Bei Fastnachtssitzung der Gemaa-Elfer treffen sich Karneval und Tanz

Dschungelkönige und der King

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Mittendrin statt nur dabei: Prinz Horst II.

Offenbach - Nichts für Bewegungsmuffel war die Sitzung der Gemaa-Elfer. Was kaum verwundert, denn das Motto lautete „Karneval trifft Tanz“. So wurde mit viel Schwung bis in die Nacht gefeiert. Von Harald H. Richter

Einer bleibt weitgehend sprachlos, viele andere sind dafür umso stimm- und klanggewaltiger. Die traditionelle Fastnachtssitzung der Gemaa-Elfer, die in der mit 1300 Luftballons geschmückten alten Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule über die Bühne geht, ist auch in diesem Jahr von eigenem Stil geprägt. Gut 150 Gäste erleben eine tolle Mischung aus Karneval und Tanzmusik und genießen über fünf Stunden „Hallau Galli“.
Sitzungspräsident und Protokoller Jürgen Kofink muss vor einer unangenehmen Halsentzündung kapitulieren, die ihn am Vortag ereilt hat, und überträgt daher seiner Tochter die verantwortungsvolle Aufgabe, durch den Abend zu führen. Bianca Kofink erweist sich als liebenswürdige Conférencieuse und meistert den Auftrag zur Zufriedenheit des Publikums, das sich zu Klängen der Kapelle Peter Bauer schon einmal warmschunkelt.

Das Männerballett Schlabbedabber aus Aufenau lieferte bei der Fastnachtssitzung der Gemaa-Elfer eine fulminante Show.

Von elf Paukenschlägen angekündigt, setzt der Spielmannszug Hainstadt ebenfalls musikalische Akzente. Mittendrin als jüngster Trommler der dreijährige Adrian. Den Auftritt des lederanischen Prinzenpaares Dagmar I. und Horst II. nutzt OKV-Ministerpräsident Simon Isser, um eine verdiente Aktivistin auszuzeichnen. „60 Jahre bei der Gemaa, das macht dir so bald keiner nach“, würdigt er Roswitha Schielein, die schon in etlichen Funktionen tätig war und aktuell die Turnabteilung leitet. In Anerkennung ihrer Verdienste wird ihr der Fridericus-Orden verliehen.

Gar nicht auf den Mund gefallen schildert Maxi Winter, wie er mit dem Umstand klarkommt, Sohn der Karnevals-prinzessin und ihres Prinzen zu sein. Zwar genießt er die häufige Abwesenheit des Erziehungspersonals und feiert daheim Partys, doch irgendwann will auch er sich des närrischen Bazillus‘ nicht entziehen und schlüpft in die Adjutanten-Uniform. „So kann ich die zwei am besten kontrollieren.“

Ein verbales Trommelfeuer entfacht in der Bütt Superschnellsprecher Boris Reisert als „Anwärter mit viel Format für den Elferrat.“ Protokollerin Bianca Kofink gibt Schlagzeilen zum Besten, die 2017 in aller Munde waren, spart aber auch nicht mit spitzen Bemerkungen, etwa über Missstände bei der Bundeswehr, die schwierige Regierungsbildung im Bund und den Ausgang der OB-Wahl in Offenbach.

Stets die Lacher auf seiner Seite hat Charly Engert als B-B-B-Bodooo, der tiefsinnig behauptet, langsam ins Alter zu kommen, in dem nur noch innere Werte zählen: „Blutwerte, Zuckerwerte und Leberwerte.“ Darauf stößt die Narrenschar im Saal natürlich an, folgt dann aber wieder Bewegungsimpulsen, zu denen die Band mit mehreren Tanzrunden ermuntert.

Auch das Bühnengeschehen ist lebhaft und temporeich. „Ganz tief im Meer tanzen die Krabben Samba“, behaupten die Gemaa Minis der Turnabteilung, die etwas älteren Pretty Girls entführen in die Disco. Im Dutzend kommt die von Vanessa Schmidt und Dagmar Storck trainierte Garde des 1. KC Arheilgen daher. Ihr Marschtanz wird ebenso beklatscht wie der Auftritt der Prinzengarde der JSG-Fastnachter aus Jügesheim.

Bilder: Sitzung der Gemaa-Elfer

Mit ihrer furiosen Show vor Dschungelkulisse erweisen sich die zehn Burschen des Männerballetts Schlabbedabber aus Aufenau als konditionsstark. Nicht auf den Stühlen hält es das Narrenvolk, als Gerald Dinis zum Mikrofon greift und die Rock’n‘Roll-Ära aufleben lässt. In der Uniform eines US-Sergeanten, wie sie Elvis Presley während seines Militärdienstes in Friedberg trug, heizt er kräftig ein. Stimmlich ganz nah am Original und mit unverwechselbarem Hüftschwung sorgt er für grandiose Stimmung und wird nicht ohne Zugaben von der Bühne gelassen.

Vor über 50 Jahren als Fanfarencorps gegründet, hat sich die 1. Deutsche Marching Band The Sound of Frankfurt längst bundesweit einen Namen gemacht und heimst verdientermaßen Meistertitel ein. Wuchtig und mit enormer Klangfülle präsentieren sich die Spielleute um Banddirektor Björn Kramer bei der Gemaa, werden vom Publikum bejubelt und dürfen im Kreis der übrigen Mitwirkenden um Mitternacht den offiziellen Programmreigen beschließen. Trotzdem ist der Abend noch nicht vorbei, denn Peter Bauers Sunset Life Partyband ermuntert nochmals zum Tanz.

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