Digitale Selbstvermessung

Kommentar: Du bist, was du misst

Du bist, was du misst“, heißt der Leitsatz für alle Gesundheitsbewussten und Freizeit-Sportler heutzutage. Kaum eine Vitalfunktion, die der ambitionierte Hobbysportler nicht mithilfe von Apps und Fitnesstrackern vermessen, speichern und vergleichen kann. Von Sebastian Schwarz

Auf diesen Trend will der Versicherer Generali aufspringen. Ab 2016 gibt es bei den Münchnern einen neuen Tarif, der Rabatte für einen gesunden Lebenswandel verspricht. Klingt auf den ersten Blick verlockend, hat bei näherer Betrachtung aber gleich mehrere dicke Pferdefüße.

Denn um festzustellen, ob die Kunden wirklich gesund leben, werden sie von einem Programm kontrolliert. Aus Sicht des Datenschutzes ist das äußerst bedenklich. Die Versicherten geben höchst sensible Daten preis, werden mehr oder weniger gläsern – und das für ein paar Euro Nachlass. Für die Kunden ist das definitiv kein gutes Geschäft. Und was ist eigentlich mit denjenigen, die kein Interesse an Sport haben? Denn wenn es für besonders Aktive Vorteile gibt, liegt ja auch der Gedanke nicht allzu fern, dass es für Couch-Potatoes irgendwann Nachteile geben könnte.

Soweit darf es nicht kommen, das würde dem Solidaritätsprinzip der Krankenversicherung völlig zuwiderlaufen. Grundsätzlich sollten Daten von Kunden, die diese selbst über sich speichern, für die Krankenkassen tabu sein.

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