Osteoporose: Experten raten zu DXA-Methode

Ultraschall kann Knochendichte nicht verlässlich messen

Osteoporose

SYKE. Lange Zeit wurde Osteoporose in Deutschland eher stiefmütterlich behandelt. Erst seit wenigen Jahren ist die Erkrankung ins Bewusstsein von Wissenschaftlern und Ärzten gerückt. Welche erheblichen Beschwerden eine Erkrankung verursachen kann, wurde bei der Gesundheitssprechstunde deutlich.

Frau B. (63) aus Langwedelhat nach Wirbelkörperfrakturen, Wirbelkörperbrüchen eine entsprechende Behandlung durchgeführt. Sie fragt, wie lange sie diese Therapie durchführen soll.

Prof. Lenz: Ich habe ihr gesagt, dass sie zumindest über drei bis fünf Jahre die Medikamente weiter nehmen soll. Danach sollte sie eine erneute Knochendichtemessung durchführen lassen. Es wurde dann auch noch darüber gesprochen, ob es sinnvoll sei, die Jahresspritze einzusetzen. Ich habe darauf hingewiesen, dass das Medikament relativ neu auf dem Markt ist und dass es auch hier spezifische Nebenwirkungen gibt. Solange sie die normale Therapie ganz gut verträgt, muss man nicht unbedingt die Jahresspritze nehmen.

Frau R. (52) aus Weyhe hat von einer Aktion in der Apotheke gelesen, bei der die Osteoporose mit Ultraschall vermessen werden soll. Sie fragt, ob dass sinnvoll ist.

Prof. Lenz: Ich habe ihr gesagt, dass der Ultraschall tendenziell darauf hinweisen kann, ob eine Knochendichte verändert ist, aber eine wirklich verlässliche Methode ist Ultraschall alleine nicht. Ich habe sie darauf hingewiesen, dass sie nach Möglichkeit, falls sie das unbedingt möchte, die DXA-Methode durchführen lassen sollte.

Frau B. (71) aus Brinkum hat einen Sturz hinter sich und sich zwei Wirbel gebrochen. Dann wurde eine Injektion von Knochenzement in die gebrochenen Wirbelkörper durchgeführt. Erst nachträglich erfolgte die Dichtemessung mit der Diagnose der Osteoporose – sie wurde dann medikamentös behandelt. Nach wie vor hat sie noch massive Kreuzschmerzen beim Spazierengehen. Es ging jetzt um die Frage, ob sie ein Korsett oder ein Mieder tragen sollte.

Prof. Lenz: Ich habe ihr geraten, sich ein Mieder und kein festes oder starres Korsett zu besorgen und das nur bei den schmerzhaften Belastungen anzuziehen, ansonsten viel Muskeltraining und Bewegung selbstständig durchzuführen.

Frau K. (56) aus dem Landkreis Oldenburg hat eine Multiple Sklerose, ist deshalb an den Rollstuhl gefesselt und hat wiederholt Stürze durchgemacht, die natürlich zusätzlich einen Risikofaktor darstellen. Sie fragt jetzt, ob aufgrund der Multiplen Sklerose mit der Rollstuhlpflicht möglicherweise die Osteoporose sich entwickeln kann.

Prof. Lenz: Mein Ratschlag war, da sie offensichtlich mit dieser Problematik sehr befasst ist, sich einer Knochendichtemessung zu unterziehen, da normalerweise in dem Alter nicht zwingend eine Osteoporose zugrunde zu legen ist. Die Benutzung des Rollstuhls und die vermehrten Stürze sind aber hochgradigere Risiken und deshalb sollte in jedem Fall die Knochendichtemessung erfolgen.

Frau M. (83) aus Achim sagt, dass bei ihr eine Osteoporose diagnostiziert worden ist. Zurzeit wird sie auch gezielt behandelt. Sie sagt, dass sie unter massiven Kreuzschmerzen leidet und fragt, ob ihre Therapie noch adäquat ist.

Prof. Lenz: Aus meiner Sicht ist sie völlig in Ordnung. Aufgrund der Tatsache, dass sie ganz viele Wirbelfrakturen hatte, ist ihr massiver Kreuzschmerz erklärlich. Ich habe ihr geraten, dass sie sich einer gezielten orthopädischen Schmerztherapie unterziehen soll.

Frau M. aus Scheeßel (62) berichtete, dass sie seit 2004 unter einer Osteoporose mit einem T-Wert von -3,7 leidet. Sie hat daraufhin für drei Jahre ein Bisphosphonat eingenommen, zusätzlich Calcium und Vitamin D3. Sie fragt jetzt, ob sie mit Joggen beginnen kann.

