Bald Impfung gegen Alzheimer?

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Schnitt eines menschlichen Gehirns für mikroskopische Untersuchungen

Rostock - Seit Jahren forschen Wissenschaftler nach einer Therapie gegen Alzheimer. Jetzt sucht die Universität Rostock für ein internationale Studie zu einem Impfstoff nach Teilnehmern.

Das Medikament soll die Ablagerung von Eiweiß-Plaques im Gehirn und damit den Ausbruch der Demenz verhindern oder verzögern, teilte das Universitätsklinikum Rostock am Dienstag mit.

Universitätsklinikum Rostock

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Gesucht werden Betroffene in einem sehr frühen Krankheitsstadium, die bereit sind, sich alle vier Wochen impfen zu lassen. Die Studie ist auf zwei Jahre angelegt. Beteiligt sind Hochschulen aus Europa, den USA und Kanada. An der Entwicklung eines Impfstoffs wird bereits seit rund zehn Jahren gearbeitet.

Obwohl es sich bei der Demenz um eine Volkskrankheit handelt, sind Patientinnen und Patienten mit diesem speziellen Profil nur schwer zu finden. Die Studie ist auf zwei Jahre angelegt. Die Teilnehmer werden eingehend untersucht und alle vier Wochen geimpft.

Hintergrund: Die Alzheimer-Krankheit

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Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende, unheilbare Gehirnstörung mit unbekannter Ursache. Zu den Symptomen der Erkrankung zählen Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Desorientierung. Dazu kommen Veränderungen des Wesens, ein beeinträchtigtes Urteilsvermögen und der Verlust der Sprachfähigkeit.

Alzheimer ist die häufigste Form irreversibler Demenz; derzeit leiden in Deutschland schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen an der Alzheimer-Krankheit, für das Jahr 2030 wird in Deutschland mit 2,3 Millionen, weltweit mit 42 Millionen Erkrankten gerechnet. Da Alzheimer bis heute nicht heilbar ist, liegt die Hoffnung in Therapien, die ein Fortschreiten der Krankheit verzögern oder aufhalten. Unabdingbar für deren wirkungsvollen Einsatz ist jedoch eine möglichst frühzeitige Diagnose der Erkrankung.

dapd

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