Orwischer Straßenfastnacht

Eitel Sonnenschein beim 2 x 11. Zug

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Der „Dalles“ war einmal mehr das Epizentrum des Rosenmontagszuges. Hessen Mobil hat Wort gehalten und den Ampelumbau der Fastnacht zuliebe gestoppt.

Urberach - Der Rosenmontagszug wird mehr und mehr zur Bühne für auswärtige Fastnachter. Bei der 22. Auflage begrüßte Organisationschef Werner Popp nicht nur Teilnehmer aus Sprendlingen, Dietzenbach, Messel, Eppertshausen und Mümling-Grumbach, sondern auch eine Gruppe Jügesheimer Familien, die den Zug schon seit Jahren vis a vis von Popps Jubelbalkon am Rathaus verfolgt. Von Michael Löw 

Für die Eppertshäuser Karnevalisten ist der Ausflug nach Rödermark immer erste Wahl. Die Fastnachter aus der Nachbargemeinde sind Stammgäste des Rosenmontagszuges.

Die Orwischer feierten den 2x11. Geburtstag ihres Rosenmontagszuges, und Petrus erwies sich einmal mehr als Fan der Urberacher Straßenfastnacht. Er gratulierte überwiegend mit Sonnenstrahlen. Zwei kurze Graupelschauer empfanden die Fastnachter als Himmelskonfetti.
Hessen Mobil hatte rechtzeitig zum Narrenjubiläum seine Ampelbaustelle am „Dalles“ still gelegt. Die Besucher standen in Fünferreihen vor der Kirche, und der BSC verpflegte sie wie seit Jahren mit Thüringer Wurst.

Kleine und große Gardemädels des KSV grüßten die Besucher mit einem fröhlichen „Orwisch helau!“

„Seit 22 Jahren stehe ich hier oben. Das hätte ich nicht gedacht“, sinnierte der KSV-Vorsitzende Werner Popp, als er die sich warm schunkelnden Besucher assistiert von Bürgermeister Roland Kern vom Rathausbalkon herunter mit Kreppeln und Guudsjer fütterte. Ein Truppe KSV-Fastnachter war 1996 beim Fastnachtszug in Messel und einhellig der Meinung gewesen, dass das eine tolle Sache war. Ein Wort gab das andere, und die KSV"ler kamen zu dem Schluss: „Das können wir auch! Und wenn wir allein durch den Ort ziehen.“ Das wär auch beinahe passiert. „Das wird nix. Die Straßenfastnacht hier ist seit Jahrzehnten tot“, bekamen Popp und seine Unentwegten nicht nur aus der Urberacher Vereinswelt zu hören.

Am 10. Februar 1997 machten sich dann doch knapp 400 Narren von der Freiherr-vom-Stein-Straße auf den Weg durch den Ort. Die Zahl wuchs stetig und pendelte sich bei knapp 1 200 ein - so auch gestern. Der Orwischer Rosenmontagszug genießt einen guten Ruf längst über Rödermark hinaus, das bewiesen Fußgruppen, Wagenbauer und Kapellen aus Eppertshausen, Messel und Dietzenabch, Sprendlingen. Etliche Prinzenpaare und Kinderprinzenpaare winkten huldvoll oder jubelten fröhlich, Gardetänzerinnen warfen die Beine in die Höhe, gut metergroße Knirpse verteilten Bonbons an ihre Altergenossen, größere Narren tauschten „Pfläumchen“ gegen Küsschen oder einen schnellen Gang aufs Klo.

Rosenmontagszug in Urberach: Fotos

„Alle Zugnummern waren bisher klasse“, zog Werner Popp die Bilanz von 22 Rosenmontagszügen. Ganz diplomatisch, um niemanden hervorzuheben. Deshalb gibt"s in Urberach auch keine Prämierung des schönsten Wagens oder der originellsten Fußgruppe.

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