Ein Hauch von Hollywood 

Elf Babbscher feiern ihren Kappenabend mit Musik, Tanz und Büttenreden

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Die „Rodaupiraten“ tanzten verkleidet als Schweine und Frösche auf der Bühne im Bürgerhaus.

Wer kann Wiederholungen schöner verpacken als die „Elf Babbscher“? Die meisten Auftritte ihres Kappenabends sind von der Gala-Prunksitzung bekannt.

Obertshausen – Aber die Karnevalisten verleihen dem Bürgerhaus einen Hauch von Hollywood und steigern die Emotionen bis zu Feuerwerk-Finale kontinuierlich.

Ein riesiges Banner bedeckt die Front des Kleinkunstsaals, von Scheinwerfern zusätzlich hervorgehoben. Auch im Foyer prangt überall die Narrenfahne mit der Babbscher-Kappe. Im Saal haben sie das Podest ein wenig erhöht, darauf weist Conférencier Sebastian Leinweber auf eine Änderung hin. Damit auch jene Zuschauer, denen ein Platz weiter hinten zugelost wurde, das Programm des Kappenabends bequem verfolgen können.

Geblieben ist die Loge der Tollitäten. Die Gastgeber haben die Bürgerhaus-Bühne in einen Balkon vor der Kulisse von „Babbdad“ und „1011 Nächte“ verwandelt, bewirten ihre Besucher fürstlich. So versammeln sich diesmal neben Zugmarschallin, Ritter und Prinzenpaare aus der Mühlenstadt auch Herrscher aus Hanau und der Aacher Schnooke aus Nidderau. Die Kinderprinzenpaare von Burgilla, Offenbach-Bürgel, und Tümpelgarten in der Brüder-Grimm-Stadt dürfen unter dem Jubel der Untertanen ihre Verse vortragen.

Ein weiterer Unterschied zur Prunksitzung besteht in den ausgedehnten Pausen. Die gehören der Coverband „Doctor Blond“, die zwischen den Aufführungsblöcken mit Gassenhauern zum Tanz auffordert. Apropos Tanz: Die „Blue Butterflys“ zeigen in neuen Sportkostümen eine schnelle Choreografie zu rockigen Rhythmen. Die „Blue Magic Kids“ und die „Blue Diamonds“ gefallen ebenfalls zu flotten Takten, die „Häuser Gretchen“ verkörpern mit Lichterbändern über Sommer-Kleidchen neben den vier Jahreszeiten auch die fünfte. „Das Rudel“ beäugt in Cowboy-Ausstattung „Pocahontas“ alias Tanztalent, Närrinnen-Schwarm und Ex-Baron Chris Meyer. Als Schweine und Frösche treffen sich die „Rodaupiraten“, das Männerballet der Babbscher. Auf gesteigertem Niveau bewegen sich die „Blue Blizzards“ mit ihrem Showtanz „Aladdin“: Hohes Schritttempo, schnelle Bildwechsel, synchron gestellte Figuren und atemberaubende Akrobatik bilden eine harmonische Einheit im Gewand der „bezaubernden Jeannie“.

Die gleiche Verkleidung hat Protokoller Michael Schmitt als orientalische Erzählerin „Sheharazade“ gewählt. „Traue keinem Politiker, auch nicht den Roten“, warnt er und amüsiert sich über die Plakate zur Bürgermeisterwahl, die der Sturm in seinen Garten geweht habe. „Das erste Mal im Leben trauer’ ich einem Winter hinterher“. Die Plakat-Auswahl reiche von „Manni – christlich-demokratisch-langweilig“ über „unseren Rudi“ mit einem Motiv „der Grünen aus den 80er-Jahren“ bis „Manu“, dem der Text ins Gesicht laufe.

Zu den raren Bütten-Künstlern zählen „Olli und Mösi“, Vorstandsmitglied Oliver Murmann und Erster Stadtrat Michael Möser als siamesischer Scheich-Zwilling. Wen sollen sie kaufen, OFC oder Eintracht? Als Veganer fallen die Frankfurter weg, „die ham en halbes Hähnche’ uff de’ Fahn’“, und „Fleisch ist mein Gemüse!“. „Und Erbse’ dein Gehirn“, lautet die Reaktion. Wenn der „Wolf“, Wolf Baesecke, Schlager schmettert, steigt die Stimmung – und das Publikum auf die Stühle! Das schaffen auch die verstärkten „Node-Babbscher“ und zum Finale ihre Vorbilder, Stefan Wolf und seine knallbunten „Icebreakers“ von der Stadtgarde Offenbach.

VON MICHAEL PROCHNOW

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