Aus Liebe zu Offenbach

Natalie und Klaus Eiserloh sind das neue Prinzenpaar von Lederanien

Auch im wahren Leben ein Paar: Natalie und Klaus Eiserloh sind seit 18 Jahren verheiratet und herrschen nun als „Natalie I. und Klaus VII. von Lederanien“ über die Offenbacher Narrenschar. 
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Auch im wahren Leben ein Paar: Natalie und Klaus Eiserloh sind seit 18 Jahren verheiratet und herrschen nun als „Natalie I. und Klaus VII. von Lederanien“ über die Offenbacher Narrenschar. 

Das „Hallau“ geht ihnen schon leicht über die Lippen und eine gereimte Karnevalsrede ist für beide auch kein Problem, wie sie gestern bei ihrer Vorstellung durch den Offenbacher Karnevalsverein (OKV) bewiesen haben: Natalie und Klaus Eiserloh sind die närrischen Hoheiten der aktuellen Kampagne. 

Offenbach - Als „Natalie I. und Klaus VII. von Lederanien“ leiten sie durch die tollen Tage.

Auch wenn sie gebürtige Hanauer und in Hungen wohnhaft sind, in Offenbach verbringt das Paar viel Zeit: Ob beim Weihnachtsmarkt, der Offenbacher Woche oder anderen Stadtfesten, die Schausteller sind mit ihrem Mandelstand, dem Bratwurstgrill oder Fahrgeschäften seit vielen Jahren in der Stadt vertreten.

Da OKV-Vorsitzender Klaus Kohlweyer viele der Märkte organisiert, gab es ohnehin Berührungspunkte zwischen Schaustellern und Karneval. Schon kurz nach Ende der letzten Kampagne sei man miteinander ins Gespräch gekommen und habe sich rasch geeinigt. „Bei so einem Angebot mussten wir nicht lange überlegen: Natürlich machen wir das“, sagen beide.

Karneval in Offenbach für das Prinzenpaar eine "Herzensangelegenheit"

Der Offenbacher Karneval ist beiden bekannt, schließlich sind sie seit Jahren Gäste des „Feuerwerks der guten Laune“, der großen Show des OKV in der Stadthalle. „Außerdem wollte ich schon immer einmal im Leben so ein tolles Kleid tragen dürfen“, sagt die Prinzessin mit einem Augenzwinkern.

„Wir haben uns gesagt, wenn wir das mal machen, dann nur für Offenbach“, sagt der 41-Jährige, „das ist für uns eine echte Herzensangelegenheit. Schließlich seien sie gern in der Stadt, über Jahre seien durch die Märkte viele Freundschaften entstanden, und so könnten beide der Stadt etwas zurückgeben.

Ihren Prinzen kennt Natalie Eiserloh schon von klein auf, sie waren nämlich Nachbarn. „Als Teenager wusste ich: Der und kein anderer muss es sein“, sagt sie, seit 18 Jahren sind beide verheiratet und wie ihre Eltern als Schausteller tätig.

Um als Prinzenpaar zur Verfügung zu stehen, verzichtet Familie Eiserloh sogar auf ihren Urlaub. „Normalerweise sind Januar und Februar die Monate, in denen wir mit unseren Söhnen Urlaub machen können“, sagt die 39-Jährige. Denn von März bis Oktober sind sie mit ihrem Autoscooter auf Festen unterwegs, danach beginnt die Zeit der Herbst- und Weihnachtsmärkte. Von der Aussicht, dieses Mal weniger Zeit mit den Eltern als gewöhnlich verbringen zu können, seien ihre beiden Jungs anfangs wenig angetan gewesen. „Aber als wir sagten, dass sie mitmachen dürfen, im Kostüm auch beim Umzug dabei sein werden, haben wir ihr Okay bekommen.“

Prinzenpaar von Offenbach vor Karneval mit engem Terminkalender

Noch sind die Eiserlohs mit ihrem Mandel- und Imbissstand auf dem Hochheimer Markt anzutreffen, zur Kampagneneröffnung in Offenbach haben sie ihre ohnehin knapp bemessene Freizeit nochmals eingeschränkt. „Ich habe meine Rede zur Eröffnung die letzten Tage immer wieder geübt, auch am Stand“, sagt Prinz Klaus VII. und lacht. Bevor sie auf dem Offenbacher Weihnachtsmarkt vertreten sind, haben sie noch ein Fest in Schlüchtern zu absolvieren. Beim Weihnachtsmarkt werden beide mit den Ständen wieder vertreten sein, Einschränkungen des Karnevals wegen werde es nicht geben. „Wir haben gute Freunde, die uns unterstützen und so können wir dann direkt vom Weihnachtsmarkt zu einem Karnevalstermin gehen“, sagt er. Auch seine Prinzessin ist sich sicher: „Das bekommen wir hin – Prinzenpaar ist man schließlich nur einmal.“

Dass sie in der diesjährigen Kampagne durch den geplanten großen Umzug durch die Offenbacher Innenstadt mehr im Rampenlicht stehen werden als manche ihrer Vorgänger, schreckt beide nicht. Im Gegenteil, beide seien stolz, Offenbach vertreten zu dürfen. „Schon meine Eltern hatten jahrelang einen Stand hier auf dem Weihnachtsmarkt, da passt es, dass ich nun Prinzessin bin.“

VON FRANK SOMMER

Im Vorjahr hat die erste Langener Karneval-Gesellschaft die Saison am Altstadtmarkt eröffnet.

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