Stress-Studie

Kommentar: Zeit zum Umdenken

Deutschland steht erwiesenermaßen unter Stress. Doch in vielen Firmen ist Prävention immer noch ein Fremdwort. Von Peter Schulte-Holtey

Eine neue Studie zeigt ganz deutlich, dass immer mehr Menschen an ihre Belastungsgrenze kommen. Fast sechs von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig - jeder fünfte steht sogar unter Dauerdruck. Dabei steigt die Belastung mit dem Bildungsabschluss und dem Einkommen.

Vieles könnte verbessert werden, wenn vor allem Stressfaktoren bei der Arbeit besser ausgelotet würden. Das ist sicherlich keine leichte Aufgabe, aber für alle Beteiligten von wachsender Bedeutung. Denn wer seine Leute verheizt, bekommt früher oder später dafür die Rechnung präsentiert.

Stress am Arbeitsplatz kennt jeder. Und nicht jeder wird gleich krank. Im Gegenteil: Wer Arbeit hat, fühlt sich meist sogar gesünder, als der, der ohne Job und Einkommen ist. Und es gibt ja auch einige, die erst unter großem Druck zu Hochform auflaufen.

Gefährlich aber wird es, wenn es um negativen Stress geht. Er entsteht durch die Bewertung einer Situation als unangenehm, nicht beherrschbar, Angst einflößend. Und genau darunter leiden immer mehr Beschäftigte. Burn-Out und Erschöpfungssyndrome sind die klaren Signale der Psyche, wenn der Druck im Job zu groß wird.

Manche Chefs haben die Probleme inzwischen erkannt. Die Sorge um gute Mitarbeiter lässt bei einer wachsenden Zahl das Verständnis für ihre Angestellten wachsen. Sie sehen, dass Beschäftigte denen die Arbeit über den Kopf wächst, die nachts nicht schlafen können und unter Angstzuständen leiden, sicher keine Höchstleistungen im Büro mehr erbringen. In vielen Firmen ist Prävention gegen zu hohe psychische Belastungen aber leider immer noch ein Fremdwort. Höchste Zeit zum Umdenken.

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