70 Gruppen dabei

Lämmerspiels Fastnachtsdienstagszug: Küsschen und Kamelle

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An Karneval hat man vieles im und manches auf dem Kopf. Das reicht vom Fliegenpilz über das Politikum Feuerwehrhaus-Sanierung bis zur Fußball-WM und dem von den Vereinsschönheiten betanzten neuen LCV-Narrenschiff.

Mühlheim - Lämmerspieler Wetter? Falls es sowas gibt, ließ es gestern einen ganzen Stadtteil strahlen! Rund 70 Gruppen bildeten den Fastnachtszug, den Tausende Zuschauer säumten, auch aus den Nachbarorten. Von Michael Prochnow 

Bei Sonnenschein leuchten die herrlichen Kostüme der Vereine freilich noch viel schöner. Beim letzten Höhepunkt der Fastnacht sind zahlreiche Nummern noch einmal zu bestaunen, die schon in Mühlheim, Steinheim oder Klein-Auheim zu sehen waren. In der familiären Atmosphäre zwischen Mühlheimer Straße und Offenbacher Weg kennt man sich, immer wieder gibt’s Küsschen und Kamelle für ganz spezielle Zuschauer auf den Bürgersteigen.

Es sind aber auch Gruppen dabei, die es nur in Lämmerspiel gibt. Die Mühl-Hausener Künstlergruppe zum Beispiel, die als wilder Hühner-Haufen im flatternden Federkleid bunte Eier verteilte. Aktive der Turngemeinde wanderten als riesige Glückspilze Helau rufend über die Strecke – die haben heute sicher eine Genickstarre vom schweren Pilzkopf! Die Kicker der TSV-Mannschaften rotteten sich immer wieder zusammen, verfluchten lautstark ihre Gegner. Die „Alten Herren“ steckten Trump in den „Soma-Knast“, schwarze „Sheriffs“ ließen sich von Knastbrüdern tragen.

Hinter Kolping-Kappen und Dallas Cowboys strahlten noch einmal Ritas „Sonnen“, die TGD-Turnerfrauen feierten auch gestern ihre 50. Zugteilnahme. Als Zwerge, Hirsche, Mäuse und Strohköppe staunten die Kleinen der Kita Schlesierstraße über die große Aufmerksamkeit, die ihnen entgegenschlug. Eine der größten Abordnungen waren einmal mehr die Obertshausener „Babbscher“.

Bestes Wetter bei Lämmerspieler Fastnachtsumzug: Bilder

Aus der Nachbarstadt marschierten die Kickers als Harlekins; Waldschüler mit Perücken in den Farben der Nationen wiesen mit einem breiten Transparent darauf hin, dass ohne Fans bei der WM „gar nix los“ wäre. Einer der originellsten Auftritte gelang dem Kirchenchor in Gelb-Weiß: Klaus Roth verwandelte seinen Elektro-Rollstuhl in ein Papa-Mobil. Drei Hobbyfußballer des HFC Alkohol wankten als verarmtes Dreigestirn durch den Ort, der OFC-Fan- und Funclub wies in Lebensretter-Westen und mit einer Biertheke darauf hin, dass die Elf „niemals untergehen“ werde.

„Löschteufel“ und Einsatzabteilung klagten mit einem Feuerwehrhäuschen im Schlepptau auf die einstige Verschiebung der Sanierung. Noch schlechter muss es den Teenagern von der Eugen-Kaiser-Schule in Hanau gehen, die als Skelette mitliefen. Deutlich vergnügter flatterten die Schellennarren als Paradiesvögel – monatelanges Nähen und das Zimmern eines „goldenen“ Käfigs wurden immer wieder mit Beifall gewürdigt. Den gefeierten Schweif des Lindwurms füllen stets die Gastgeber mit Garden auf Cabrios und Schuhsolen, aber auch mit den blauhaarigen Ladykrachern und einem mitreißenden Prinzenpaar.

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