Redner gleich als toller Doppelimport

34. „Narrisch Singstunn“ begeisterte im Bürgerhaus

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Stürmischen Beifall heimsten die Marionetten aus Jügesheim ein.

Dudenhofen - Wer was zu meckern hat, tut gut daran, dabei zu singen. Dann kann aus der Beschwerde jene Art närrisch-uriger Unterhaltung werden, für die Dudenhofen seine Laternchesänger liebt.

Einmal mehr setzten die Goldkehlen mit den Lederschürzen am Samstag im voll besetzten Bürgerhaus das Glanzlicht bei der „Narrisch Singstunn“, die zum 34. Mal über die Bühne ging – immer noch im bewährten Dreigespann aus Männerchor, Frauenchor und Musikverein.
Es gab ja auch genug, was Dirigent Hans Kaspar Scharf und sein Narrenchor den Politikern im fernen Berlin wie im nahen Rathaus unter die Nasen reiben konnten. Den Vorzug vorm Berliner Trauerspiel bekommt das Fußballdrama, das zurzeit die Eintracht schreibt. Ein paar Lieder im Fan-Outfit ist der erste Platz, den man so gerne hätte, schon wert. Überzeugend vorgetragen, nicht zuletzt dank der beiden Solisten Rudolf Vogl (Tenor) und Horst Schermutzki (Bass).

Die Eintracht mal ganz oben? Einen Fußballtraum träumten die Laternchesänger in der „Narrisch Singstunn“.

Wie die Zukunft der Dudenhöfer Sängerfastnacht aussehen kann, führten die „Söhne Rodgaus“ mit selbst erdachten A-cappella-Songs vor. Mit wachen Blicken hatte sich das jugendliche Quintett der Rodgauer Sportfreunde bei Astro-TV und auf Kommerz-Kanälen umgeschaut. An sich selbst arbeiten wollten auch die gewichtigen Damen vom Frauenchor: Tausendmal gewogen, tausendmal entsetzt – bis zur Traumfigur bleibt noch ein weiter Weg. Und dabei wollten sie doch niemals auseinandergehen.

Charly Engert deckte in seiner Paraderolle als „de Bodo“ sein Publikum mit einer Kanonade aus Sprüchen und Kalauern ein. Ralf Knöpp, ein ganz Großer in der Dudenhöfer Bütt, hatte sich mit Musikmeister Rainer Fenchel in der Wolle. Den „Freibiergesichtern“ ebenbürtig zeigte sich Fastnachts-Urgestein Irene Resch. Aus dem ehrgeizigen Tanzmariechen vom Vorjahr war eine „Abee-Mick“ geworden, die sich an Lachtränen laben durfte. Als Glücksgriff erwies sich zum Einstieg in die Reihe der Redner ein Doppel-Import aus Großauheim: Sie sucht einen Hund, er eine Frau – wenn beide auf die gleiche Zeitungsanzeige anspringen, kann es beim Date nur „Dorschenanner“ geben. Diana Riedl und Andreas Degenhard inszenierten eine Verwechslungskomödie.

„Narrisch Singstunn“ in Dudenhofen: Fotos

Mitgebracht hatte das Duo die Prinzengarde der Großauheimer Karnevalsgesellschaft mit einem Bilderbogen aus den 1920er Jahren. Einen schmissigen Gardetanz lieferten die „Blue Blizzards“ aus Obertshausen ab. Ihrer Zeit um Monate voraus war die Truppe von Sandra Dauth: Für die Herren des Männerchor-Balletts hatte der Sommer schon begonnen.

Als die gemischte Formation Cantiamo den Saal mit vielstimmigem Wohlklang in Bewegung brachte, schunkelten auch die Biene Maja und ihr Willi mit. Zweimal meisterten die Moderatoren Bettina Klein und Stefan Gröpl den Aufstieg mit Bravour: Vor der Pause warteten auf dem Stimmungsgipfel die Guggemusiker von der Druffkapell, zum Finale drehten die Mit-Gastgeber vom Musikverein auf. Einmal mehr überzeugte Rainer Fenchels Truppe nicht nur als Sitzungskapelle, sondern war selbst Programmhöhepunkt. (zrk)

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