Eier- und Milchprodukte!“, erklärt Friederike der verblüfften Jessica. Die kann es gar nicht glauben. „Aber wie panierst du dir dein Schnitzel?“ Der Saal grölt, die Veganerin ist pikiert, kontert aber gekonnt auf Jessicas nächste Frage, woher sie die Nährstoffe aus dem Fleisch bekäme. „Nein danke, Antibiotika hol ich mir beim Arzt!“ Bei einem sind sich die beiden allerdings einig: Nichts geht über den Bieberer Kartoffelsalat.

„Diamonds are a Girl’s best friend“, sang einst Marilyn Monroe. Dieses Motto greift die Gruppe Facettenreich Formbetonte Feinschliffdiamanten auf: Als glitzernde Steine verkleidet, tanzen sie zu Diamantenliedern. In einem Sketch zeigt die KJB danach einige Filmklassiker.

Die zweite Hälfte des Abends beginnt wieder mit einer Tanz- und Gesangseinlage. Auch die Biebros haben einige bekannte Lieder auf Bieber umgedichtet. Bei der „Verdammt ich lieb dich“-Melodie reißt es die Zuschauer von ihren Stühlen – sie steigen drauf!

Die Suche nach der Liebe im Internet wird an diesem Abend zweimal aufgriffen. Zuerst die Plattform Tinder: „Wen du hässlich findest, den wischst du nach rechts, wen du geil findest, nach links!“, wird Rosie (Paulina Götz) erklärt. Die projizierten Bilder der potenziellen Männer lösen jedoch ausgelassenes Gelächter aus, sind unter ihnen doch viele bekannte Gesichter. Und nebenbei wird noch schnell die IGBiF aufs Korn genommen.

Beim nächsten Sketch ist dann Elite-Partner.de dran, die angebliche „Plattform für Akademiker und Singles mit Niveau“. Auf der Bühne klingt das so: „Hast du eine Haftpflichtversicherung? Denn du hast mir eine Beule in die Hose gemacht.“

Nein, wir sind nicht bei „Sister Act“, gelandet, auch wenn es den Anschein hat, als das Männerballett Chillige Pommels den Weg zur Bühne in Nonnenkostümen und mit Kerzen in der Hand beschreitet. Doch der ruhigen Musik folgt schnell die Party: „Hey Macarena!“

Archivbilder

Bilder: Sitzung der katholischen Jugend in Bieber

Die letzte Büttenrede hält Anton Gebhard – wieder über leidvolle Geschichten aus seinem Leben. Dieses Jahr: Familienurlaub. Grauenhaft! „Nur weil meine Mutter drei Brocken Italienisch kann, müssen wir jetzt immer nach Italien“, klagt er sein Leid. „Was soll ich da? Die Leute sind so klein, ich muss mir dort statt Schuhen Surfbretter kaufen!“

Der Abend klingt mit Reden, Ehrungen und zwei weiteren Tanznummern aus. Die Quietscheentchen tanzen zu typischer Mallorca-Musik, das 17. Bundesland Deutschlands darf eben auf keiner Party fehlen. Den Abschluss machen, wie jedes Jahr, die Parapluies. Sie werden ihrem Namen gerecht, indem sie mit Regenschirmen – so die deutsche Entsprechung des französischen Begriffs – hantieren. Als Britney Spears’ „Hit Me Baby One More Time“, umgeschrieben auf „Schwenkt eure Fahnen grün und gelb“ erklingt, gibt es kein Halten mehr: Die Menge steht auf den Stühlen, schwenkt grüne und gelbe Leuchtstäbe und singen aus vollem Halse mit. Bieber Hallau!

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