Heiterkeit lautet die Devise

„Die Elf Babbscher“ krönen Lederbaron und Comtesse beim Kampagnen-Start

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Lederbaron Thorsten I. und Comtesse Alexandra I. (Mitte) übernahmen Kappe und Krone von ihren Vorgängern Matthias I. und Jutta I. (im Hintergrund). Die Kinder im Vordergrund halten die Insignien, den Babbscher-Michel und einen Vogel Strauß.

Im 11. Jahr seines Bestehens feiert der Obertshäuser Karnevalverein „Die Elf Babbscher“ mit seinen neuen Regenten „1011 Nächte“. Die erste stieg am Samstagabend mit der Vereidigung von Lederbaron und Comtesse, von Hofmarschallen und Seneschallen.

Obertshausen - Fastnachter aus Offenbach, Mühlheim und Hanau huldigten Thorsten I. und Alexandra I. beim Freiluftempfang im Biergarten der TGS-Waldschänke.

Emir des Karnevals, Efendi programmierbarer Logik, Derwisch der Wölfe, Kalif der harten Töne und Pascha von den drei Aischen ist der komplette Titel des Lederbarons. Alkuntisa der Fische, Aljamal Alhamis der zwei Höcker, Alsahira allashabia, Hüterin der alexandrinischen Bibliothek und mokkaliebende Kadin Efendi lautet der ihre – eine Herausforderung für Babbscher-Sprachrohr Sebastian Leinweber und jeden Gratulanten.

Das Ehepaar im schweren, dunkelblauen Zwirn mit Stickereien und Schulterschnüren erhielt Kappe und Krone von Matthias I. und Jutta I.. Wie die Pauls sind auch ihre Nachfolger ein Ehepaar.

Die Heils nahmen auch den Babbscher-Michel entgegen, die Figur mit Lederkrone aus der Spitze eines Klebstoff-Topfes der alten Babbscher-Betriebe. „Der Babb sorgt für Zusammenhalt“, verkündete Vereinsvorsitzender Andreas Murmann. Der Michel halte „gegen den Alltagsjammer den Narrenhammer“, der zu „närrischer Schlagfertigkeit“ befähige. Mit der goldenen Ahle „sticheln Sie die Obrigkeit mit närrischer Spitzfindigkeit“, stellte der Schürzenträger ein weiteres Werkzeug aus den Babbscher-Werkstätten vor. „Wir sind bereit!“, bekräftigten Thorsten und Alexandra, „Babbscher zu sein mit den Herzen“. Dazu erhielten sie noch den aktuellen Orden der Karnevalisten.

Baron und Comtesse bedankten sich für die Ehre und gaben als Devise „Heiterkeit“ aus. Anschließend wurde der Hofstaat an der Fahne vereidigt. Die sechs Närrinnen und Narren seien „sturmerprobt“, warb Murmann. Sie haben die Aufgabe, Verpflegung und Getränke zu reichen, mit den Tollitäten „zu feiern, bis die Nacht verschwindet, zu küssen, wenn sich jemand findet“ – und auf Michel und Strauß zu achten, denn die Insignien müssen, einmal entführt, teuer ausgelöst werden.

Heizstrahler wärmten die Gäste beim Freiluftempfang der Babbscher.

Ex-Baron Matthias wurde mit einer farbenfrohen Lederschürze zum Zugmarschall gekürt, Jutta ist nun Seneschall, Inhaberin des höchsten Amts am Hofe. Musikalisch begleitete den Festakt ein Zusammenschluss aus Nodebabbschern, TGS-Blasorchester und weiteren Instrumentalisten unter Leitung der ehemaligen Comtesse Eulalia.

Gleich am kommenden Samstag führen die Elf Babscher einen närrischen Lindwurm durch Hausen, um das Rathaus zu erobern. Die Jubiläums-Prunksitzung steigt am 25. Januar in der Mehrzweckhalle, die Kappenabende folgen am 14. und 15. Februar im Bürgerhaus an der Tempelhofer Straße. Dorthin laden die Narren auch erstmals zu einer Kinderfastnacht ein, die am Sonntag, 16. Februar, gefeiert wird.

VON MICHAEL PROCHNOW

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