Unbestechlich komisch

Gemaa-Elfer feiern Fastnacht mit Eigenproduktionen

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Bravo, Pretty Girls! Die Mädchen tanzen in italienischen Nationalfarben. Außerdem sorgt Elvis-Imitator Gerald Dinis für musikalische Unterhaltung.

Offenbach - Buntes Halli Galli mit viel Hallau haben die Gemaa-Elfer bei ihrer Sitzung in der Albert-Schweitzer-Schule veranstaltet. Mit dabei: Tanzende Italiener, der King of Rock’n’Roll und ein unsterblicher Bodo. Von Stefan Mangold

Zur Begrüßung stellt Sitzungspräsident Jürgen Kofink klar: Die Fastnacht gehört zum Brauchtum, und wer sich dafür engagiert, leistet einen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben. Die Kritik, ob es in Zeiten von Terror angemessen sei, zur fünften Jahreszeit auf die Pauke zu hauen, räumt er damit aus dem Weg. Es sei erstens Narren-Tradition, der Obrigkeit die Meinung zu geigen, „zum anderen nehmen wir Angriffe auf unsere Art zu leben nicht hin“.

Das beweist der Spielmanns- und Fanfarenzug aus Ronneburg, der bundesweit zu den besten seines Fachs gehört. Besonders die Jagdhornbläser fallen durch enorme Sicherheit auf. Anschließend springen die fünf „Gemaa-Minis“ als Cheerleader auf die Bühne. Sie mussten noch morgens mit Trainerin Melanie Pogadl umstellen, weil etliche krankheitsbedingt ausgefallen waren. Im Scheinwerferlicht geht alles gut. Die „Pretty Girls“ der Turnabteilung der Gemaa treten unter dem Motto „Made in Italy“ an und tragen die italienischen Nationalfarben.

Sitzungspräsident Jürgen Kofink

Simone Andrea I. und Michael I. von Lederanien ziehen samt Hofstaat ein. Und Ministerpräsident Simon Isser stellt die Karnevalsregenten auch in dieser Kampagne verlässlich als „unser goldisch Prinzepaar“ vor. Sitzungspräsident Kofink begrüßt Vertreter der kommunalen Politik. Darunter etwa Sigrid Isser von der CDU, Offenbachs SPD-Chef Dr. Felix Schwenke und sein Parteigenosse Erich Strüb. Als Elvis während seiner Zeit in Bad Nauheim tritt Gerald Dinis in US-Uniform auf und versetzt den fast voll besetzten Saal in kollektiven Hüftschwung. Charly Engert, Urgestein des Offenbacher Karnevals, lässt sein Alter Ego „Boooodo“ los stottern. Der referiert über die Gemeinsamkeit von Frauen und Handgranaten: „Ziehst de de Ring ab, is des Haus weg.“

Zwischendurch spielt die Kapelle Peter Bauer zu Liedgut wie „Atemlos durch die Nacht“ und „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ zur Tanzrunde auf. Die Jungs von der Männergarde des KC Arheiligen schwingen die Beine fast so hoch wie ihre Kolleginnen vom selben Club. Matthias Roth, Prinz von 2009 und Abteilungsleiter der Gemaa-Elfer, springt zwischendurch auf die Bühne, um Jürgen Kofink mit einem Orden zu bedenken. Der zeigt sich als Protokollant überrascht, dass wohl auch bei der Vergabe der WM 2006 Geld manches Stimmverhalten lenkte: „Der Zwanziger erwies sich als falscher Fünfziger.“ Sein 55-Jahre-Bühnenjubiläum feiert Peter Magel in der Bütt als Bäuerin Margret aus der Rhön.

Bilder: Gemaa-Sitzung in Offenbach

Wie eine Reminiszenz an frühere Jahrmärkte, als sich Figuren wie „Der stärkste Mann der Welt“ präsentierten, wirken die sechs trainierten Männer und zwei Frauen der Akrobatikgruppe „Die Ringelsocken“ vom ASV Schaafheim. Sängerin Chris Malu inspiriert mit ihrem „Meenzer Medley“ zur Polonaise. Und Schnellredner Boris Reisert bejammert als Refrain seiner Rede eine Furcht, um die ihn viele im Saal beneiden dürften: „Im nächste Sommer werd‘ ich 30.“

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