Geburtsvorbereitung zu Corona-Zeiten: So kommt das Baby sanft und sicher zur Welt

Hebammen unterstützen schon in der Schwangerschaft und geben Orientierung
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Hebammen unterstützen schon in der Schwangerschaft und geben Orientierung.

In Zeiten von Corona müssen Schwangere auch die Geburtsvorbereitung neu denken. Hier erfahren Sie nützliche Informationen.

  • Viele Geburtsvorbereitungskurse finden zu Zeiten von Corona online statt.
  • Corona-Klinikalltag: Dürfen Partner und enge Vertraute bei der Geburt anwesend sein?
  • Welche zusätzlichen Maßnahmen für eine sanfte Entbindung und entspannte Eingewöhnung können Mütter von zu Hause aus treffen?

Corona und Schwangerschaft: Wie gut sind Geburtsvorbereitungskurse über das Internet?

Tatsächlich finden Online-Geburtsvorbereitungskurse nicht erst seit Auftreten des Corona-Virus statt. Auch vorher stellten sie ein solides Angebot für Frauen dar, die beispielsweise keinen Platz mehr im örtlichen Kurs ergattern oder aus anderen Gründen nicht daran teilnehmen konnten. Die Krankenkassen unterstützen ausgewählte Online-Seminare und übernehmen die Kosten dafür. Zudem finden auch Beratungen durch Hebammen über das Internet statt. Diese sollten allerdings nur dann in Anspruch genommen werden, wenn Routinefragen vorliegen.

Wichtig! Bei Notfällen oder möglichen Komplikationen ist umgehend ein Arzt oder Krankenhaus aufzusuchen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Geburtshelferin nur zu bestimmten Sprechzeiten online kontaktierbar ist.

Die Qualität der Online-Kurse hängt stark von den Anbietern ab. Es ist auf jeden Fall ein entscheidendes Kriterium, dass Geburtshelfer*innen über langjährige Erfahrung in der Schwangerenbetreuung verfügen. Daneben ist, wie auch bei der Suche nach einer realen Hebamme, die persönliche Wellenlänge wichtig. Nur, wenn Kursleiter*innen als sympathisch empfunden werden, bleibt man gerne dabei. 

Bevor Frauen ein bestimmtes Angebot erwerben, ist die Kontaktaufnahme mit der eigenen Krankenkasse ratsam. Diese hilft bei der Auswahl und liefert zusätzlich auch alle notwendigen Informationen zur Kostenübernahme. Tatsächlich ist ein Online-Geburtsvorbereitungskurs eine gute (Not-)Lösung. Dabei werden die wichtigsten Themen rund um die Entbindung und Nachsorge behandelt. Der persönliche Kontakt zu anderen Schwangeren fehlt allerdings.

Schwangerschaftsvorsorge in Corona-Zeiten 

Notwendige Arztbesuche waren zu jeder Phase der bisherigen Corona-Pandemie-Bekämpfung erlaubt. Deshalb sprach und spricht nichts dagegen, die vorgeschriebenen Untersuchungen wahrzunehmen. Natürlich ist dabei auf die jeweils geltenden Abstands- und Mundschutzverordnungen zu achten. Wer Angst hat, zum Gynäkologen zu gehen, und sich dort gegebenenfalls mit dem Virus zu infizieren, der kann sich eine Haus-Hebamme suchen. Manche Geburtshelferinnen übernehmen die komplette Schwangerschaftsvorsorge und kommen dafür sogar in die vier Wände der werdenden Eltern. 

Der Hebammenverband offeriert alle entscheidenden Informationen zu den Mutterschaftsvorsorge-Untersuchungen. Übrigens dokumentieren die Geburtshelfer alle Untersuchungsergebnisse im Mutterpass – sodass die Entbindungsklinik oder andere Ärzte den notwendigen Kenntnisstand bekommen.

