KKCO-Sitzung

Kirchenchor macht Theater

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Selbst mit leeren Gläsern mehr als lustig: die „Pretty Wummens“.

Obertshausen - Der Katholische Kirchenchor Obertshausen macht Theater. In der fünften Jahreszeit ist das nicht nur erlaubt, es weist auch auf ein buntes Fastnachtsspektakel hin.

Klar, eine Kirchenchor-Fastnacht ist auch gesanglich erstrebenswert.

Die KKCO-Fassenacht stieg am Samstag unter dem Motto „Theater, Film und Kabarett“ im Pfarrsaal der Gemeinde St. Thomas Morus. Auch bei so traditionsreichen Gruppierungen wie dem katholischen Chor ändern sich die Zeiten. So führte jetzt ein Trauerredner durchs Narrenprogramm. Spaß beiseite – Manfred Schmutzer ist Versicherungsagent und sitzt in der Stadtverordnetenversammlung, die Obertshausener kennen ihn noch als Kaplan. Banker und Bandleader Uwe Zahn, bisher Conferencier der Sause, sorgte mit Ehefrau Gitti für den guten Klang im Saal. Und einige treue Mäzene für besonders flotte Stimmung.

Ein Markenzeichen des KKCO-Karnevals sind seit einigen Jahren auch die lautstarken musikalischen Gäste. Gleich nach dem Start zog „The Sound of Frankfurt“ in den Saal, ein durchdringendes Blasorchester in Uniform, mit Schärpen und französischem Hut mit Feder drauf. Die starke Truppe interpretierte bekannte Melodien mit viel Gebläse und Schlagwerk, ähnlich begeisterte die Guggemusik der Icebreaker von der Offenbacher Stadtgarde.

Die erfüllte den Raum außer mit kräftigem Klang mit auffälligen Kostümen. Leiter Stefan Wolf und seine Musiker standen nicht nur auf der Bühne, auch Stühle und Tische mussten herhalten, da blieb kein Gast auf seinem Platz. Dazu präsentierten sie das Prinzenpaar Lederaniens, Horst II. und Dagmar I.

Etwas dezenter hatten die Gastgeber die Eröffnung gestaltet, mit Solisten und Chorgesang wiesen sie mit Tüll, Glitzer und Federboas auf ihr Motto hin. Später „klopfte“ sich das Damen-Oktett „Pretty Wummens“ aus dem Chor „ein Bier herbei“: Rhythmisch klatschten und schlugen sie Plastikbecher auf den Garniturtisch.

Die KKCO-Fastnacht in Bildern

Lokalmatador Gerhard Abt erzählte als „Fernsehfan“ von Eskapaden mit 116 Programmen. Selbst den Gottesdienst feiert er nun vor der Mattscheibe, schilderte er lautstark und gestikulierend. Gelassener und auch ohne Reim beschrieb Siggi Müller ihren „Ärger am Flaschenautomaten“. Sie regte sich dafür über lahme „Alte-Hut-Fahrer“ und alte Bekannte mit blöden Fragen im Supermarkt auf. Und: „Ist nicht jeder von uns schon einmal an der Flaschenrückgabe gescheitert?“ Breite Zustimmung im Saal.

Die Babbscher entsandten natürlich ihre Regenten, Lederbaron Frank I. und Comtesse Claudia I., das durchschlagende Männerballett, das mit Boxhandschuhen und Trampolin trainiert, die „gestressten Väter“ Oliver Murmann und Michael Möser und eines seiner Top-Tanz-Duos, Pia Dijkman und Kira Frickel. (m)

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