Bunte Farbtupfer gesetzt

Nasskalte Witterung kann dem Lumpenmontagszug nichts anhaben

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Die Schwellköppe dürfen beim Lumpenmontagsumzug natürlich nicht fehlen. Jugendliche haben diese Aufgabe übernommen. 

„Hauptsache, es gibt keinen Sturm. Der Regen ist nicht so schlimm. “ Schon vor Beginn des gestrigen Lumpenmontagszugs zeigt sich Gunnar Schleifer im Organisationswagen ganz entspannt. 

Neu-Isenburg – Die traditionelle Linsensuppenausgabe am Vormittag in der Fußgängerzone hat gut geklappt – und im Gegensatz zum Vorjahr, als der Zug sturmbedingt abgesagt werden musste, steht dem Höhepunkt der Iseborjer Fastnacht nichts im Wege. Nach und nach finden sich die Akteure der 56 Nummern an ihren Aufstellungsorten in der Carl-Ulrich-Straße ein. Gegen die nasskalte Witterung hilft bei schwungvoller Musik schon mal Bewegung.

„Es war ein tolles Erlebnis und eine wunderbare Kampagne. Ich möchte keinen Tag missen, auch wenn heute früh schon um 4.45 Uhr der Wecker geklingelt hat“, sagt Prinzessin Beate I., kurz bevor sie mit Prinz Hans-Joachim II. den königlich ausstaffierten Wagen besteigt. „Die Kampagne könnte ruhig noch etwas länger dauern. Das Engagement in Neu-Isenburg ist schon beeindruckend“, ergänzt der Prinz.

Auch viele Zuschauer entlang der Wegstrecke überraschen mit schönen Kostümen. Diese Daisy zieht viele Blicke auf sich.

Auch wenn er es abstreitet, ist bei Oberlump Markus Letz Wehmut dabei, schließlich ist es sein letzter Umzug in dieser Funktion. „Heute ist noch gar nicht an Abschied zu denken, das kommt erst morgen“, versichert er.

Ein Stück weiter kann Dieter Milkau, der Schwellkoppmanager, zufrieden sein. So ist es gelungen, Freiwillige für das Tragen der Schwell- und Kartoffelköppe zu finden. „Es sind vor allem Mädchen. Sie freuen sich auf die Herausforderung“, berichtet er. „Es ist schon einengend und ungewohnt. Aber das klappt schon“, meint eine der Trägerinnen.

Um die Ecke in der Frankfurter Straße fiebern bereits zahlreiche Besucher, etliche in Kostümen, dem Start entgegen. Vor allem junge Bonbonjäger haben sich mit Taschen und anderen Behältnissen in Stellung gebracht. Das laute Knallen der Kanone der Schützengesellschaft lässt erst einmal alle kurz zusammenzucken. Doch damit setzt sich der närrische Lindwurm pünktlich um 14.11 Uhr in Gang, bestehend aus Hexen, Lumpen, Schwellköppen, den Karnevalsvereinen mit vielen Mitgliedern, der Dino-Kindereisenbahn und anderen Vereinen.

Letztmals als Oberlump ist Markus Letz (rechts) dabei. Das Foto zeigt ihn mit Watz Uwe Fräger.

 Zu Gast sind auch die vier Karnevalvereine der Nachbarstadt Dreieich samt Prinzenpaar Astrid I. und Björn I. Zu den Hinguckern zählen beispielsweise der Rollsportverein auf Rollen sowie die bunt kostümierten Gruppen der Kita St. Franziskus oder des Kinderzirkus Wannabe. Letztere beeindruckt mit Einrädern und Stelzen. Sehenswert ist auch das Racingcar mit seinem abhebenden Vorderteil.

Besondere Akzente setzen natürlich die Kapellen, sieben sorgen für den richtigen Ton beim Lumpenmontagszug. Das sind die Rittberger Blasmusik, die Pitschedappler, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehren Götzenhain-Offenhal, der Musikverein Kleinwallstadt, der Musikzug Dornau, der Musikzug Amorbach und die Fränkischen Rebläuse Bürgstadt. Nach dem abschließenden Wagen des Senats des Lumpenmontags sind Mitarbeiter des DLB gleich mit dem Aufräumen beschäftigt. Und die Besucher zieht es zu den zahlreichen Partys in der ganzen Stadt.

Für den Anstich der Linsensuppe in der Fußgängerzone sorgen Bürgermeister Herbert Hunkel und Linsensuppenmarschall Roland Klammes.

Eine Überraschung wartet noch auf den scheidenden Oberlump. Zum Abschluss an der Friedrichstraße/Hugenottenallee wird er von den Karnevalisten gebührend gefeiert. Da kommen ihm doch die Tränen.

Am späten Nachmittag kommt die Nachricht, dass nach dem Vorfall in Volkmarsen alle Umzüge abgebrochen wurden. Der Neu-Isenburger ist da schon beendet.

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