Rosenmontagszug ist ein Erfolg

Narren schunkeln Sturm "Bennet" weg

Richtig stabil: Die KSV-Wagenbauer hatten ihr neues Kettenkarussell kurzfristig mit einigen Verstärkungen gegen Sturm „Bennet“ gesichert.

Urberach – Während in der Fastnachtshochburg Seligenstadt der Rosenmontagszug abgesagt wurde, trotzten die Urberacher Narren dem Tief „Bennet“. Von Michael Löw 

Zum 23. Mal zogen sie durch die Straßen, nachdem einige Wagenbauer gestern Morgen auf die Schnelle sturmgefährdete Teile abmontiert oder zusätzlich gesichert hatten.

Der Mut zum Risiko wurde belohnt, der Orwischer Rosenmontagszug fuhr, marschierte, trippelte und tanzte durch den Ort. Auch wenn eine Absage wie in Seligenstadt oder Neu-Isenburg laut Organisations-Chef Werner Popp nie zur Diskussion stand, war"s eine Zitterpartie. Erst gegen 12 Uhr fiel die Entscheidung: Wir machen uns auf den Weg. Ausschlaggebend war die Auskunft des Wetterdienstes, dass für Urberach keine Sturmwarnung herausgegeben worden war.

Der Morgen des Rosenmontags war von hektischer Telefoniererei geprägt. Werner Popp und die Elfer vom KSV riefen alle Teilnehmer an, die sich mit einem Wagen angemeldet hatten. Sturmanfällige Aufbauten mussten weg oder mit Extra-Schrauben verstärkt werden. Ein Wagen hatte jedoch vom TÜV sogar die Zulassung für Windstärke zehn. Aber so schlimm kam"s nicht. Und ein Komitee-Mitglied der Turngemeinde Ober-Roden witzelte auf dem Weg zum Aufstellen: „Wir haben unserem Prinzenpaar Pillen gegen Seekrankheit gegeben.“ Prinzessin Antje I. und Prinz Michael II. winkten von ganz oben auf die wetterfesten Narren am Straßenrand.

Unmittelbar vor dem Start zogen sich ein Musikverein zurück, weil er Angst um seine Instrumente hatte, und das Prinzenpaar des Aschaffenburger Carnevalclubs „Losse Babbele“ zurück.

Hoheitlichen Glanz gab"s dennoch reichlich. Im Zug fuhren Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar aus Ober-Roden, das Kinderprinzenpaar des KSV Urberach und die Dietzenbacher Regenten mit. Prinzenpaar Nummer fünf stand inkognito am Rathaus: Amelie  I. und Robin  I., die höchsten Repräsentanten der Rodgauer Jugendfastnacht.

Die rund 1 200 Teilnehmer hatten sich einiges einfallen lassen. Der MTV hatte aus „Star Wars“ kurzerhand „Roland, das war"s“ gemacht. Vor dem künftigen Ex-Bürgermeister knieten der schwarze Lord Jörg, die grüne Prinzessin Andrea und Count Karsten – Letzterer stilecht mit dem Johanniter-Kreuz. Aus Orwisch, Messel und Eppertshausen kommt die wilde Wikingerhorde OME, die sich schon seit Jahren immer für den Rosenmontagszug zusammentut. Silke Mittelstädt schließlich hatte ihre „Paradiesvögel“ mit dem Discofeaver infiziert.

Bilder: Gute Stimmung beim Orwischer Rosenmontagszug

Orga-Chef Werner Popp meldete gestern gegen 17.30 Uhr, dass alle Narren wohlbehalten, wenn auch ein wenig zerzaust und nicht immer trocken am KSV-Heim angekommen sind. Bleibt zu hoffen, dass das Discofieber der einzige Infekt ist, der an Aschermittwoch unter den Fastnachter grassiert.

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