Dr. Neckritz. Ich habe ihr geraten, dass man zunächst noch mal die Knochendichtemessung überprüfen sollte, da dies bislang nicht erfolgt ist. Zur Kontrolle des Therapieerfolges und in Abhängigkeit von dem dann ermittelten Wert kann man zu einem Joggen oder dagegen raten. Es sollte also jetzt kein Wert mehr im Osteoporosebereich vorliegen, weil dann das Risiko durch die auf die Wirbelsäule einwirkenden Stöße zu groß ist.

Frau P. (53) aus Syke berichtet, dass sie sich vor kurzem eine Schenkelhalsfraktur beim Skifahren zugezogen habe, die mit einer Osteosynthese, also mit Schrauben versorgt wurde. Gleichzeitig sei daraufhin eine Überprüfung der Knochendichte erfolgt. Hier habe sich ein erniedrigter Wert ergeben, wobei der T-Wert grenzwertig zur Osteoporose war. In ihrem Alterskollektiv aber nur bei 0,5 lag. Die Frage ist jetzt, was zusätzlich medikamentös erfolgen sollte.

Dr. Neckritz: Ich habe ihr geraten, dass man zunächst eine Einnahme von Calcium und Vitamin D vornehmen sollte und sie sich gleichzeitig calciumreich ernähren und durchaus auch Sport treiben sollte. Dann sollte in etwa zwei Jahren eine nochmalige Knochendichtemessung erfolgen.

Frau D. (65) aus Achim gab einen deutlich erniedrigten T-Wert im osteoporotischen Bereich an und beklagte gleichzeitig Rückenschmerzen, die bislang auch auf die Therapie mit Bisphosphonaten nicht wesentlich angeschlagen hätten. Da war die Frage nach zusätzlicher Schmerztherapien.

Dr. Neckritz: Ich habe ihr zur Einnahme eines Analgetikums zusätzlich geraten. Bei stärkeren Beschwerden müsste man auch zu einem Opiat greifen.

Frau K. (64) aus Verden fragt nach den Behandlungsmöglichkeiten der Osteoporose.

Dr. Siegler: Ich habe sie auf drei Behandlungsformen verwiesen. Zum einen handelt es sich um die medikamentöse Einstellung: Zu nennen ist da in erster Linie als Basistherapie der Einsatz von Calcium und Vitamin D in Kombination sowie spezielle knochenstärkende Medikamente, so genannte Bisphosphomate. Unterschieden wird der Einsatz anhand der Knochendichtemessung. Gleichzeitig muss aber auch auf eine ausreichende Ernährung geachtet werden, um den Knochen zu stärken – darüber hinaus auf ausreichend Sonnenlicht, weil das Vitamin D vom Körper unter Sonneneinfluss gebildet wird. Auch auf eine calciumreiche Ernährung mit Milchprodukten ist zu achten.

Herr M. aus Achim stellt die Frage nach einem bestimmten Osteoporosemedikament (Bonviva).

Dr. Siegler: Ich habe ihm geraten, das Präparat weiter zu nehmen, da es ein gut etabliertes Mittel ist, mit guter Wirksamkeit, das auch nur einmal im Monat genommen werden muss.

Frau S. (57) aus Verden leidet bereits unter einer Osteoporose. Sie hat vielfache Wirbelkörpereinbrüche unter einer herkömmlichen Behandlung mit einem Bisphosphomat und Calcium Vitamin D.

Dr. Siegler: Ich habe auf den Einsatz des Parathormons als Injektionstherapie verwiesen, die mit dem Hausarzt und gegebenenfalls einem Spezialisten abgesprochen werden sollte. Die Therapie ist für besondere Fälle wie diesen vorgesehen und sollte nicht als Ersttherapie eingesetzt werden. Aber in begründeten Fällen, also bei Wirbelkörperbrüchen unter einer herkömmlichen Behandlung sind diese Medikamente einsetzbar.

Frau W. (73) aus Barrienfragt: Was ist Osteoporose?

Schimanski: Osteoporose ist ein Schwund der Knochen. Ein lebendes Organ baut sich bis zum dreißigsten Lebensjahr auf, ab dem dreißigsten Lebensjahr nimmt die Knochenmasse aber kontinuierlich ab, bei Mann und bei Frau. Das Problem ist, wenn die Knochenmasse stärker abnimmt als im Normalfall, dann spricht man im Verhältnis zur Altersgruppe bei einem niedrigen Knochenwert von ca. 25 Prozent von einer Osteoporose, feststellbar durch die Kochendichtemessung nach DXA.

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