Ärztin: Viele ältere Menschen sind Kondommuffel

Sydney - Mehr Kondomwerbung mit älteren Menschen verlangt eine australische Ärztin, die immer öfter reife Frauen mit Geschlechtskrankheiten in Behandlung hat.

Ältere Menschen seien größere Kondommuffel als jüngere, sagte Deborah Bateson am Montagabend im australischen Rundfunk ABC.

Die Werbung mit jungen Models mit Waschbrettbauch und strahlenden Zähnen spiegele nicht die Wirklichkeit derer wider, die Kondome benutzen sollten, sagte die Ärztin. Sie ist medizinische Direktorin der gemeinnützigen Organisation Family Planning New South Wales in Ashfield, die Sexualberatung und Behandlungen anbietet. Auch Frauen ab 40 hätten immer häufiger wechselnde Intimpartner.

“Wir sehen mehr Frauen ab 40, 50 und auch 60, die zu uns kommen, um sich auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. Und wir behandeln auch immer öfter Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien-Infektionen in diesen Altersgruppen“, sagte sie.

Die Expertin hat bei einer informellen Umfrage im Zusammenarbeit mit einer Single-Börse im Internet herausgefunden, dass reifere Frauen genauso oft neue Intimpartner haben wie jüngere. 42 Prozent in allen Altersgruppen hätten im Jahr vor ihrer Befragung Sex mit einem neuen Partner gehabt.

Bateson ist besorgt, weil die älteren Frauen seltener auf Kondomen bestehen als die jüngeren. “Manche glauben, sie haben so lange keine Geschlechtskrankheiten bekommen, dass sie nun irgendwie immun sind“, sagte Bateson. “Nach den Wechseljahren fällt auch die Verhütungskomponente weg.“ Vor allem ältere Männer wollten oft kein Kondom benutzen - aus Angst, dann beim Sex zu versagen. Ältere Frauen akzeptierten zu leicht das Argument, dass Kondome Liebestöter seien.

dpa

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