Après-Ski auch ohne Schnee und Piste

Turnverein Hausen bringt winterliche Urlaubsstimmung an die Herrnstraße

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Prominenter Besuch: Wenn der TV eine Aprés-Ski-Party organisiert, dann kommen die Babbscher-Regenten Comtesse Alexandra I. und Leder-Baron Thorsten I. mit ihrem Hofstaat natürlich auf eine Visite vorbei.

Obertshausen – Pisten, Schnee und die typische Schirmbar, wie sie ein jeder Wintersporttourist aus dem Skiurlaub in Österreich kennt – mehr braucht es nicht, um das perfekte Set-up für eine zünftige Aprés-Ski-Party zu schaffen.

Nun fehlt es Obertshausen bekanntlich an den für ein Skigebiet nötigen Bergen, und auch in Sachen Schnee sah es an diesem Wochenende im hessischen Flachland eher bescheiden aus. Davon ließen sich die Organisatoren vom TV Hausen und ihre Gäste am Freitagabend jedoch nicht stören. In der eigens zur Premiere gemieteten Schirmbar und drumherum wurde zur Aprés-Ski-Musik ausgelassen gefeiert.

„Die Stimmung ist super und ich bin überrascht, wie viele Gäste jetzt schon gekommen sind“, freut sich TV-Sprecher Holger Bischoff. „Jetzt hätten wir nur noch ein paar Schneekanonen aus Willingen gebraucht, aber die benötigen sie selbst fürs Skispringen am Wochenende“, sagt er und lacht. Statt Schnee sorgen Feuerschalen und Schwedenfeuer für Atmosphäre zwischen Schirm und den zusätzlich aufgestellten Zelten.

Und wo Musik und gute Laune sind, sind jetzt zur fünften Jahreszeit auch die Narren der Babbscher nicht fern. Nicht umsonst hatten die TV-Aktiven ihre Aprés-Ski-Party auf jenen Tag gelegt, an dem die Narren traditionell mit ihren Regenten zum Zug durch die Kneipen der Stadt aufbrechen. Der wurde somit um eine Station erweitert, die der eigens gecharterte Reisebus ansteuerte.

„Der Schirm ist da, den Spaß bringen wir jetzt mit“, freut sich Lederbaron I. als er mit seiner Comtesse Alexandra I. und dem mehr als 30-köpfigen Babbscher-Tross gegen 20 Uhr aus der motorisierten Regentenkutsche steigt. Zu dem Zeitpunkt ist das Außengelände an der Herrnstraße bereits gut gefüllt, nicht zuletzt von den Abordnungen der befreundeten Klubs, die die Organisatoren eingeladen haben.

Und gemäß der Tradition haben die Gäste auch etwas mitgebracht. Neben ein paar Worten fürs närrische Volk gibt es für Bischoff den Orden der aktuellen Kampagne. „Jetzt noch en Schobbe, un e Polonaise, dann hau’n mer ab, das iss es gewese“, ruft der Baron. Und den bekommen die durstigen Besucher natürlich auch – zusammen mit einem kleinen Geschenk fürs Regenten-Pärchen.

Die Aprés-Ski-Party ist Teil des „Projekts 2023“. Mit einer ganzen Reihe von verschiednen Veranstaltungen will sich der Verein auf das anstehende Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen des TV im Jahr 2023 vorbereiten. „Der Startschuss war das Sommerfest im vergangenen Jahr“, erläutert Holger Bischoff. „Wir haben uns im Vorfeld zusammengesetzt und jeder konnte seine Ideen einbringen.“ Mit dem Projekt will der noch junge Vorstand des Traditionsklubs mit rund 1 000 Mitgliedern bis zum Jubiläum das Vereinsleben stärken. „So ein Jubiläum lässt sich sonst nicht stemmen, da braucht es jede Hand“, weiß Bischoff.

Auch für die Party haben die 25 Ehrenamtlichen sich nicht lumpen lassen. „Wir haben alle etwas beigesteuert und jeder hat seine Stärken eingebracht“, ist auch Heike Lehnert stolz. Die Deko, alte Skier, Skischuhe und Co. haben sie zusammengetragen. Anklang bei den Besuchern finden nicht nur die warmen Plätzchen unter dem Schirmdach oder an einem der Lagerfeuer. Auch am Nagelklotz, bei dem es für die Mitspieler abwechselnd darum geht, einen großen Nagel mit der Flachen Kante eines Maurerhammers einzuschlagen, versuchen sich viele. Bei den Besuchern kommt die Veranstaltung jedenfalls gut an. Und auch Rathauschef Roger Winter lobt: „Es ist immer gut, neue Ideen auszutesten. Was Menschen zusammenbringt ist eine gute Sache.“

VON THOMAS HOLZAMER

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