Nach dem Auflagen-Aus für die Handballer-Legende kehrt die Partyfastnacht ins Bürgerhaus zurück

Wibralla statt Sumhalla

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Die „Sumhalla“ der SUM-Handballer, hier ein Archivfoto, war immer nach nur wenigen Wimpernschlägen ausverkauft. Für die „Wibralla“ der Sonnau ist das auch zu wünschen. 

Mühlheim - Die Mühlheimer bekommen wieder eine große Party am Fastnachtssamstag. Von Marcus Reinsch 

Nachdem Auflagen des Kreises der legendären „Sumhalla“ der Sport-Union letztes Jahr den Garaus gemacht hatten, treten Sonnau-Karnevalisten an, um mit der „Wibralla“-Fete in der Willy-Brandt-Halle die Lücke zu schließen. Es gibt Dinge, die würden sich einfach nicht auf einen Nenner bringen lassen mit dem Selbstverständnis einer Fastnachtshochburg wie Mühlheim. Ein jungfräulicher Veranstaltungskalender an einem Fastnachtssamstag gehört definitiv dazu. Ein tröstlicher Gedanke also, dass es nicht soweit kommt. Nicht nochmal.

Denn nachdem Auflagen des Kreises Offenbach in der vergangenen Kampagne der legendären „Sumhalla“ in den gemütlichen vier Wänden der Sport-Union an der Friedensstraße den Todesstoß versetzt hatten, sorgen Sonnau-Karnevalisten für potenziellen Ersatz: Mühlheims erste „Wibralla“-Party tritt am 10. Februar in der Willy-Brandt-Halle mit der Hoffnung an, irgendwann wie ihre Handballer-Keimzelle als karnevalistisches Heiligtum zu gelten. Der Vorverkauf läuft schonmal ziemlich gut; wer noch dabei sein will, eilt sich besser.

Im Grunde ist es eine Rückkehr der Partyfastnacht ins Bürgerhaus. Dort tobten schon in den Achtzigern der „Mittwochsrummel“ des Dietesheimer Sängerkranzes und später „Muzuhaba“, eine ebenfalls weit über das Städtchen hinaus begehrte Gemeinschaftsfete unter Regie des Blasorchesters und der Handballer der SUM. Doch es kam eine Zeit, in der große Veranstaltungen ausstarben wie einst die Dinosaurier.

Nachfolger im Kalender war dann, nun ohne den Musikzug und in der kleineren Sport-Union-Halle, die „Sumhalla“. Die lief gut. So gut, dass der Verein vor einigen Jahren eine Ü30-Party draus machte. Damit, erinnert sich die SUM-Handball-Abteilungsleiterin Stephanie Haus, waren auch weniger schöne Nebenwirkungen der immer ruckzuck ausverkauften Party wie gefälschte Eintrittskarten und in ihrem Übermut über die Stränge schlagende Jugendliche passé.

Vergangenes Jahr kam dann allerdings eine Hürde, die der Sportverein nicht überspringen konnte. Der Kreis Offenbach formulierte besagte Auflagen, im weitesten Sinne waren es Brandschutzauflagen. „Wir haben dagesessen und gedacht: Das ist ein schlechter Scherz. Wir hätten nur noch 200 Leute reinlassen dürfen.“ Konsequenz: „Wir mussten es kurzfristig absagen.“

Dass nun – in Absprache mit der Sport-Union – die in den vergangenen Jahren runderneuerte Karnevalsgesellschaft Sonnau übernimmt, mit ihrer wortwitzigen Namensgebung „Wibralla“ an die Handballer-Legende anknüpft und auch die mehrere Jahre in der „Sumhalla“ wirkenden Ex-Luxor-DJs Uli und Erik verpflichtet, findet Stephanie Haus gut. „An Faschingssamstag war ja auch sonst nichts mehr. Letztes Jahr haben wir im Umkreis geguckt, aber nichts gefunden, bei dem wir gesagt hätten: Ach ja...!“

In diesem Jahr werden die SUM-Handballer am 10. Februar in der Willy-Brandt-Halle zu finden sein. Stephan Mündelein, der über viele Kontakte in der Region verfügt und für Gastgeber Sonnau schon manches auf die Beine gestellt hat, wirbt: „Endlich haben Partybegeisterte wieder am Fastnachtssamstag die Möglichkeit, in Mühlheim zu feiern.“ Auch „Wibralla“ wird dabei bewusst nichts für Blutjunge. Sie steht zwar nicht erst Gästen ab 30 Jahren offen, doch weniger als 25 Jahre dürfen es nicht sein. Mündelein: „Wir weisen darauf hin, dass am Eingang eine Security entsprechende Alterskontrollen durchführt. Wer jünger als 25 ist, erhält an der Abendkasse sein Geld zurück – Einlass gibt es aber keinen.“

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Versprochen ist „ein toller Abend. Auch weil Lichteffekte und ein umfassendes Getränkeangebot in der Halle für Party- und Wohlfühlatmosphäre sorgen werden.“ Essen gebe es im Foyer. Und auf Gäste mit ausgefallenen Kostümen warte eine Überraschung.

Einlass ist um 19.11 Uhr, los geht es um 20.11 Uhr. Karten sind im Vorverkauf für 12 Euro zu haben und an der Abendkasse für 14 Euro. Vorverkaufstellen: Weinstube Chalet (Offenbacher Straße 95), Kiosk Uli Eich (Offenbacher Straße 8), Kiosk Yilmaz (Bischof-Ketteler-Straße 15), Verwaltung der Willy-Brandt-Halle (Dietesheimer Straße 90).

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