„LCV förmlich eintätowiert“

Lämmerspieler Carneval-Verein inthronisiert Stefanie II. und Christian I.

„Silberne“ und „Goldene Flammen“ hat LCV-Vorsitzende Sandra Frey (rechts) beim Auftakt überreicht. 
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„Silberne“ und „Goldene Flammen“ hat LCV-Vorsitzende Sandra Frey (rechts) beim Auftakt überreicht.

Kommen wirklich alle nur zum Startschuss der Kampagne, um zu erfahren, wen der Lämmerspieler Carneval-Verein (LCV) zu seinem neuen Prinzenpaar erkor? Sicher nicht, schließlich stehen auch Ehrungen, Rudel-Sing-Sang und Polonaise auf dem Plan.

Mühlheim – Als sich der Vorhang lüftet und Christian I. und Stefanie II. ihr Kabuff verlassen, steigert sich die gute Stimmung zur Begeisterung.

Fastnacht in protestantischen Gefilden wie Braunschweig, Bremen oder Bitterfeld, das wirkt doch eher angestrengt. Zum katholischen Lämmerspiel passt der Karneval wie angegossen. Zudem muss sich der LCV nicht überlegen, wo er feiern kann. Am Offenbacher Weg steht das eigene Vereinsheim.

Durch den Abend moderiert Sitzungspräsident Alex Franz, der einmal manchen durchatmen lässt, „niemand muss jetzt eilig auf die Toilette, es gibt jetzt keine Schunkelrunde“. Nicht jeder hakt sich immer begeistert bei dem unter, der zufällig daneben sitzt. Stattdessen verkündet Franz einen kleinen Rudel-Sing-Sang. An der Wand erscheint der Text von einem Udo-Jürgens-Hit. „Griechischer Wein“ trällern die rund 150 Besucher mit.

Mühlheim: „Goldene Flamme“ für Stephanie Straub

Die Vorsitzende Sandra Frey spricht einige Ehrungen aus. Die „Silberne Flamme“ und erst recht nicht die Goldene bekommt niemand, nur weil er einmal das Vereinsheim durchfegte. „Er muss sich lange für den LCV engagiert haben“, erläutert Frey. So wie Jürgen Schlender, „der Mann im Hintergrund“, der in der Küche etwa die Knödel knetet oder die Champignons putzt. Schlender gehört seit zwölf Jahren dazu.

Zumindest gefühlt ihr ganzes Leben verbrachte Stephanie Straub im Klub. „Du hast ,LCV’ förmlich eintätowiert“, konstatiert Frey, die der Trainerin der Gardetänzerinnen die „Goldene Flamme“ überreicht.

Essenzen fürs Gemüt bekommen Martin Pohl und Christian Klein gereicht, die sich dem Initiationsritus des LCV für „Neuelfer“ unterziehen. Im Publikum kommentieren Gudrun Frey, Seniorenkreisvorsitzende von St. Lucia, und Bernd Schwerzel, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Lämmerspiel, den Vorgang fast unisono, „da wird einem schon vom Zuschauen schlecht“. Cola im Zusammenspiel mit Asbach, Jack Daniel’s und Bacardi hintereinander zu kippen, flankiert von je einem Glas Sekt und Bier, da wäre mancher froh, ein stilles Örtchen in der Nähe zu wissen. Die beiden halten sich aber auch eine Viertelstunde später wacker auf den Beinen. Am schwersten sei ihm das Bier gefallen, resümiert Christian Klein, „das schmeckt mir nicht sonderlich“. Als „Die Motivierten“ treten Jasmin Rubin und Sandra Häberlein auf, die mit den Pfunden kämpfen und die Raupe auf dem Weg zum Schmetterling beneiden, „fressen, schlafen, fressen schlafen – schön“. Wer nun aber dachte, er sei drum herum gekommen, den belehrt Alex Franz eines Besseren. Der Sitzungspräsident ruft doch noch die Schunkelrunde aus und die Polonaise.

Mühlheim: Prinzenpaar verlässt sein Kabuff

Per Videobotschaft grüßt Joseph Cerda, der als Joey I. zusammen mit Isabell Bormann als Isi I. im vergangenen Jahr das Prinzenpaar gab. Der Amerikaner Cerda hält sich beruflich gerade in den USA auf und verspricht, im Februar wieder zu kommen. Bis dahin verabschiedet sich Joey mit „ick bin ein Lämmerspieler“. Die hochschwangere Isi I. muss als Prinzessin abdanken.

Und dann passiert, „weshalb ihr doch alle gekommen seid“. Der Vorhang geht auf, das neue Prinzenpaar verlässt sein Kabuff und steigt auf die Bühne. Der Saal tobt natürlich. Christian Spahn und Stefanie Keller geben von jetzt an den Christian I. und die Stefanie II – was wieder einmal für die Integrationsbereitschaft der Lämmerspieler spricht. Denn Spahn folgte im vergangenen Jahr Wolfgang Kramwinkel als Sitzungspräsident der Dietesheimer Kolpingelfer.

VON STEFAN MANGOLD

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