Verbandsvize aus Offenbach kritisiert Verfahren bei Rabattverträgen

Apotheker wollen für Beratung bezahlt werden

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Beratung in Apotheken könnte bald zusätzliche Kosten bedeuten.

Offenbach - Die Apotheker wollen künftig honorarpflichtige Zusatzleistungen anbieten. Dies könnte zur systematischen Therapiebegleitung führen. Das machte die Führung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gestern deutlich.

Hessens Apotheker unterstützen die Forderung. Verbandssprecherin Kirsten Müller-Kuhl: „Wir wollen eine intensivere Beratung der Kunden - in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. “ Angesichts der alternden Gesellschaft benötigten Patienten mehr Aufklärung über Medikamente. Als Zusatzangebot müsste dies dann aufgrund des höheren zeitlichen Beratungsaufwandes von den Krankenkassen zusätzlich vergütet werden. Das rechne sich jedoch, weil so unter anderem die Zahl der einzunehmenden Arzneimittel sinke. Bei der intensiveren Beratung müsse es um die Aufklärung über Wechselwirkungen und um individuelle Konzepte zur Flankierung der Therapie gehen.

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Risiken und Nebenwirkungen

Hans Rudolf Diefenbach, Hessen-Verbandsvize und Apotheker in Offenbach, machte darauf aufmerksam, dass es seit Einführung der Rabattverträge immer mehr Beratungsbedarf („im Schnitt zehn Minuten“) für gesetzliche Versicherte gebe. Das Problem: Ist ein Rabattarzneimittel nicht in der Apotheke vorrätig oder lieferbar, kann der Apotheker nicht einfach ein identisches Generikum abgegeben, um den Patienten sofort zu versorgen. Wer die Rabattverträge nicht einhält, läuft Gefahr, dass die Krankenkasse das Geld für die Arzneimittel nicht erstattet. Der Apotheker bliebe auf den Kosten sitzen. Diefenbach forderte unter anderem mehr Handlungsspielraum für den einzelnen Apotheker.

(psh)

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