71 Platzverweise, 34 Strafverfahren und 73 Notfälle

Horrorzahlen zum Rosenmontagszug in Seligenstadt

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Traurige Realität: Ohne Videoüberwachung geht wohl nichts mehr.

Seligenstadt - Viel Lob an alle Sicherheits- und Einsatzkräfte, aber auch harte Fakten, die nachdenklich machen, prägen den alljährlichen Bericht, den die Stadt Seligenstadt zusammen mit Heimatbund, Polizei, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen im Nachgang zum Rosenmontagszug veröffentlichte.

Der Heimatbund als Veranstalter beziffert die Besucherzahl auf 35.000, die den Gaudiwurm nicht versäumen wollten. Manchmal war das närrische Treiben aus Sicht der Polizei deutlich zu bunt. Mehr 266 auffällige Besucher unterzogen die Beamten einer Personenkontrolle. Dabei war auffallend, dass bereits im Außenbereich junge Menschen im Besitz von Betäubungsmitteln aufgegriffen wurden. Während der gesamten Veranstaltung erhielten 71 gewaltbereite Personen einen Platzverweis und mussten vorzeitig die Heimreise antreten. Die Ermittler leiteten überdies 34 Strafverfahren ein. Auch von Waffenfunden war die Rede. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot an Beamten vertreten, das aus Sicht der Verantwortlichen auch erforderlich war, um die öffentliche Sicherheit aufrecht zu erhalten.

Überaus zufrieden zeigte sich Erste Stadträtin Claudia Bicherl mit dem Zusammenspiel zwischen der technischen Einsatzleitung im Feuerwehrhaus mit den Rettungsdiensten, der Polizei und dem Veranstalter im Zuge des immer umfangreicher werdenden Sicherheitskonzepts. „Es hat sich wieder einmal bewährt. Insgesamt waren mehr als 500 zumeist ehrenamtliche Helfer von DRK, DLRG, THW, Feuer-wehr, Security und Polizeibeamte im Einsatz.“ Sie erhoffe für die Zukunft weiterhin den notwendigen Respekt für das Engagement und die Arbeit der Helfer und Ordnungskräfte, ohne deren Einsatz der Rosenmontagszug nicht stattfinden könne.

Unter der Leitung zweier Ärzten der Asklepios-Klinik versorgte ein gut eingespieltes Team 43 Personen in der zentralen ambulanten Behandlungsstelle im Foyer des Riesensaals. Die insgesamt 73 Notfälle reichten von einfachen Verletzungen wie Schnitt- und Platzwunden bis zu Kreislaufversagen durch unkontrollierten Alkoholgenuss oder Drogenkonsum. Die meisten konnten im Laufe des Nachmittags wieder entlassen oder bei Jugendlichen in die Obhut ihrer Eltern gegeben werden. 13 Patienten mussten zur weiteren medizinischen Versorgung in die Asklepios-Klinik und in weitere umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden.

Rosenmontagszug 2018 in Seligenstadt: Bilder

Die Asklepios-Klinik selbst meldete am Montagabend, dass sich weitere elf Besu-cher des Umzuges wegen medizinischer Hilfe direkt an die Klinik gewandt hatten. Das Suchthilfezentrum Wildhof war mit Sozialarbeitern vor Ort, um mit alkoholisierten Jugendlichen Aufklärungsgespräche zu führen.

Auch im Feuerwehrhaus waren zwei Notärzte stationiert, die bei neun Einsätzen im Bereich des Zuges Hilfe leisteten. Am Zugweg waren Helfer der Rettungsdienste verteilt, die kleinere Blessuren direkt vor Ort versorgten. Durch das Glasverbot blieb die Zahl der eingesammelten Glasflaschen und Scherben im erträglichen Rahmen. Bereits an den Einlassstellen wurde mit entsprechenden Kontrollen das Mitbringen von Glasflaschen unterbunden. Viele Zugbesucher hatten im Vorfeld auf das Glasverbot reagiert und ihre Getränke in Plastikflaschen umgefüllt. (mho)

Rosenmontagszug 2018 in Seligenstadt: Teil 2 der Bilder

Bilder (Teil 3): Rosenmontag in Seligenstadt

Bilder (Teil 4): Narren ziehen durch Seligenstadt

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