Hebammen führen unter anderem folgende Untersuchungen durch: 

  • Check der Befindlichkeit der Mutter 
  • Gewichtsfeststellung 
  • Blutdruckmessung 
  • Urintest 
  • Blutuntersuchung 
  • Kontrolle der Herztöne des Kindes 
  • Ermittlung von Lage und Größe des Babys

Corona und Schwangerschaft: Auswahl der Klinik 

Schwangere sollten engen Kontakt zu Ärzten und ihrer Geburtsklinik halten. Die jeweils geltenden Corona-Regelungen können sich immer wieder und teilweise von Knall auf Fall ändern. In einigen Krankenhäusern ist Mund-Nasen-Schutz auch während der Entbindung Vorschrift. Allerdings sprechen sich weder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch die gynäkologische Fachgesellschaft oder der Hebammenverband dafür aus. Gerade bei der Entbindung ist die Atmung ein wichtiger Einflussfaktor. Es existiert keine gesetzliche Regelung zum Tragen der Maske im Kreißsaal, die Klinken treffen aber individuelle Maßnahmen. 

Viele werdende Eltern sind nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr in der Klinik beunruhigt, sie haben auch Sorge, dass der Partner nicht bei der Geburt anwesend sein darf. Auch diesen Fall handhaben die Krankenhäuser unterschiedlich. Allerdings weist sogar die WHO – in Zusammenhang mit Covid-19 – darauf hin, dass eine selbst gewählte Begleitperson bei der Entbindung wichtig für eine sichere und positive Geburtserfahrung sei. Es scheint also vorteilhaft zu sein, eine Klinik zu wählen, bei der ein Angehöriger mit in den Kreißsaal kommen darf. 

Persönliche Geburtsvorbereitung in Corona-Zeiten: Ernährung, Naturheilmittel, Organisation 

Ob mit oder ohne Pandemie, es gibt hilfreiche Tipps, die eine Geburt und die Zeit danach erleichtern. Das Portal meine-kartenmanufaktur.de rät dazu, möglichst viel Organisatorisches rund um die Schwangerschaft in Zeiten von Corona bereits im Vorfeld zu regeln. Dazu gehören nicht nur das Design der Geburtskarten, sondern auch folgende Punkte:

  • Antrag auf Mutterschaftsgeld stellen: Mögliche Ausstellung ab Erhalt der Schwangerschaftsbescheinigung mit voraussichtlichem Geburtstermin. 
  • Antrag auf Elternzeit: Mamas stellen spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit den Antrag. Papas reichen ihn spätestens 7 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ein, falls die Elternzeit bei ihnen ab Geburt starten soll. Ansonsten muss der Antrag der Väter spätestens sieben Monate vor gewünschtem Beginn der Elternzeit gestellt werden. 
  • Antrag auf Elterngeld: Hierfür sind verschiedene Unterlagen notwendig, weshalb das Formular am besten bereits vor der Entbindung vorbereitet wird. Eingereicht werden kann er allerdings nur zusammen mit der Geburtsurkunde, also nach der Entbindung. 
  • Vaterschaftsanerkennung: Sind die werdenden Eltern nicht verheiratet, können sie die Vaterschaft vor der Geburt bereits kostenlos beim zuständigen Jugendamt oder kostenpflichtig bei einem Notar anerkennen lassen. Nur, wenn die Vaterschaft anerkannt wird, wird der Papa auch anstandslos in die Geburtsurkunde eingetragen. 
  • Kliniktasche packen: Das Gepäckstück mit der Ausstattung für den Krankenhausaufenthalt sollte ab etwa der 30. Schwangerschaftswoche bereitstehen.

Neben den Formalitäten sollten sich Schwangere besonders intensiv ihren Bedürfnissen und ihrem Körper widmen. Es gibt einige bewährte Hilfsmittel, die in der Frauenheilkunde, die eine sanfte Geburt unterstützen:

Louwen-Diät 

Im Rahmen der Louwen-Diät verzichten Schwangere ab der 32. Schwangerschaftswoche auf Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index. Das bedeutet, sie essen keine Kohlenhydrate, die zu einem rapiden Anstiegs des Insulinspielgels im Körper führen. Insulin ist der Gegenspieler zum Gewebshormon Prostaglandin. Beide Stoffe teilen sich die gleichen Rezeptoren, an denen sie im Körper andocken. Ist viel Insulin vorhanden, kann weniger Prostaglandin wirken und andersherum. Prostaglandin ist aber für eine sanfte Entbindung wichtig. Es kann beispielsweise am Gebärmutterhals ansetzen und dort das Gewebe lockern. Zudem ist es mitverantwortlich für die Reifung des Muttermundes und setzt Signale, damit die Wehen überhaupt erst einsetzen können. Mithilfe der Louwen-Diät sorgen Schwangere also dafür, dass möglichst viel Prostaglandin im Körper wirkt und so die Geburt problemloser und schmerzarmer abläuft.

