Demenz: Zeitgewinn durch MAKS-aktiv?

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Demenz wird zur Volkskrankheit

Demenz wird zu einer wahren Volkskrankheit. Sie ist unheilbar und schreitet fort. Das nichtmedikamentöse Aktivierungsprogramm MAKS soll die Krankheit aufhalten.

Demenz ist eine nach derzeitigem Stand unheilbare Erkrankung, die aufgrund der zunehmend älteren Bevölkerung auch imm er häufiger wird. Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsansätzen, die jedoch bislang nur sehr begrenzt Erfolg versprechen.  Daher geht es darum, ihr Fortschreiten so lange wie möglich aufzuhalten.  Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen haben ein spezielles Behandlungsprogramm untersucht, das sich anderen medikamentösen Behandlungsansätzen als überlegen erweist:  „MAKS-aktiv“. Es handelt sich dabei um eine standardisierte Aktivierungstherapie, die von Psychologen und Soziologen der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik der Universität Erlangen entwickelt wurde und keine Nebenwirkungen aufweist.

MAKS ist seit 2008 eines von insgesamt 29 Leuchtturmprojekten 'Demenz' des Bundesgesundheitsministeriums und wurde in einer randomisierten kontrollierten Studie mit 98 Patienten mit primär degenerativer Demenz aus fünf Pflegeinrichtungen in Bayern getestet. Die MAKS-Behandlung bestand in sechsmal wöchentlichen Gruppeninterventionen zu je zwei Stunden. Nach einem Jahr waren die Gehirnleistung und Alltagsfähigkeiten von Patienten der MAKS-Gruppen stabil und unverändert. Patienten der Kontrollgruppe hatten dagegen abgebaut. Vor allem profitierten Patienten, deren Demenz noch nicht so weit fortgeschritten war. Ob und wie lange der Behandlungserfolg anhält, ist noch nicht sicher. In der Studie zeigten sich neben Verbesserungen in den Alltagsfähigkeiten auch positive Auswirkungen auf Verhalten und Stimmung. Bei MAKS werden klassische Trainingsaufgaben durchgeführt, Aktivitäten aus der bisherigen Lebenserfahrungen der Patienten, aber auch Gymnastik, Sitztanz oder Computertraining.

Sollte der Erfolg von MAKS von längerer Dauer sein, könnte das Aktivierungsprogramm hoch interessant für den ambulanten Bereich werden. Medikamente gegen Demenz verzögern das Fortschreiten der Erkrankung um etwa 6 Monate, haben aber durchaus auch Nebenwirkungen.

Quelle: DocCheck

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