Tanz, Musik und Seitenhiebe

Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr erneut großer Erfolg

Beste Stimmung im Publikum und auf der Bühne: Die kostümierten Besucher beim Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr feiern die Darbietungen – unter anderem die „Lausbuben“, deren Auftritt im Zeichen der Sesamstraße steht.
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Beste Stimmung im Publikum und auf der Bühne: Die kostümierten Besucher beim Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr feiern die Darbietungen – unter anderem die „Lausbuben“, deren Auftritt im Zeichen der Sesamstraße steht.

Die Hütte ist voll, die Stimmung prächtig. Wie immer geht es am Samstag auf dem Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim im Vereinsheim der Sport-Union jugendlich keck zu Sache. Durchs Programm führt Andreas Sattler, der Vorsitzende des Mühlheimer Karneval-Vereins.

Mühlheim – Die Freiwilligen Feuerwehrleute, das sind jene, die sich morgens um drei aus dem Bett piepsen lassen, um andere aus dem Unfallauto zu schneiden oder aus der brennenden Wohnung zu tragen. Mia I., die zusammen mit Oliver I. das Prinzenpaar der Katholischen Jugend Mühlheim (KJM) bildet, erzählt von den Großeltern, denen die Feuerwehr vor zwanzig Jahren das Zuhause löschte. Christian Spahn, der stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwart, erwähnt in seinem engagiert vorgetragenen Jahresprotokoll die Idioten, die Rettungskräfte beschimpfen und bedrohen. Spahn schlägt nach dem Schweizer Modell eine pekuniäre Sanktion für jene vor, die Rettungsgassen blockieren, „zwei Monatsgehälter sind dann weg“. Außerdem stellt er sich auf die Seite von Hartmut Ziebs. Der trat vor kurzem als Vorsitzender des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) zurück. Intern war er wegen seiner Teilnahme am Christopher Street Day und seiner Warnung vor den rechtsnationalen Tendenzen in der AfD in die Kritik geraten.

„Die Fähr‘ is kaputt, uh, uh, uh“, heißt es in einem der Lieder, die das „M-Team“ der Freiwilligen Feuerwehr zum Besten gibt. Fotos: Mangold

Einen doch eher aus der Mode geratenen Altherrenhumor reanimiert Hartmut Broschat in seinem Vortrag als Wirt vom Tybbus-Eck: „Was haben Frauen und die Fähre gemeinsam? Mann darf sie nicht an der langen Leine lassen.“ Ansonsten dirigiert Broschat das Blasorchester der Sport-Union, das stets hellwach auf die Geschehnisse im Saal reagiert.

Für Daniel Tybussek kann man nur hoffen, dass die Oma seiner Kinder Person und Rolle präzise unterscheidet. Ansonsten wäre es besser, sie erfährt nichts davon, dass der Bürgermeister sie in seinen Vortrag einbaut. Als der selbst ernannte „Urlaubsspezialist“ auf der Fahrt in die Ferien einmal brüllt, „fahr zur Hölle, du Scheiß-Navi“, findet sich der Wagen zwanzig Minuten später vor einer vertrauten Immobilie wieder, „vor dem Haus der Schwiegermutter“.

Später steigt noch Sohn Jonas Tybussek mit Florian Eitel als die „Sonnau-Buben“ auf die Bühne, ebenso wie Rolf Horcher als „Seppel Schlapp“, gefolgt vom MKV-Männerballett „Lucky Irish“. Von Amts wegen agiert Daniel Tybussek dann auch noch. Der Bürgermeister verleiht Stefan Hatzebruch, Mitglied im Elferrat und im Wehrausschuss, den „Schlüsselorden“, mit dem die Stadt besonders engagierte Karnevalisten ehrt. Tanz mit Beinen, die bis zur Decke fliegen, geben die Shaks-Frauen von der Gardetanz-Prinenzengarde der DJK zum Besten. In die Welt der Schlager entführt „113 – Die Mädchenwehr“. 

© Mangold

Den Abend hatten die „Tatüta Tiger“ von der Kinderfeuerwehr vor den Smartphones ihrer Mütter mit ihrem Schautanz eröffnet. Die „Lausbuben“ erinnern mit ihrer Show an das Jubiläum „50 Jahre Sesamstraße“, selbstverständlich mit Ernie und Bert, dem Oskar in der Tonne und Graf Zahl.

Für die besondere Note des Kappenabends der Feuerwehr sorgt seit jeher das „M-Team“, das sympathische Sextett aus fünf Männern und Melanie Laufenberger, die einzige Frau der Mannschaft. Natürlich verarbeitet die Gesangstruppe auch Mühlheims Lieblingsposse des letzten Jahres. Zur Melodie von „You’re the One That I Want“ trällert die Truppe auf bestem Hessisch „Die Fähr‘ is kaputt, uh, uh, uh“.

VON STEFAN MANGOLD

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