Festgeldzinsen – Kann noch gespart werden?

Mann hält Sparschwein in seinen Händen
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Ist das Festgeldkonto noch eine profitable Geldanlage?

Die Zinsen fürs Festgeld sind an den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) geknüpft. Aus diesem Grund liegen im Jahr 2019 bei den meisten Banken nahe null.

Doch Sparer haben trotzdem die Möglichkeiten, auf ihrem angelegten Geld Zinsen anzuhäufen, da einige Banken deutlich bessere Festgeldzinsen zahlen. Gute Angebote finden Verbraucher bei Geldhäusern, die niedrige Kosten haben und das Anlegergeld direkt weiterverleihen können.

Entscheidungsgewalt liegt bei EZB 

Die Höhe der Verzinsung auf einem Festgeldkonto liegt in der Entscheidungsgewalt der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Zinskonstellationen der EZB bestimmen dabei das allgemeine Zinsniveau und die Zinsentwicklung. Diese verwalten nicht nur die aktuellen Festgeldzinsen, sondern auch die Tagesgeldzinsen, die Bauzinsen und die Zinsen für Ratenkredite. 

Der aktuelle Leitzins liegt seit geraumer Zeit bei null, daher zahlen die meisten Banken keine Zinsen mehr auf angelegtes Kapital. Verbraucher, die ihr Guthaben auf dem Sparbuch oder auf den herkömmlichen Tagesgeldkonten horten, haben dadurch keinen finanziellen Mehrwert. Trotz der ernüchternden Zinslage gibt es einige wenige Banken, die ihren Kunden solide Festgeldzinsen anbieten.

Direktbanken locken mit guten Zinsen 

In der Regel haben diese Banken besonders gute Möglichkeiten, die angelegten Gelder sofort wieder als Kredite auszuschütten. Oftmals stehen kleinere Finanzinstitutionen noch am Anfang ihrer Entwicklung und wollen mit neuen Kunden ihr Wachstum vorantreiben. Bei diesen Unternehmen handelt es sich fast immer um sogenannte Direktbanken, die keine stationären Filialen haben und sämtliche Geschäftsabläufe über das Internet oder per Telefon abwickeln. 

Ein Festgeldvergleich hilft, um die besten Zinskonditionen wahrnehmen zu können. Wie der Markt und die Konditionen um die Festgeldzinsen für Sparer in Deutschland bestellt sind, zeigt die folgende Tabelle:

Laufzeit

Anzahl der Angebote

niedrigster Zinssatz (p.a.)

durchschnittlicher Zinssatz (p.a.)

höchster Zinssatz (p.a.)

1 Monat

12

0,01%

0,12%

0,35%

3 Monate

41

0,01%

0,20%

0,56%

6 Monate

75

0,01%

0,30%

0,90%

9 Monate

22

0,01%

0,33%

0,80%

12 Monate

136

0,01%

0,46%

1,16%

24 Monate

116

0,01%

0,65%

1,35%

36 Monate

106

0,01%

0,74%

1,45%

48 Monate

73

0,01%

0,77%

1,60%

60 Monate

78

0,01%

0,87%

1,75%

120 Monate

24

0,10%

1,05%

2,00%

Vorsicht vor Ausfallrisiken

Obgleich hohe Festgeldzinsen verlockend sein können, müssen Verbraucher hier besonders wachsam sein. Denn sie können auch ein Zeichen für ein erhöhtes Risiko sein. Seit einigen Jahren bieten gerade Banken aus süd- und osteuropäischen Ländern besonders attraktive Festgeldzinsen an. Nicht immer sind diese Angebote von der allerhöchsten Seriosität geprägt.

Doch nicht nur in diesen Teilen des Kontinents muss mit Vorsicht vorgegangen werden. Verschiedene Ratingagenturen bewerten die finanzielle Stabilität von Ländern wie Bulgarien, Kroatien oder auch Italien deutlich schlechter als jene in Deutschland, Frankreich oder in den Niederlanden. Diese Einschätzung fällt dann bei den höheren Festgeldzinsen ins Gewicht, die Banken aus Süd- und Osteuropa in Deutschland anbieten müssen. Daher kann für Verbraucher an dieser Stelle ein erhöhtes Ausfallrisiko bestehen.

Höhere Zinsen bei längerer Laufzeit

Trotz der vorherrschenden Nullzinspolitik staffeln die Banken mit guten Festgeldzinsen ihre Angebote nach Länge der Laufzeit. Kunden, die sich auf eine längere Laufzeit festlegen, erhalten daher höhere Zinsen. Eine kürzere Zeitspanne schlägt sich wiederum eher negativ auf die Zinsentwicklung aus. Jedoch bietet diese mehr Flexibilität, da auf kurzfristige Entwicklungen spontan reagiert werden kann.

Eine lange Laufzeit kann aus diesem Grund unter Umständen auch gravierende Folgen haben. Wer sich zur aktuellen Phase etwa ein Festgeld für 60 oder 120 Monate abschließt, läuft Gefahr, eine steigende Zinsentwicklung in den kommenden Jahren zu verpassen. Darüber hinaus sollten Verbraucher ganz genau überlegen, ob Wertpapiere nicht langfristig die bessere Geldanlage sein könnten.

Festgeldzinsen gegen die Inflation

Die besten Festgeldangebote sind nicht nur eine systematische Geldanlage, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums zur Anhäufung von Kapital gedacht ist, sondern auch essenziell für den Werteerhalt des Geldes ist. In Zeiten von niedrigen Zinsen ist es selbst mit den lukrativsten Festgeldzinsen nicht in jedem einzelnen Monat möglich, die Inflation zu schlagen.

Ein Blick auf den Festgeldvergleich zeigt jedoch, dass die besten Angebote der Finanzinstitutionen meistens über der durchschnittlichen Inflationsrate lagen. Diese wird vom Statistischen Bundesamt ermittelt. Wer die Kaufkraft des eigenen Geldes möglichst gut erhalten möchte, sollte daher auf gut verzinste Festgeldkonten setzen.

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