Prinzenpaar ist närrischen Trubel gewöhnt

Die Kampagne kann kommen

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Sie sind als Familie eine verschworene Gemeinschaft und auch in der Fassenacht ein starkes Team: Prinzessin Sarah II. Sohn Yannis, Tochter Cora und Prinzgemahl Holger II. Differenz aus der Jügesheimer Hintergasse. Dort feilen die Tollitäten nicht nur an ihren Reden, sondern der Prinz baut obendrein einen Motivwagen für den Umzug.

Rodgau – Die Kampagne kommt in Rodgau zwar erst am Wochenende richtig in Schwung. Das Prinzenpaar steckt aber schon seit Tagen dicke im Fastnachtstrubel. Von Bernhard Pelka

Erste Orden haben Sarah II. und Holger II. Differenz schon vergangenen Samstag bei der Sitzung der Eiskalten Brüder in Mainz-Gonsenheim während des Pausenempfangs bekommen – quasi zum Warmlaufen. Auch steht bereits das Konzept für manche Rede, die von den Tollitäten in den nächsten Wochen bei diversen Terminen zu halten sein wird.
Überhaupt sind Prinz, Prinzessin und die Kinder Cora (14) und Yannis (8) schon ganz auf Fastnacht eingestellt. Sogar in den eigenen vier Wänden. Im Wohnzimmer des Prinzenpalais an der Jügesheimer Hintergasse liegen auf der Coach Kissen, die bezogen sind mit Stoff in den Giesemer Fastnachtsfarben. Cora und ihre Uroma haben sie genäht. Auch Sohnemann Yannis brachte sich in die Dekoration des Zimmers gestalterisch ein und füllte Sektgläser mit Steinchen – ebenfalls in den Fastnachtsfarben.

Die ganze Familie ist schon immer vom Fastnachtsvirus infiziert und bringt sich in diverse Gruppen des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins ein: Marionetten, Hippers, Jugendorchester Prösterchen – um nur einige zu nennen. Entsprechend schwierig war es für Prinz und Prinzessin, geheim zu halten, dass die Wahl der Prinzenspäher auf sie gefallen war. Schon im April vergangenen Jahres kam der Anruf von Sitzungspräsident Peter Otto. „Da waren wir noch gar nicht so richtig raus aus der alten Kampagne“, erinnert sich Holger II. an die große Überraschung und Freude.

Bis September weihten der Prinz und seine Prinzessin nicht mal die Kinder ein. Die lüfteten das große Geheimnis dann allerdings selbst, als Mama und Papa zu einem Fototermin aus dem Haus mussten und verdächtige Utensilien dabei hatten: zum Beispiel einen Fastnachtsschal.

Es war der Fototermin, an dem das Bild fürs traditionelle Prinzenrätsel entstand. Innerfamiliär war die Sache damit raus. Nach außen drang auch danach freilich noch kein Sterbenswörtchen. „Für Freunde und die Schule haben wir uns Ausreden überlegt“, erzählt Cora mit spitzbübischem Lächeln.

In Fastnachtskreisen wurde nach Veröffentlichung des Rätselfotos natürlich eifrig spekuliert – bis letztlich die Tanzgruppe der Prinzessin, die Marionetten, den Braten gerochen hat. „Sie sind bei uns samt Gugi und Gugisheimern eingefallen“, schwärmt die Prinzessin von der Spontanfeier mit Konfetti, Sekt und viel Tamtam. Zwei Tage später schlug dann die ganze Fastnachtsabteilung samt dem Prinzlichen Orchester für Staatsbesuche (PROST) in der Hintergasse auf. Der Empfang war zugleich die Geburtstagsparty des Prinzen – und es wurde sehr spät.

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Zwischen all diesen Ereignissen und dem ganzen Trubel hat Ihre Hoheit Sarah II. an der Frankfurter Uni noch schnell ihre Doktorarbeit verteidigt. Der Titel: „Lungenfunktion, bronchiale Reizempfindlichkeit und Lebensqualität bei Patienten mit Stimmbandfehlfunktion.“ Zur Erklärung: Die 32-Jährige hat sich der Medizin verschrieben und hilft als Ärztin Patienten in der Notaufnahme des Universitätsklinikums Gießen und Marburg.

Auch der 34 Jahre junge Prinz hilft Menschen – wenn auch auf ganz andere Weise. Als Fachprojektleiter Elektrik hält er für Kunden die Lackierroboter der Eisenmann LacTec GmbH in Schuss und baut neue Anlagen auf.

Für die heiße Phase der Kampagne nehmen sich die Tollitäten Urlaub. Kein Wunder: Bis Aschermittwoch haben sie 24 Termine vor sich: Mitfeiern bei Sitzungen, Staatsbesuche bei anderen Vereinen, in Seniorenheimen, Bürgerhäusern und Kitas. Überdies baut Prinz Holger II. nebenbei noch zusammen mit einer Gruppe Fassenachter einen Motivwagen, der den Giesemer Umzug bereichern soll.

Auf den freuen sich die närrischen Herrscher übrigens ganz besonders. Auch werden sie es lieben, eine Sitzung mal nicht als Programmpunkt zu erleben, sondern aus der Perspektive eines entspannten und gefeierten Herrscherpaars. „Rede halten, zurücklehnen – und genießen“ wird ihr Motto sein. Na dann: Viel Spaß und Hellau!

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