Bremser entführen in die Goldenen 20er

Vollgasshow in heißen Fummeln

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Das Männerballett der Bremser in seinem Element. Die Herren in den feuerroten Charlestonkleidchen liefern eine nahezu perfekte Choreografie. Die Showtanzgarde des Vereins entführt das Publikum in die Welt von Tarzan und Jane. Der Dschungeltanz ist das große Finale der Nacht ohne Bremse.

Dreieich - Das Publikum lässt es vermuten – der Abend wird glamourös und voller Glitter.

Die Damen haben Charlestonkleider aus dem Schrank geholt, tragen Federboa und Paillettenkopfschmuck, während die Herren durch dunkle Anzüge, schmale Gangsterbärte und Melonen auf sich aufmerksam machen: Die „Goldenen 20er Jahre“ sind das Motto der Bremser-Kampagne. Die Buchschlager Narren geben in der ausverkauften SKG-Halle Vollgas.
Die Funkengarde wirft die Zeitmaschine an und reist rückwärts mit der Musik von den Spice Girls über Middle of the Road und Elvis in das richtige Jahrzehnt. „Die zwei Beiden“, Uwe Vonderlehr und Christian Klementz, nehmen als Zeitungsjungen in gewohnt scharfer Manier aktuell das Weltgeschehen aufs Korn. Da wird der Finger in die Wunde gelegt – über Trump und Erdogan geht es zu den „heißen“ Dreieicher Themen rund um die Lettkaut und die Verkehrsplanungen in der Stadt.

Die 16 Mädchen zwischen neun und 13 Jahren der Präsidentengarde strahlen noch ein bisschen mehr als sonst, dürfen sie doch erstmals ihre nagelneuen Tanzkostüme präsentieren. Viel Applaus ernten die Starlights mit ihrem klassischen Gardetanz. In der zweiten Hälfte wird es noch glamouröser, da schlüpfen die Mädels in sexy Burlesque-Kostüme – das gefällt nicht nur den Männern.

Die Babbelschnuten haben sich ganz und gar auf die 20er eingelassen. Von „Mackie Messer“, über den „kleinen grünen Kaktus“ bis hin zum „geschlürften Badewasser“ – die Schnuten sind gerüstet. „Roaring Twenties, Cabaret, ach was war die Zeit so schee“, seufzt Tanja Schreiber und liegt in einer alten Zinkwanne, die von den Herren mit Hilfe eines Strohhalms ausgeschlürft wird. Das Publikum hält sich die Bäuche vor Lachen. Die Bremsbacken laden in fantasievollen Kostümen in ihre Gärtchen ein. Sie bereiten „das Unkraut Chrissi“, „die Mimose Seppl“ und „den Maulwurf Grabovski“ in ihrem Garten für einen Wettbewerb „Schöner Düngen“ vor. Irrtümlich werden sie vom lustigen Grashüpfer für die schönste Hundewiese prämiert. Damit haben sie die Lacher auf ihrer Seite.

Jürgen Vollhardt ist eine bekannte Größe bei den Bremsern. Diesmal wagt sich seine Ehefrau Corinna erstmals in die Bütt. Die Premiere gelingt. Sie ist als Fastnachtsgeschädigte im Papageienkostüm eine Augenweide. „Ihr könnt mich schlaaache oder küsse, ich will von Fastnacht nix mer wisse“, lamentiert sie.

Archivbilder

Bilder: Sitzung der Bremser

Die „Bremser on Stage“ bringen den Saal endgültig zum Toben. Lieder wie „Männer sind Schweine“, „Verdammt, ich lieb’ Dich“ und „Mr. Vain“ aus den 90ern lassen das Publikum einstimmen. Einen Sonderapplaus hat sich wieder einmal das Männerballett bedient. Die Herren rund um Sitzungspräsident Peter Schmitz sind sich für nichts zu schade. In knallroten und reichlich knappen Kleidern zeigen die Jungs, wie man in den 20ern getanzt hat. Begleitet von Dick und Doof, alias Gerhard Hoffelner und Carlo Rumbler, wird die gelungene Choreografie zum Renner. Da müssen die Jungs mit einer Zugabe gleich noch mal ran. Das große Finale darf die Showtanzgruppe gestalten. Sie erzählt die Geschichte von Tarzan und Jane ganz neu.

Die Bremser liefern mehr als vier Stunden lustiges und sehr kurzweiliges Programm. Und die Gäste gehen – ob beim zünftigen Bembelabend am Freitag oder der glamourösen ersten Nacht ohne Bremse – beglückt nach Hause. Am Freitag, 2. Februar, laden die Bremser zur Weibersitzung ein und am Samstag, 3. Februar, steht die zweite Nacht ohne Bremse an. (zcol)

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