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Brustschmerzen: Welche Ursachen dahinter stecken können und wann Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten

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Mann fasst sich an Brust
Schmerzen in der Brust können auch von verspannter Muskulatur herrühren. © "AndreyPopov"/Imago

Schmerzen in der Brust lassen die Alarmglocken klingeln. Gerade ein tief sitzender Schmerz kann auf lebensgefährliche Krankheiten hindeuten. Doch es gibt auch harmlose Auslöser.

Brustschmerzen sind beunruhigend. Sie können unterschiedliche Gründe haben, manche sind lebensgefährlich. Meist sind Herz, Lunge oder Speiseröhre betroffen.

Schmerzen im Brustkorb – Das sind Anzeichen für einen Herzinfarkt

Schmerzen, die in der Tiefe des Brustkorbs liegen, deuten häufig auf Erkrankungen des Herzens hin. Meist schmerzt es hinter dem Brustbein oder auf der linken Seite des Brustkorbs. Von dort kann der Schmerz auch in andere Körperteile ausstrahlen, zum Beispiel in den Oberbauch, Rücken, Hals, die linke Schulter oder den linken Arm. 

Bei einem Herzinfarkt* sind die Schmerzen anhaltend, drückend oder beklemmend. Manche Betroffenen sprechen von vernichtenden Schmerzen. Weitere Symptome sind Blässe, Übelkeit, Schweißausbrüche und Atemnot. Jetzt heißt es: Sofort den Notarzt rufen!

Doch nicht immer kündigt sich ein Herzinfarkt durch diese typischen Symptome an. Wählen Sie den Notruf lieber früher als später. Denn selbst wenn kein Herzinfarkt vorliegt, können Schmerzen im Brustbereich auf andere schwerwiegende Krankheiten hindeuten.

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Herzschmerzen – nicht immer ist ein Infarkt die Ursache

Die Symptome für eine koronare Herzkrankheit, bei der die Herzkranzgefäße verkalken, sind denen für einen Herzinfarkt sehr ähnlich. Meist halten die Schmerzen bei dieser Krankheit jedoch nur kurz an.

Außerdem können Schmerzen in der Brust auf weitere Krankheiten hindeuten:

Ist die Gefäßwand der Hauptschlagader eingerissen, kann das zu starken Schmerzen zwischen den Schulterblättern führen. Diese können vorne oder hinten im Brustkorb spürbar sein. Sie werden ebenfalls oft als vernichtend erlebt. Bitte rufen Sie umgehend einen Notarzt!

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Brustschmerzen und Probleme mit der Speiseröhre

Auch Erkrankungen der Speiseröhre können Brustschmerzen auslösen. Ein Beispiel ist die Refluxkrankheit. Dabei funktioniert der Verschluss des Magens nicht richtig und Magensäure steigt in die Speiseröhre auf. Die Folge: häufiges oder starkes Sodbrennen. Auch eine Speiseröhrenentzündung, zum Beispiel als Folge der Refluxkrankheit, ruft Brustschmerzen hervor, ebenso eine Störung der Speiseröhrenbeweglichkeit. Hier haben Betroffene eventuell Probleme beim Schlucken, müssen aufstoßen und Nahrung kann in den Rachenraum zurückfließen. 

Weitere mögliche Ursachen sind ein Speiseröhrenriss, der zum Beispiel nach heftigem Erbrechen eintritt. Auch Speiseröhrenkrebs ist möglich.

Ist die Speiseröhre die Ursache, liegen die Schmerzen meist zentral hinter dem Brustbein und im unteren Brust- oder oberen Bauchbereich. Betroffene beschreiben den Schmerz oft als brennend und vom Bauch in Richtung Hals aufsteigend. Essen oder Trinken kann die Schmerzen auslösen oder verstärken.

Schmerzen in der Brust – wenn Lunge, Lungen- oder Brustfell betroffen sind

Begleitet den Brustschmerz Atemnot oder Husten, kann dies ein Hinweis sein, dass die Lunge, das Lungenfell oder das Brustfell beteiligt sind. Vorsicht ist vor allem bei blutigem Husten geboten. Außerdem verstärkt sich der Schmerz oft beim Ein- oder Ausatmen. Mögliche Auslöser sind:

Rufen Sie bei einem Verdacht auf Lungenembolie sofort den Notarzt! Denn gelangt Luft in den Zwischenraum von Lunge und Lungenfell, kann die Lunge kollabieren. Anzeichen sind stechende Schmerzen in der Brust und Atemnot. Außerdem hebt und senkt sich der Brustkorb beim Atmen unsymmetrisch oder nur einseitig.

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Wenn die Schmerzen in der Brust oberflächlich liegen: Auch Muskelverspannungen können Auslöser sein

Lokalisiert sich der Schmerz oberflächlich am Brustkorb, ist eine Verletzung oder Krankheit des Brustkorbs selbst wahrscheinlich, wie ein Rippenbruch. Verstärken sich die Schmerzen bei Berührung oder Druck, ist das ein weiterer Hinweis. Auch Nervenirritationen oder Muskelverspannungen können Ursachen sein. Meist ändern sich die Schmerzen in ihrer Intensität je nach Körperhaltung und Bewegung. 

Bei Frauen können auch die Brustdrüsen erkrankt sein. Grund sind Hormonveränderungen während des Menstruationszyklus. Typisch sind Druckempfindlichkeit oder ziehende Schmerzen. Allerdings können auch Entzündungen, Abszesse oder gut- und bösartige Tumore in der Brustdrüse Ursache sein.

Wichtig: Schmerzen in der Brust können auch psychisch bedingt sein, zum Beispiel bei Panikattacken oder Depression berichten Patienten von einem Druckgefühl in der Brust. Mit professioneller ärztlicher Hilfe kann die Ursache für die Brustschmerzen gefunden und die richtige Therapie eingeleitet werden. (Franziska Schlögl) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Quellen: www.apotheken-umschau.de, www.deutsche-familienversicherung.de

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