Heublumen-Sitzbad 

Erstgebärende lockern mit einem Sitzbad aus heißem Wasser und Heublumen ihre Beckenbodenmuskulatur. Wer schon ein Baby entbunden hat, dessen Beckenboden ist normalerweise lockerer. Hier kann die Anwendung aber dabei helfen, vorhandene Dammnarben zu entspannen. Die notwendigen Blumen gibt es in der Apotheke. Das Sitzbad darf ab der 38. Schwangerschaftswoche ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden. Dafür erhitzen Frauen – oder ihre Partner – Wasser. Sie geben zwei bis drei Esslöffel Heublumen in eine Schüssel, die so groß ist, dass sie gut in die Toilette passt. Die Klobrille wird hochgeklappt, das Behältnis eingestellt. Jetzt kommt das heiße Wasser dazu. Am besten verstreicht ein wenig Zeit, bis die Schwangere sich auf die geschlossene Klobrille über der Schüssel setzt. Hier ist ein vorsichtiger Test angebracht, denn der Dampf sollte angenehm und nicht zu heiß sein. Nach rund 10 Minuten ist das Sitzbad vorbei. 

Himbeerblätter-Tee 

Die Blätter des Himbeerstrauches sind ein exzellentes Frauenheilmittel. Sie werden sowohl bei Kinderwunsch als auch am Ende der Schwangerschaft verabreicht. Wer ein Baby erwartet, muss wissen, dass Himbeerblätter-Tee eine wehenfördernde Wirkung besitzt. Deshalb darf er frühestens ab der 34. Schwangerschaftswoche genossen werden. Über den leicht bitteren Geschmack lässt sich streiten. Auf die Anwendung schwören dagegen Geburtshelferinnen. Schwangere dürfen täglich bis zu vier Tassen des Kräutertees verzehren. Die Inhaltsstoffe der Himbeerblätter lockern die Beckenbodenmuskulatur, entschlacken und entgiften den Organismus. Außerdem unterstützen sie eine funktionierende Darmtätigkeit, wirken Stimmungsschwankungen entgegen. Der Tee scheint sogar das Schmerzempfinden zu lindern, was bei einer anstehenden Entbindung ein angenehmer Effekt ist. 

Damm-Massage 

Viele Frauen ängstigen sich vor einem Damm-Riss oder Damm-Schnitt. Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um die häufigste Geburtsverletzung. Etwa jede zehnte Frau ist davon betroffen. Bei jeder Dritten ist es sogar so schlimm, dass die Risse eine Behandlung benötigen. Vorbeugend können regelmäßige Damm-Massagen helfen, um Verletzungen bei der Entbindung zu vermeiden. Dafür gibt es spezielle Öle in der Drogerie oder Apotheke. Die Massage der Dammregion kann intuitiv erfolgen. Es gibt aber auch gute Erklärungen im Internet. Auch diese Methode kann Wehen auslösen, weshalb sie frühestens ab der 34. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden darf. Am besten massieren die Schwangeren täglich für 10 Minuten die entsprechende Region. Sollten dabei Schmerzen auftreten, ist die Anwendung sofort einzustellen. 

Akupunktur 

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) liefert zahlreiche Hilfsmittel für die Zeit vor, während und nach der Geburt. Besonders beliebt ist die Akupunktur, sodass Hebammen häufig eine entsprechende Ausbildung absolvieren. Durch das gezielte Setzen der kleinen Nadeln kann der Geburtsvorgang verkürzt werden oder weniger schmerzhaft sein. Akupunktur wirkt auch Wasseransammlungen entgegen, unter denen viele Schwangere leiden. Frauen, deren Entbindungstermin bereits verstrichen ist, lassen sich gerne Nadeln setzen, um die ersehnte Geburt auszulösen.

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