Narren-Invasion im All

Weltraum ist vor Spaß-Offensive der Watzedonier nicht sicher

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Die Gymnastinnen der TSG Neu-Isenburg machen auch beim Karneval eine gute Figur – ihr Schautanz heimste viel Beifall ein.  

Neu-Isenburg - Den Watzedoniern macht so schnell keiner was vor: Ihre mittlerweile 120. Fastnachtssitzung widmete die Karneval-Abteilung der TSG dem Motto „Grüße aus dem All mit großem Knall“; die Narrenschar im Gemeindezentrum St. Josef kam in den Genuss des gesamten karnevalistischen Spektrums – vom Männerballett bis zum Protokoller. Von Leo F. Postl

Die Watzedonier erklären den Saal des katholischen Gemeindezentrums am Samstag kurzerhand zum Weltraumbahnhof Bajkonur. Passend dazu geben sich auch im Publikum viele Außerirdische die Ehre. Recht flott, aber nicht ganz so schwerelos wie ein Astronaut im Weltall, marschiert der Elferrat zu den Klängen des Narhallamarschs in den Saal. Sitzungspräsident Horst Knippel verspricht eine Weltraumfahrt vom Feinsten inklusive wohlbehaltener Rückkehr und rät allen, „sich schwerelos zu machen – oder sich zumindest so zu fühlen“.

Mit dem Prinzenpaar, dessen Begleitern Klaus Eichler und Dennis Milkau sowie Watz Uwe Fräger (Oberlump Markus Letz war verhindert) ist freilich auch die Isenburger Narren-Prominenz vertreten. Der Minigarde ist es vorbehalten, den Büttenreigen zu eröffnen, gefolgt von dem jungen Colin Murmann aus Eppertshausen in der Bütt. Der hat’s nicht leicht, wie er munter zum Besten gibt: „Meine Oma hat mir den Arsch versohlt, weil ich meinem Opa zu Weihnachten ein Büschel Gras geschenkt habe“, sinniert der Lausbub. Denn er hatte erfahren, dass wenn Opa ins Gras beißt, er endlich nen Fernseher für die Playstation bekommt.

Der Tanz der Garde endet mit einem kleinen Unfall, denn eine Tänzerin knickt um. Viel aufmunternder Applaus begleitet sie beim Hinaushumpeln. Als Protokoller waltet dann Hajo Düll seines Amts, reimt über Flüchtlingszuzug, AfD, den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die letztjährige Absage des Lumpenmontagsumzugs, die Wahl von Erstem Stadtrat Stefan Schmitt und Bürgermeister Herbert Hunkel („Mit 70 immens viele Ideen, vom Kopf bis zur Sohle, sogar den Hessentag will er 2020 nach Iseborsch hole“). Horst und Holger Knippel verstehen sich in der Folge darauf, als Gesangsduo Stimmung zu machen. Sie lassen mal die Hände zum Himmel erheben, dann wieder fröhlich schunkeln. Viel Beifall gibt’s zudem für das Tanz-Duo Nadine Isa und Myschella Kern.

Bilder: Watzedonier-Sitzung in Neu-Isenburg

Als Horst Knippel als Astronaut in die Bütt zurückkehrt, um von seinen amourösen Abenteuern im Weltraum zu berichten, will der Raumanzug nicht wie er. Kurzerhand halten ihm vier Elferratsmitglieder die Klamotte, während er genüsslich schwadroniert. Von der Venus über den Mars und auf dem Rückweg noch schnell einmal bei Frau Luna einen Halt eingelegt, kehrt der Weltraumfahrer mit der Erkenntnis zurück: „Was soll ich auf dem Mars oder auf dem Mond, ich bin doch hier auf Erden an mei Gerti gewohnt.“

Mit Begeisterung quittiert das Publikum wieder einmal die Show der TSG-Gymnastinnen, die nur so über die Bühne wirbeln. Komplettiert wird das Programm vom „Karlchen“ alias Manfred Locher von der Hainer Feuerwehr, von Katja Gaul als Karneval-Berichterstatterin aus Rio, dem Showtanz der Watzedonier-Garde mit „Alien“ Andrea Christ, Problemschläfer Andreas Kraus und den sechs „Weltraumerscheinungen“ des Männerballetts.

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