Faschingsbörse der Kita St. Sebastian

Riesenansturm aufs Narrenkostüm

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15 Prozent des Erlöses und eine Startgebühr gehen an die Kita St. Sebastian, die von dem Geld neue Spielsachen für ihre Kinder zulegt.

Eppertshausen - Zugunsten ihrer Kinder verkauft die Kita St. Sebastian am Sonntag zum nunmehr 19. Mal diverse Fastnachtskostüme und Accessoires für die närrische Jahreszeit. Von Lars Herd

Einen Overheadprojektor, eine Hot-Wheels-Bahn, Malsachen, eine Kinderküche – das sind nur ein paar der Dinge, die die Kita St. Sebastian in Eppertshausen vom Erlös ihrer Faschingsbörse in den vergangenen Jahren für ihre in sieben Gruppen aufgeteilten fast 130 Kinder angeschafft haben. Rund 1000 der 1700 angebotenen Kostüme wurden an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht. In diesem Jahr werden es wohl etwas weniger, mit etwa 1200 Kostümen rechnet Steffi Schultheiß, Mitglied des Organisationsteams. „Aufgrund der Ferien ist der Termin dieses Mal etwas ungünstig“, erklärt sie, „viele sind noch im Urlaub.“

Obwohl die Börse erst um 11 Uhr öffnet – Schluss ist um 14 Uhr –, stehen die Besucher schon eine Stunde vorher vor der verschlossenen Bürgerhalle. „Wenn wir die Türen öffnen, gibt es kein Halten mehr“, lacht Schultheiß, „unglaublich, wie die Leute hier in die Halle stürmen.“ Um den Massenandrang – im vergangenen Jahr haben die Verantwortlichen rund 600 Besucher gezählt – zu bewältigen, sind übers ganze Wochenende 60 bis 70 Helfer im Einsatz. Vom Aufbau über das Sortieren und die Dienste am Verkaufstag bis hin zum Abbau erstrecken sich die Arbeitseinsätze. Einen kleinen Vorteil haben die Freiwilligen aber auch, sie dürfen schon ab 10 Uhr zum Shoppen in die Halle. Aufgeteilt sind die Kostüme in die sechs Kategorien Kinder, Damen, Herren, Gruppen, Universal und Accessoires, erzählt Karsten Hertel aus dem Orga-Team, hauptsächlich für die Kasse verantwortlich.

Die Kostüme kommen derweil von Privatpersonen. Die bringen sie am Samstag in die Bürgerhalle, wo sie dann vorsortiert werden. Eine Startgebühr von vier Euro pro zehn Kostümen (maximal zwölf Euro) und 15 Prozent des Verkaufserlöses gehen an die Kita, den Rest erhält der Verkäufer. Vom erwirtschafteten Geld – im Vorjahr waren es über 2 600 Euro – geht ein bestimmter Prozentsatz in den Samariterfond, mit dem unter anderem Ausflüge finanziert werden. Der Rest wird gleichmäßig an die sieben Gruppen aufgeteilt, in denen sich die Kinder verschiedene Spielsachen wünschen dürfen, die von dem Geld angeschafft werden.

Unter den Verkäufern sind auch einige von weiter weg, wie Hertel verrät: „Sie kommen teilweise aus Aschaffenburg, von hinter Darmstadt oder aus Offenbach hier her.“ Auch die Käufer selbst haben teils weite Anfahrten hinter sich. „Einmal hatten wir eine Familie aus Würzburg hier, die im Radio von unserer Faschings-Börse gehört hat. Leider sind sie aber erst um 14.15 Uhr angekommen und waren dann zu spät“, erzählt er schmunzelnd.

Die Idee für eine Faschings-Börse kam den Verantwortlichen der Kita vor knapp 19 Jahren. „Wir haben damals überlegt, wie wir etwas Gutes für die Kinder tun können und Kleiderbasare gibt es schließlich schon genug“, blickt Gerlinde Ries-Schemainda, Leiterin der Kita, zurück. Vor allem freut sie sich über den immer weiter wachsenden Zuspruch. „Angefangen haben wir mit nur zwei oder drei Ständen, sind dann immer hintendran geblieben und haben uns stetig vergrößert. Zuletzt haben wir ja über 1700 Kostüme angeboten.“ Auch deren Qualität sei immer besser geworden.

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Doch auch die immer professioneller werdende Organisation stimmt Ries-Schemainda positiv. „Obwohl die Teams immer wechseln, weil meist ja nur die Eltern mitorganisieren, deren Kinder hier sind, läuft es von Jahr zu Jahr besser.“ Nichtsdestotrotz freut sie sich immer wieder über neue Helfer – und sei es nur, um beim Auf- oder Abbau zu helfen. Unterstützt wird die Aktion dabei auch von örtlichen Geschäften, so liefert beispielsweise ein Schuhgeschäft die Kleiderständer selbst an.

Im Foyer der Bürgerhalle gibt es am Sonntag für die Besucher auch Snacks, Kuchen und Getränke, die Vorschulkinder backen Waffeln und für die Kleinen werden Kinderschminken und Basteln angeboten.

Wer noch einen Kuchen spenden oder Kostüme verkaufen möchte, meldet sich bis Freitagabend bei Steffi Schultheiß, faschingsbörse@hotmail.de, 06071/606510.

Los geht’s am Sonntag um 11 Uhr in der Bürgerhalle, Waldstraße 19. Um 14 Uhr ist Verkaufsschluss und die Halle wird geräumt und geschlossen.

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