Großer Kappenabend der Feuerwehr

Zur Belohnung Urlaub in Offenbach

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Närrisches Treiben beim Kappenabend der Feuerwehr: Bürgermeister Daniel Tybussek (rechts) verleiht Hans-Josef Haus den Schlüsselorden. Die Lausbuben (Foto rechts) treten während „Bauer sucht Frau“ in Hühnerkostümen auf.

Mühlheim – Eigentlich soll der Vortrag von Rolf Horcher ja über Piercings gehen. Alle fragten ihn stets, „Du bist doch so stark tätowiert. Wäre Piercing da nicht was für dich?“ Sicher. Von Stefan Mangold

Aber der in die Jahre gekommene Rocker schweift ab, berichtet von Traumata der Kindheit, von Krankenschwestern jenseits aller Männerfantasien, die ihre speziellen Methoden haben, stockenden Harnfluss in Schwung zu versetzen.

Den ersten Schoppen überreicht Sitzungspräsident Andreas Sattler Barbara Bohn und Hans-Josef Haus, die den Kappenabend der Mühlheimer Feuerwehr in der Halle der Sport-Union eröffnet hatten. Haus darf sich später noch mal freuen, denn extra für ihn schaut Bürgermeister Daniel Tybussek vorbei, der dem Mann mit dem Schlüsselorden die höchste karnevalistische Auszeichnung der Stadt verleiht.

Auch das Prinzenpaar mit Evelyn I. und Holger I. zeigt Präsenz, genauso wie das Kinderprinzenpaar mit Rosa I. und Elias I. Im Publikum sitzt Gudrun Monat, nicht nur die Erste Stadträtin Mühlheims, sondern als Dezernentin auch zuständig für die Feuerwehren.

Kein Kappenabend ohne Gardetanz. Mit „Herzbeben“ von Helene Fischer aus den Boxen erscheinen die topp-trainierten jungen Frauen der DJK, die sich „Teufel“ nennen. Ein paar Nummern später setzen die „Sharks“ der DJK mit ihrem Modern Dance choreografische Akzente. Das gilt später auch für die „Flying Starz“ des MKV. Die Katholischen Karnevalisten sind ohnehin eng mit den Narren der Feuerwehr verbunden. Das MKV-Männerballett beweist das außerdem. Vor deren Auftritt zeigt „113 die Mädchenwehr“ ihr Spiel mit den Flammen.

Die Tuschs, um die Pointen zu markieren, kommen beim Kappenabend niemals vom Band. Wie immer musiziert das Blasorchester der Sport-Union Mühlheim (SUM), intoniert auch überraschende Melodien zur Fastnacht. Da erklingen etwa ein paar Takte von Kurt Weil aus der Dreigroschenoper „und der Haifisch, der hat Zähne...“

Und der SUM-Kapellmeister Hartmut Broschart sinniert in seiner Rolle als „Wirt vom TybusEck“ über die männlichen Unbilden des Alters: „Wenn ich morgens an mir herunterschaue, ist das noch eine Erektion oder schon Leichenstarre?“

Von solchen existenziellen Fragen sind Christian Spahn, Benny Laukart, Micha Piecuch und Melanie Lauffenburger vom „A-Team“ altersmäßig noch weit entfernt. Zu der Truppe, die seit 17 Jahren gesanglich das letzte Jahr resümiert, gehört auch Nils Wildegans, der es jedoch aus beruflichen Gründen erst gegen Ende des Abends packt, auf die Bühne zu steigen.

Auf die Jungs mit Dame freut sich der voll besetzte Saal immer besonders, auf den Pfiff, mit dem sie etwa „Über sieben Brücken mußt du geh’n“ von Karat umdichten, um den teils als stockend empfundenen Verkehr auf der einspurigen Offenbacher Straße zu beschreiben, „siebe‘ Stunde wart‘ ich schon hier, weil der Paketdienst und der Bus die Gass‘ blockiert“.

Bilder: Narren strömen zum Großen Kappenabend der Mühlheimer Feuerwehr

Zur Feuerwehr gehören auch die Lausbuben, die die RTL-Show „Bauer sucht Frau“ nachstellen. Auf dem Land herrschen anscheinend keine rigiden Besitzansprüche. Als ein Landwirt den anderen aufklärt, „da vorne bumst deine Alte mit einem anderen Kerl auf deinem Acker“, erwidert der Angesprochene: „Nein, das ist nicht mein Acker.“

Ute Kraus-Jung erzählt in ihrer Rolle als XXL-Modell von Tücken der Diäten und Folgen ihrer Schwangerschaften. Das Resümee: „Eines wurd‘ mir klar bei der Sache: Aus ‘nem Ackergaul kannst Du kei’ Rennpferd mache.“

Beim Reisequiz fragt Bernd Hatzebruch den Kandidaten Andreas Leonhardt, welche Konstruktion auf dem Bild zu sehen sei. „Der Eiffelturm“ kommt als Antwort. Und wenn es schon um die französische Hauptstadt geht, darf die Ableitung eines Witzes nicht fehlen: „Was sieht man bei Regen vom Turm? – Feuchte Pariser.“ Als Belohnung gewinnt der Kandidat einen Urlaub in Offenbach.

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