Prinzenpaar setzt auf Spaß und einfache Mittel

Alexander I. und Lena sind bodenständige Tollitäten

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Lena Freudenberger und Alexander Zöller setzen weniger auf Prunk und bevorzugen einfache Mittel.

Schlumberland – Es war eine Parole, die an jenem Abend ausgegeben wurde, als sich das Seligenstädter Prinzenpaar Alexander und Lena zum Redaktionsgespräch mit unserer Zeitung traf. „Wir wollen eine bodenständige Fastnacht. Von Bernhard Koch 

Fastnacht muss Spaß machen!“, signalisierten die närrischen Regenten des Schlumberlandes. Mit einfachen Mitteln, ohne viel Zusatzausgaben und Schnörkel, auch mit selbst gefertigten Kostümen wollen Alexander Zöller und Lena Freudenberger ein Zeichen setzen.

Der Wunsch, einmal Prinz zu sein, war für Alex zwar immer mal im Hinterkopf vorhanden, aber irgendwie wollte er es erst mal nicht wahrhaben, dass die „Prinzensucher des Heimatbunds“ ihn im Herbst ansprachen. Mit 44 fühlte er sich damals zu jung im Vergleich zu all jenen, die dieses Amt bislang innehatten. Später dann hatte gerade das Alter für ihn Vorteile, denn als Prinzen-Kandidat 2019 wurde sein Name höchst selten auf dem „Markt der Gerüchte“ gehandelt.

Eher schon der Name der 23-jährigen Lena aus der Bäckerei-Haas-Dynastie, deren Eltern bald „grünes Licht“ gaben für die Übernahme des Amtes. Und für Lena selbst wird ein Kindheitstraum wahr. Schwierig war’s dann, alles geheim zu halten, denn die fastnachtsverrückten Schlumber sind - spätestens mit Beginn des Adventsmarktes - von Natur aus neugierig, vor allem, wenn es um das Prinzenpaar geht.

Mit dem Tag der Bekanntgabe in der ersten Galasitzung des Heimatbunds ist dann auch das Geheimnis gelüftet, und Prinzessin Lena gibt offen zu: „Ich hab mich gefreut, nicht mehr flunkern und niemanden mehr anlügen zu müssen. Und es ist total schön, wie viele Menschen sich mit uns freuen.“

Selbst dem vierjährigen Matteo war jetzt klar, weshalb der Papa immer wieder irgendwelche Kostüme anzieht, und er freut sich jetzt ebenso wie Prinzenschwester Moni und Alex’ Ehefrau Nicole Fecher.

Übrigens eine Besonderheit und eine Premiere in all den Jahrzehnten Seligenstädter Fastnacht: Das erste Ehepaar, bei dem die Frau Prinzessin war (2009) und der Mann Prinz ist.

Auch in der Familie Haas herrscht Begeisterung pur, denn gerade die fastnachtserprobten Familien in Seligenstadt sind es, die die Tradition erhalten, die Fastnacht zünftig feiern und die schon mal den einen oder anderen wertvollen Tipp mit auf den Weg geben. Ähnlich wie die Minister des Heimatbunds, vor allem Till André Rückert und die Pagen, die für das Prinzenpaar „Gold wert sind“.

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Gänsehaut-Gefühl dann bei der ersten Galasitzung im Riesensaal für Alexander und Lena, die sich nach wie vor freuen, wenn trotz der neuen Titel die Vornamen nicht verloren gehen. Begeistert sind beide, wie aktiv sich Freunde engagieren und was die sich alles einfallen lassen, was mitunter in WhatsApp-Gruppen (in denen Lena und Alex natürlich außen vor sind) koordiniert und vorbereitet wird. „Ich bin echt baff, was unsere Leute so alles organisieren und auf welche Ideen sie kommen“, sagt Lena Freudenberger, nennt nicht nur Freunde, die Stadtkapelle und die Wagenbauergruppe, die sich inzwischen zur „Prinzengarde“ ernannt hat, sondern auch die Feuerwehrkameraden von Stadtbrandinspektor und Prinz Alex. „Fastnachts-Nachhilfe“ muss sie noch in ihrem Arbeits-Umfeld im Frankfurter Wolkenkratzer-Team leisten, aber auch „die sind absolut stolz darauf, dass sie eine Prinzessin in ihren Reihen haben“.

Von Fastnachtern umgeben, mit den Familien im Rücken, dürfte es nun gelingen, ein Zeichen zu setzen, bewusst Fastnacht zünftig zu feiern. Fastnacht muss eben Spaß machen!

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