Neue und runderneuerte Motive

180 Wagenbauer im Einsatz: Vorjahresabsage hallt nach

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Bis zu 180 Wagebauer arbeiten seit Wochen an den letzten Details.

Die Verantwortlichen des Seligenstädter Heimbunds fiebern dem Rosenmontag 2020 in ganz besonderem Maße entgegen und hoffen inständig, dass in diesem Jahr wieder ein fröhlicher Gaudiwurm unbeschadet durchs Städtchen ziehen kann.

Seligenstadt –  Aus gutem Grund: Heimatbundchef Richard Biegel und sein Team haben schmerzliche Erinnerung an die witterungsbedingte Absage im vergangenen Jahr. „Sturmböen mit Hagelschauern zeigten aber im Nachhinein, das wir mit unserer Entscheidung den Zug aus Sicherheitsgründen abzusagen richtig handelten“, bekräftigt Biegel.

Alle Wagen blieben in der Heimatbundhalle und wurden „konserviert“, um sie dieses Jahr den Rosenmontagsbesuchern zu zeigen. Lediglich drei von 18 Wagen mit seinerzeit aktuellen Themen aus der Politik sind von den Wagenbauern neu gestaltet worden. Die restlichen werden upgedatet, denn der Materialaufwand für die Motivwagen ist doch recht umfangreich. Zum Beispiel sind rund 6 000 Meter Rundeisen, 1 000 Meter Vierkantrohre, 50 Kilo Schweißelektroden, drei Kilometer Kanthölzer, 1,5 Tonnen Farben und 50 Kilo Kleister, zwei Tonnen Zeitungen und Stoffe, 250 Meter Sackleinen, rund 800 Quadratmeter Hartfaser- und Spanplatten sowie fünf Kubikmeter Styropor in den Kreationen verbaut. Beteiligt waren bis zu 180 Wagenbauer. In der jüngeren Geschichte der Fastnacht gab es drei Absagen für den Rosenmontagszug in der Einhardstadt. „Der Ausfall des Zuges 2019 hat unser Finanzbudget nur bedingt entlastet. Die Aufwendungen für die Sicherheitsmaßnahmen sind enorm und müssen mit Eigenmitteln gestemmt werden. Allein für die Security beträgt der Aufwand rund 40  000 Euro. Heißt: Wir bauchen die Einnahmen von mindestens 5 000 zahlenden Besuchern aus dem Verkauf von Zugplaketten“, sagt Biegel. Die Motivwagen werden von den Gruppen seit jeher ehrenamtlich gebaut. „Wenn das Wetter am Rosenmontag nicht mitspielt, ist das für Aktive wie Zuschauer eine Katastrophe“, sagt Biegel.

VON ARMIN WRONSKI

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