Erster Stadtrat leistet nur kurz Gegenwehr

Narren erobern das Rathaus

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Den Rathausschlüssel und die Stadtkasse haben die CVB-Tollitäten, Prinzessin Marie I. und Prinz Christoph I., mit Erfolg von Ersten Stadtrat Reinhard Rupprecht (Mitte) beim Rathaussturm eingefordert.

Babenhausen – Wie es die närrische Tradition verlangt, haben die Babenhäuser Fastnachter mit Spottreden, Schunkelrunden und Gesang am Samstag die Obrigkeit verjagt und die Stadtkasse und den Rathausschlüssel erobert. Die neuen CVB-Tollitäten, Prinzessin Marie I. aus dem Hause Malingriaux und Prinz Christoph I. aus dem Hause Pöschl, haben das Rathaus, flankiert von ihren Truppen und dem feierfreudigen Volk gestürmt. Von Petra Grimm

Gemeinsam mit ihren beiden Paginnen Annica und Alicia Blümler, den Tanzgarden und dem Komitee marschierte das Prinzenpaar, angeführt von CVB-Präsident Klaus Fengel und Hofmarschall Roland Keil, auf dem Marktplatz auf. Unterstützung für das revolutionäre Treiben kam vor allem aus der Fastnachtshochburg Langstadt, unter anderem in Form des gut gelaunten TSV-Elferrats und der Kindergarde.

An Stelle des erkrankten Bürgermeisters bemühte sich Erster Stadtrat Reinhard Rupprecht, die Stellung zu halten und verteidigte das Rathaus mit einigen Bonbons, die er aus dem Fenster im ersten Stock in die Menge feuerte. Verletzt wurde durch die süßen Wurfgeschosse niemand und abgehalten haben sie die aufständischen Narren auch nicht.

Die Prinzengarde heizte dem närrischen Volk auf dem Marktplatzpflaster kräftig ein.

Ein schwungvoller Tanz der Prinzengarde auf dem Marktplatzpflaster heizte die Stimmung weiter an. Dann wurde es ernst. Ein dreifach donnerndes Helau für Babenhausen und seine Stadtteile ließ den Rathausbau erzittern. Die Tänzerinnen richteten ihre Gewehre mit Blumen im Lauf auf die Rathaustür und Prinz Christoph I. forderte gut gelaunt: „Rückt den Schlüssel endlich raus, sonst gehn bei euch die Lichter aus. Von den Garden werden die Gewehre angelegt, schießt auf alles, was sich in diesem Haus bewegt.“

Da gab Rupprecht auf, obwohl es in diesem Jahr sogar eine etwas besser gefüllte Stadtkasse zu verteidigen galt: „Ich muss dieses Rathaus beschützen vor Krach und Tumult. Geht was zu Bruch, hab ich wieder Schuld. So strecke ich die Waffen vor eurer Übermacht. Ihr habt gewonnen, ihr Regenten der Bawwehäuser Fassenacht.“ Der verbale Schlagabtausch, ebenso wie die Vorstellungsreden der neuen Regenten waren wieder aus der Feder von Hofmarschall Keil geflossen, der seit vielen Jahren das wichtige Amt des Redenschreibers beim CVB meistert.

Rupprecht überreichte den närrischen Revolutionären auf der Rathaustreppe sogar noch Geschenke. CVB-Präsident Fengel, ebenso wie die anderen Fastnachter, freute sich mit Blick auf die entspanntere, finanzielle Lage der Stadt, „dass endlich mal wieder eine gefüllte Schatulle“ erobert werden konnte.

Rathaussturm in Babenhausen: Bilder

Und vor allem Helmut Fendt, CVB-Komiteemitglied, Vorsitzender des Vereinsgremiums und Zugmarschall des Babenhäuser Fastnachtsumzugs, der in den vergangenen Jahren alle Mühe hatte, ohne Unterstützung der Stadt den närrischen Lindwurm in Bewegung zu setzten, ist wohl eine große Last von den Schultern gefallen: „In diesem Jahr bekommen wir wieder Unterstützung durch den Bauhof beim Reinigen nach dem Zug und auch das Stellen der Schilder und die Beschallung werden von der Stadt bezahlt“, freut er sich: „Wir können in diesem Jahr als Vereinsgremium die Zugteilnehmer auch wieder mit Wurfmaterial unterstützen“, so Fendt, der alle Gruppen, die sich für den Fastnachtsumzug noch nicht angemeldet haben, auffordert, dies rasch nachzuholen: info@ gremium-babenhausen.de.

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