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Corona erhöht Risiko für Alzheimer, Parkinson und Schlaganfall: Studie legt genaue Zahlen offen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Eine Infektion mit dem Corona-Virus kann Nervenkrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, wie eine aktuelle Studie bestätigt.

Wer an Covid-19 erkrankt, entwickelt in Folge mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine neurologische Erkrankung wie Parkinson und Alzheimer. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten neuen Studie aus Dänemark, die auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Neurologie (EAN) vorgestellt wurde. Im Rahmen der Untersuchung wurden Gesundheitsdaten von rund 920.000 Menschen analysiert.

Mit Corona-Infizierte sind auch gefährdet, eine Hirnblutung zu erleiden

Corona-Viren können Einfluss auf die Entstehung von neurologischen Erkrankungen, beispielsweise Parkinson nehmen.
Eine Coronavirus-Infektion erhöht das Risiko, eine Demenz wie Alzheimer zu entwickeln. (Symbolbild) © Science Photo Library/Imago

Im Rahmen der Studie konnten die Forscher aufzeigen, dass Patienten nach einer Corona-Erkrankung ein 3,5-fach erhöhtes Risiko hatten, an Alzheimer zu erkranken sowie eine 2,6-fach höhere Wahrscheinlichkeit, Parkinson zu entwickeln. Zudem war die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, 2,7-fach erhöht – die Gefahr einer Hirnblutung sogar um das über 5-fache höher.

Als Grundlage für diese Ergebnisse wurden Daten von Patienten in Dänemark, die zwischen Februar 2020 und November 2021 stationär und ambulant im Zuge einer Corona-Infektion behandelt wurden, mit den Daten von Grippe-Patienten vor der Pandemie verglichen. Die Wissenschaftler bedienten sich statistischer Verfahren zur Berechnung des relativen Risikos.

Corona beeinflusst die Häufigkeit neurologischer Erkrankungen

„Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie war die genaue Art und die Entwicklung der Auswirkungen von Covid-19 auf neurologische Erkrankungen mehr als zwei Jahre lang nicht geklärt“, wurde der Hauptautor der Studie Dr. Pardis Zarifkar vom Rigshospitalet in Kopenhagen in einer Pressemitteilung zitiert. Was auffiel: Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen einer Coronavirus-Infektion und der Entwicklung von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer vermuten lassen, so Zarifkar.

Doch der Einfluss von Covid-19 auf die Häufigkeit der Nervenkrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte erst jetzt bestätigt werden. Denn deutlich wurde: Das Risiko, eine Nervenkrankheit wie Alzheimer oder Parkinson zu entwickeln, ist für Corona-Patienten höher als bei Menschen, die sich nicht mit Covid-19 infiziert hatten – jedoch nicht höher als bei Menschen, die an einer echten Grippe (Influenza) oder einer anderen Atemwegserkrankung erkrankt waren. Dass Corona einen Einfluss auf die Entwicklung von Alzheimer haben kann, zeigte bereits eine Studie britischer Forscher im Zusammenhang mit einem bestimmten Gen. (nhd)

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